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Coface Deutschland / "Hydration Break" am Persischen Golf: Globale ... 30.06.2026, 10:26 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

"Hydration Break" am Persischen Golf: Globale Wirtschaft bleibt unter Druck / Coface stuft Risikobewertung für acht Länder herab (FOTO) Mainz (ots) - Während sich der Konflikt im Nahen Osten in eine fragile Phase der Entspannung bewegt, werden die wirtschaftlichen Folgen weltweit zunehmend spürbar. Gestörte Lieferketten, steigende Preise und wachsender finanzieller Druck belasten Unternehmen und Volkswirtschaften gleichermaßen. Vor diesem Hintergrund hat der internationale Kreditversicherer Coface seine globale Wachstumsprognose für 2026 auf 2,3 Prozent gesenkt. Zudem wurde die Risikobewertung für insgesamt acht Länder herabgestuft, besonders betroffen sind stark importabhängige Regionen wie Südostasien und Teile Afrikas.

Nach mehr als fünfzehn Wochen Konflikt sorgt das "Memorandum of Understanding" zwischen den USA und Iran vorübergehend für Beruhigung in der Region. Doch diese Atempause darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Auswirkungen des Konflikts deutlich größer sind als ursprünglich angenommen und eine Schlüsselregion der Weltwirtschaft nachhaltig erschüttert haben. "Die Straße von Hormus ist und bleibt ein zentraler Engpass für den Transport von Öl, Gas und wichtigen Vorprodukten. Besonders Südostasien und Ostafrika sind stark betroffen. Eine schnelle Normalisierung ist derzeit nicht in Sicht", erklärt Coface-Volkswirt Markus Kuger.

Lieferketten im Stress: Energiepreise und Engpässe belasten Unternehmen

Die Weltwirtschaft konnte den Schock bislang vergleichsweise gut verkraften, etwa durch aufgebaute Lagerbestände und Anpassungen auf der Nachfrageseite. Diese Puffer stoßen jedoch zunehmend an ihre Grenzen. Produktionsstopps in einzelnen Branchen, steigende Inflation und restriktivere Finanzierungsbedingungen sind erste Belastungssignale. Gleichzeitig verfügen Regierungen nur über begrenzten Spielraum, um Konjunktur und Einkommen zu stützen. Vor diesem Hintergrund senkt Coface seine globale Wachstumsprognose auf 2,3 Prozent für 2026 und 2,5 Prozent für 2027 - ein kumulierter Rückgang um 0,6 Prozentpunkte.

Parallel stehen die globalen Lieferketten erneut massiv unter Druck. Die nahezu vollständige Schließung der Straße von Hormus - im Mai passierten nur noch 145 Schiffe die wichtige Handelsroute, verglichen mit über 3.300 im Vorjahr - hat den internationalen Transport massiv beeinträchtigt. Gleichzeitig treiben hohe Energiepreise, bei einem erwarteten durchschnittlichen Ölpreis von 85 US-Dollar pro Barrel im Jahr 2026, die Kosten für Transport und Produktion weiter in die Höhe. "Unternehmen berichten bereits von längeren Lieferzeiten, steigenden Kosten und ersten Engpässen. Viele reagieren mit vorsorglichem Lageraufbau, was Liquidität bindet und die Margen zusätzlich belastet", erklärt Markus Kuger. Gleichzeitig erwartet Coface einen deutlichen Anstieg der weltweiten Unternehmensinsolvenzen um 6 Prozent, mit besonders starken Zuwächsen unter anderem in den USA, Frankreich und Japan.

Konflikt trifft Regionen mit unterschiedlicher Wucht

Die wirtschaftlichen Folgen des Nahost-Konflikts sind weltweit spürbar, treffen die verschiedenen Regionen jedoch unterschiedlich stark:

- Im Nahen Osten sind die Golfstaaten besonders stark betroffen, mit teils deutlichen wirtschaftlichen Einbrüchen aufgrund ihrer Abhängigkeit von der Straße von Hormus. - In Europa belasten hohe Energiepreise und anhaltende Unsicherheit die Binnenkonjunktur; für die Eurozone wird lediglich ein Wachstum von 0,7 Prozent erwartet. - In den USA steigt die Inflation zuletzt wieder deutlich an - von 2,4 Prozent im Februar auf 4,2 Prozent im Mai, wodurch die realen Einkommen sinken und insbesondere die Kaufkraft einkommensschwacher Haushalte belastet wird. - In Asien zeigt sich ein gemischtes Bild: Während technologiegetriebene Sektoren, insbesondere die Halbleiterindustrie, weiterhin stark wachsen, stehen vor allem das verarbeitende Gewerbe und konsumnahe Branchen unter erheblichem Margendruck. - In Schwellenländern, insbesondere in Lateinamerika, führen steigende Inflation und restriktivere Geldpolitik zu zusätzlichen Belastungen, etwa in Brasilien mit einem Leitzins von 14,5 Prozent.

Länderrisiken: Herabstufungen in mehreren Regionen

Im aktuellen Risk Review hat Coface die Länderrisikobewertung für mehrere Volkswirtschaften nach unten angepasst. Das Länderrisiko beschreibt das allgemeine Umfeld eines Landes, um lokale Kreditrisiken zu bewerten und einordnen zu können.

Besonders betroffen sind Volkswirtschaften in Asien, insbesondere in Südostasien. Indonesien, Malaysia, die Philippinen und Vietnam wurden jeweils von A4 auf B herabgestuft. Treiber sind vor allem steigende Importkosten, Währungsabwertungen sowie zunehmende finanzielle und fiskalische Risiken. "Konkret belasten höhere Energieimportkosten, wachsende Inflation und ein zunehmender Druck auf den Außenhandel die wirtschaftliche Stabilität dieser Länder. In Vietnam kommen zusätzlich steigende Produktionskosten und zunehmende Lieferkettenprobleme hinzu", sagt Markus Kuger. Auch Kambodscha wurde herabgestuft, von C auf D. Ausschlaggebend sind hier insbesondere die starke Abhängigkeit von Energieimporten sowie die spürbar gestiegenen Kosten, die die wirtschaftliche Entwicklung zusätzlich belasten.

In Afrika verschlechtert sich das Risikoumfeld ebenfalls spürbar: Tansania wurde von B auf C und Madagaskar von C auf D herabgestuft. Neben steigenden Energie- und Transportkosten wirken sich hier vor allem Inflation, schwächere Nachfrage und strukturelle Verwundbarkeiten belastend aus. Auch rohstoffabhängige Staaten bleiben nicht verschont: Kuwait wurde von A4 auf B abgestuft, da die starke Abhängigkeit vom Öltransport durch die Straße von Hormus das Land besonders anfällig für die aktuellen Störungen macht.

Pressekontakt:

Coface, Niederlassung in Deutschland Sebastian Knierim - Pressesprecher - Tel. 06131/323-335 mailto:sebastian.knierim@coface.com http://www.coface.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/51597/6305074 OTS: Coface Deutschland

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