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Proteste in Syrien wegen gestiegener Benzinpreise 14.09.2026, 15:00 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

In Syrien haben Menschen in mehreren Teilen des Landes wegen gestiegener Benzinpreise und Lebenshaltungskosten protestiert und teils Straßen blockiert. Dabei gingen sie unter anderem in den Provinzen Idlib, Aleppo, Hassaka und al-Rakka auf die Straße, wie Augenzeugen berichteten. Einige Demonstranten blockierten die Schnellstraßen zwischen Aleppo und al-Rakka sowie zwischen Aleppo und der Hauptstadt Damaskus und zündeten Reifen an. In Hassaka wurde eine von Tankwagen genutzte Straße blockiert. Teils mussten Sicherheitskräfte die Straßen räumen.

Das Energieministerium hatte am Sonntag einen Preisanstieg um 40 Prozent für Diesel und um 28 Prozent für Benzin angekündigt. Grund sei der "Druck an den internationalen Märkten" und "heimische Lieferengpässe", teilte das Ministerium der Staatsagentur Sana zufolge mit. Das treibt auch die Preise bei vielen anderen Gütern in die Höhe, darunter Lebensmittel und Fertigwaren.

"Der Staat muss die Bürger berücksichtigen", sagte der Aktivist Abdullah al-Hamad. Die Entscheidung sei "unklug" und müsse zurückgenommen werden. Eine Lehrerin aus Dair as-Saur sagte, die Fahrt mit einem Taxi oder Minibus aus ihrer Provinz nach Damaskus sei um 50.000 syrische Pfund gestiegen, was etwa 3,30 Euro entspricht. "Viele Lehrer, die auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen sind, werden nicht mehr unterrichten, weil ihre Gehälter die Transportkosten nicht mehr decken", sagte sie.

90 Prozent der Bevölkerung lebt in Armut

Nach 14 Jahren Bürgerkrieg ist die syrische Wirtschaft am Boden. Etwa 90 Prozent der Bevölkerung leben nach UN-Angaben unterhalb der Armutsgrenze.

Einer der Organisatoren der Proteste, Ali Abdul-Rasak, stellte klar, dass die Teilnehmer "entschiedene Unterstützer des Staates" seien. "Aber der Staat muss unser Leid spüren. Diese Entscheidung betrifft alle Lebensbereiche." Syriens Regierung wird von Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa geführt.

Syrien produziert derzeit etwa 100.000 Barrel Rohöl pro Tag, benötigt aber die dreifache Menge für den heimischen Verbrauch. Die Lücke muss mit Importen gedeckt werden. Das Energieministerium nannte als Gründe für die Engpässe unter anderem Arbeiten an der Raffinerie Banijas am Mittelmeer sowie Störungen der Schifffahrt durch die Straße von Hormus.

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