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CRIF GmbH / Firmeninsolvenzen steigen 2025 auf knapp 24.000 Fälle / über ... 13.03.2026, 07:27 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Firmeninsolvenzen steigen 2025 auf knapp 24.000 Fälle / über zehn

Prozent der Unternehmen sind aktuell insolvenzgefährdet

Hamburg (ots) - Die Zahl der Firmeninsolvenzen ist in Deutschland im Jahr 2025

weiter gestiegen und hat mit circa 24.000 Fällen den höchsten Stand seit 2014

erreicht. Gegenüber 2024, als 21.964 Unternehmensinsolvenzen registriert wurden,

entspricht dies einem Zuwachs von 9,6 Prozent. So lauten die zentralen

Ergebnisse der Analyse der Firmeninsolvenzen 2025 von CRIF Deutschland.

Prognose: Anstieg setzt sich im Jahr 2026 fort

"Die Rahmenbedingungen haben sich im zurückliegenden Jahr weiter verschlechtert.

Viele Unternehmen litten unter hohen Energie- und Produktionskosten,

Unsicherheiten durch geopolitische Konflikte, steigender Bürokratie sowie

anhaltenden Belastungen in Lieferketten und Absatzmärkten. Zugleich blieb die

Konsumneigung der privaten Haushalte gedämpft, da gestiegene

Lebenshaltungskosten das verfügbare Einkommen sichtbar schmälerten. Für

zahlreiche Betriebe - insbesondere kleinere Unternehmen und mittelständische

Strukturen - führte diese Situation zu einem wachsenden finanziellen Druck, der

sich in der erneuten Zunahme der Insolvenzen widerspiegelt", kommentiert CRIF

Deutschland Geschäftsführer Dr. Frank Schlein die aktuellen Zahlen.

Auch wenn sich die lange Zeit zurückhaltende Stimmung in Unternehmen zuletzt

etwas verbessert hat, bleibt die wirtschaftliche Entwicklung unsicher. Der

Irankrieg hat zu deutlichen Preissteigerungen bei Öl und Gas geführt und damit

die Aussichten für Inflation und Wachstum erneut verschlechtert - in Deutschland

ebenso wie international. "Viele positive Signale der vergangenen Monate

verlieren dadurch an Wirkung, da Energie- und Beschaffungskosten für zahlreiche

Branchen weiter ansteigen. Die geopolitische Lage bleibt angespannt, und die

weitere Entwicklung des Konflikts ist schwer absehbar, was Investitionen und

langfristige Planung zusätzlich erschwert", so Dr. Schlein.

Vor diesem Hintergrund erwartet CRIF im Jahr 2026 einen erneuten Anstieg der

Firmeninsolvenzen auf 24.800 Fälle, was einem Plus von rund drei Prozent

entspricht. Zugleich zeigen die Frühindikatoren, dass sich die finanzielle Lage

vieler Unternehmen weiter verschlechtert: 10,3 Prozent aller Firmen gelten

inzwischen als insolvenzgefährdet, ein Anstieg um 1,4 Prozent gegenüber dem

Vorjahr. Diese Entwicklung verdeutlicht, dass der wirtschaftliche Druck hoch

bleibt und zahlreiche Unternehmen weiterhin in einer angespannten Situation

agieren.

Berlin mit der höchsten Insolvenzdichte

Im Jahr 2025 verzeichnete Berlin die höchste Insolvenzdichte mit 117 Insolvenzen

je 10.000 Unternehmen, während der Bundesdurchschnitt bei 77 Pleiten je 10.000

Firmen lag. Nordrhein-Westfalen (103), Hamburg (98), Hessen (88) und Bremen (85)

wiesen ebenfalls überdurchschnittliche relative Insolvenzzahlen auf. Am unteren

Ende der Statistik rangierten Thüringen (51), Brandenburg (53), das Saarland und

Mecklenburg-Vorpommern (54) sowie Bayern (56) mit geringeren Fallzahlen. Absolut

gesehen meldeten die Bundesländer Nordrhein-Westfalen (6.502), Bayern (3.316)

und Baden-Württemberg (2.706) die meisten Firmeninsolvenzen.

