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vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. / Sozialstaat muss ... 05.03.2026, 13:12 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Sozialstaat muss grundlegend reformiert werden - parteiübergreifender

Konsens besteht / Brossardt: "Wir brauchen Vorfahrt in den

Arbeitsmarkt und weniger Beschäftigungshürden!"

München (ots) - Laut der vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. ist

der Sozialstaat in Deutschland zu einem Dickicht an Leistungen geworden. Das

ifo-Institut hat festgestellt, dass es in Deutschland mittlerweile mehr als 500

verschiedene Sozialleistungen gibt, die in der Konsequenz nicht mehr aufeinander

abgestimmt sind. "Das System ist intransparent. Fakt ist außerdem: Eine

zielgerichtete Unterstützung derjenigen, die wirklich bedürftig sind, kann so

nicht mehr garantiert werden. Hinzu kommt eine überbordende Administration von

parallel zuständigen Behörden wie Sozialämtern, Jobcentern, Wohngeldstellen, der

Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit oder den Elterngeldstellen. Verbunden

mit einem Mangel an Automatisierung und Digitalisierung haben wir einen

kostentreibenden und ineffizienten Verwaltungsapparat . So sinkt das Vertrauen

in die Funktionsfähigkeit des Staates", erklärt Bertram Brossardt, vbw

Hauptgeschäftsführer, anlässlich des vbw Kongresses "Deutschland hat Zukunft:

Sozialstaat 2.0: effizienter, digitaler, vernetzter"

Die vbw begrüßt die von der Sozialstaatskommission im Januar vorgelegten

Vorschläge für eine Neuordnung des Systems. "Die von der Kommission

identifizierten Handlungsfelder unterstützen wir ausdrücklich. Leistungen wie

die Grundsicherung, der Kinderzuschlag und das Wohngeld müssen zusammengefasst

werden. Für Leistungsberechtigte soll es nur eine Anlaufstelle geben: Wenn man

erwerbsfähig ist, sind die Jobcenter zuständig, ansonsten die Sozialämter. Durch

Rechtsvereinfachungen sollen digitale Prozesse leichter etabliert werden.

Darüber hinaus sollen Leistungen stärker pauschaliert werden", erklärt Brossardt

und ergänzt: "Aus Arbeitgeberperspektive ist wichtig, dass die aktuell hohen

Transferentzugsraten angepasst werden sollen. Diese regeln das Abschmelzen

staatlicher Hilfen bei steigendem Verdienst. Mit der derzeitigen Regelung ist

die Aufnahme oder Ausweitung einer Beschäftigung häufig nicht attraktiv. Denn

den betroffenen Beschäftigten bleibt am Ende nur geringfügig mehr im Geldbeutel,

als wenn sie im Leistungsbezug verharren."

Die vorgeschlagenen Maßnahmen müssen laut vbw nun zeitnah umgesetzt werden. Dazu

Brossardt: "Eine grundlegende Reform könnte entscheidende Impulse für mehr

Integrationen in Arbeit geben. Gleiches gilt für die Ablösung des Bürgergelds

durch die neue Grundsicherung. Wir brauchen mehr Anreize zum Arbeiten und

weniger Fehlanreize zum Nichtstun . Wir brauchen Vorfahrt in den Arbeitsmarkt

und weniger Beschäftigungshürden. Wir brauchen mehr Leistungsgerechtigkeit und

weniger Alimentierung. So schaffen wir ein dringend nötiges neues Mindset ."

Pressekontakt:

Christoph Schreiber, +49 (0) 89-551 78-361,

mailto:christoph.schreiber@vbw-bayern.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/58439/6229585

OTS: vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V.

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