vbw besorgt über Stillstand in der deutschen Wirtschaft / Brossardt:
"Für nachhaltiges Wachstum sind 2026 große Strukturreformen notwendig"
München (ots) - Dem Statistischen Bundesamt zufolge ist die deutsche Wirtschaft
2025 nur minimal gewachsen . Gegenüber dem Vorjahr stieg die Wirtschaftsleistung
um lediglich 0,2 Prozent. Die vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V.
sieht darin ein weiteres Warnsignal für den Standort. "Die deutsche Wirtschaft
hat schwere Jahre hinter sich. Nach zwei Jahren der Rezession in 2023 und 2024
folgt nun die faktische Stagnation im vergangenen Jahr . Wir müssen endlich raus
aus der Dauerflaute. Dass die Wirtschaft nicht erneut geschrumpft ist, lag vor
allem an gestiegenem privaten Konsum und höheren Staatsausgaben . Für die
Industrie und das Baugewerbe ging die Rezession weiter", so vbw
Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Die vbw macht die tiefgreifenden
strukturellen Standortprobleme dafür verantwortlich. "Die massiv gestiegenen
Kosten für Energie und Arbeit , die hohen Abgaben und Steuern sowie die
überbordende Bürokratie verhindern ein echtes wirtschaftliches Comeback. Diese
tiefgreifenden Strukturprobleme müssen wir zügig anpacken, um in den kommenden
Jahren wieder echtes und nachhaltiges Wirtschaftswachstum generieren zu können",
betont Brossardt und fordert: "Die Bundesregierung muss 2026 zum Jahr der großen
Reformen machen."
Neben den hausgemachten Standortproblemen kämpft die deutsche Wirtschaft mit
geopolitischen Krisen , der Zollpolitik der US-Regierung , chinesischen
Exportbeschränkungen auf Seltene Erden sowie einem stark verteuerten Euro . "Das
ist ein bedrohlicher Mix für unser so wichtiges Exportgeschäft", erklärt
Brossardt und ergänzt: "Die geopolitische Gemengelage können wir nicht ändern,
das gleiche gilt für ausländische Zölle oder den Wechselkurs. Fatal ist aber,
dass zu dem schwierigen internationalen Umfeld unsere hausgemachten Probleme
dazukommen." Die vbw erwartet für das laufende Jahr ein leicht positives
Wachstum.
Die vbw setzt daher auf eine entschiedene Stärkung der wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen . "Die Bundesregierung ist gut aus den Startlöchern gekommen.
Der Bürokratieabbau hat für uns natürlich oberste Priorität - die
Modernisierungsagenda der Bundesregierung sowie auch die auf EU-Ebene
beschlossene Einigung zum Omnibus-I-Paket waren hier wichtige Schritte.
Gleichzeitig braucht es noch mehr", betont Brossardt. Neben einem Abbau der
Bürokratie muss aus Sicht der vbw auch sichergestellt werden, dass keine neue
Bürokratie zusätzlich aufgebaut wird. Des Weiteren erwartet die vbw eine echte
Reform der sozialen Sicherungssysteme . "Durch den nahezu ungebremsten
Kostenanstieg sind unsere Arbeitskosten nicht mehr wettbewerbsfähig. Investiert
wird mittlerweile anderswo. Wir erwarten daher mutige Lösungen - und dies nicht
nur von der Rentenkommission ", so Brossardt. Außerdem beharrt die vbw auf einer
strikt zweckgebundenen Verwendung der Mittel aus dem Sondervermögen sowie eine
rasche Senkung der Stromsteuer für alle Branchen .
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