Stärkster Rückgang der Insolvenzen im Saarland

Besonders starke Zuwächse gab es in Hessen mit einem Anstieg der Insolvenzen um

27,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr, gefolgt von Thüringen mit 21,7 Prozent,

Sachsen-Anhalt mit 20,4 Prozent und Rheinland-Pfalz mit einem Plus von 16,4

Prozent. Rückgänge wurden nur in vier Bundesländern beobachtet: Berlin meldete

ein Minus von 7,8 Prozent, Bremen von 10,1 Prozent, und im Saarland gingen die

Insolvenzen sogar um 27,9 Prozent zurück. In Mecklenburg-Vorpommern lagen die

Insolvenzzahlen nahezu auf dem Niveau des Vorjahres (minus 0,9 Prozent).

Großteil der insolventen Firmen nicht länger als zehn Jahre am Markt

Die Auswertung nach Unternehmensalter zeigt, dass 58,6 Prozent der insolventen

Unternehmen nicht älter als zehn Jahre sind. Dazu zählen Firmen im Alter von 0-2

Jahren (7,7 Prozent), 3-4 Jahren (12,8 Prozent), 5-6 Jahren (15,2 Prozent), 7-8

Jahren (13,2 Prozent) sowie 9-10 Jahren (9,7 Prozent). Unternehmen mit einer

Marktpräsenz von mehr als zehn Jahren machten 41,4 Prozent der Insolvenzen aus.

Mehr als zehn Prozent der Unternehmen sind insolvenzgefährdet

Nach aktuellen CRIF Berechnungen gelten derzeit 322.470 Unternehmen (Stand März

2026) in Deutschland als insolvenzgefährdet, was einem Anteil von 10,3 Prozent

aller Firmen entspricht. Damit liegt der Anteil der gefährdeten Unternehmen um

1,4 Prozentpunkte höher als im Vorjahr und markiert einen erneuten Anstieg,

obwohl die Zahl der tatsächlichen Insolvenzen bereits seit mehreren Jahren

wächst.

In Nordrhein-Westfalen gelten 74.800 Unternehmen als insolvenzgefährdet, was

11,8 Prozent der Firmen im Land entspricht. Bayern weist 42.560 gefährdete

Unternehmen auf (7,2 Prozent), Baden-Württemberg 36.193 Unternehmen (8,5

Prozent). In Niedersachsen sind 26.040 Unternehmen betroffen (9,4 Prozent), in

Hessen 25.222 Unternehmen (10,7 Prozent) und in Berlin 25.101 Unternehmen, was

einem Anteil von 14,9 Prozent entspricht. Rheinland-Pfalz kommt auf 13.168

gefährdete Unternehmen (9,0 Prozent), Schleswig-Holstein auf 9.796 Unternehmen

(8,6 Prozent) und Thüringen auf 8.307 Unternehmen (12,9 Prozent).

Für die Analyse hat CRIF eine Vielzahl von Informationen zur Finanzlage der

Unternehmen, die Aufschluss über die Zahlungsfähigkeit geben, ausgewertet. Dazu

gehören u. a. Angaben in den Bilanzen, Gewinn- und Verlustrechnungen,

Mitarbeiter- und Umsatzzahlen oder Zahlungserfahrungen. Außerdem fließen

Informationen zu vorhandenen gerichtlichen Negativmerkmalen in die Analyse mit

ein. Unternehmen gelten als insolvenzgefährdet, wenn sie aktuell einen

Bonitätsindex im Bereich zwischen 4,5 bis 6,0 aufweisen.

Pressekontakt:

Oliver Ollrogge, CRIF GmbH, Bereich Marketing/PR

E-Mail: mailto:o.ollrogge@crif.com, Tel.: 040 / 89 803 582

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/22285/6234732

OTS: CRIF GmbH

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