RAG-Stiftung kann 110 Millionen Euro zurücklegen 10.06.2026, 14:36 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Werte zum Artikel
Name Aktuell Diff. Börse
Evonik Industries 15,85 EUR ±0,00 % Lang & Schwarz

Die für die Folgekosten aus dem deutschen Steinkohlenbergbau verantwortliche RAG-Stiftung hat im vergangenen Jahr einen Überschuss von knapp 420 Millionen Euro erzielt. Wie die Stiftung in Essen berichtete, flossen davon mehr als 309 Millionen Euro in die Finanzierung der sogenannten Ewigkeitskosten. Die übrigen 110 Millionen Euro gingen in die Rückstellungen, die sich damit zum Jahresende auf 9,87 Milliarden Euro beliefen. 2024 hatte der um den Verkauf eines großen Aktienpakets bereinigte Überschuss, der sogenannte Jahreserfolg, noch bei 452 Millionen Euro gelegen.

Bei den Ewigkeitskosten geht es um Folgen des Bergbaus, die dauerhaft bestehen bleiben. So muss im Ruhrgebiet etwa dauerhaft Grubenwasser aus den stillgelegten Bergwerken abgepumpt werden, damit es das Grundwasser nicht verschmutzt. Bezahlt wird damit auch das dauerhafte Abpumpen von Oberflächenwasser in Gebieten, die sich durch den Steinkohlenbergbau stark abgesenkt haben. Der deutsche Steinkohlenbergbau war Ende 2018 endgültig eingestellt worden.

RAG-Stiftung unter anderem an mehr als 20.000 Firmen beteiligt

Erwirtschaftet werden die Ewigkeitskosten aus zahlreichen Kapitalanlagen. So ist die Stiftung unter anderem an mehr als 20.000 Unternehmen beteiligt. Größte Einzelbeteiligung ist ein Anteil am Spezialchemiekonzern Evonik DE000EVNK013. Die Stiftung hält derzeit 44 Prozent, will den Anteil aber auf 25,1 Prozent absenken.

Mehrheitseigentümerin ist die RAG-Stiftung mit insgesamt gut 58 Prozent beim Wohnimmobilienunternehmen Vivawest, dem in NRW knapp 120.000 Wohnungen gehören. Den Buchwert ihres gesamten Vermögens zum Jahresende 2025 bezifferte die Stiftung auf 15,9 Milliarden Euro, etwa 1,1 Milliarden Euro weniger als ein Jahr zuvor. Die Stiftung hat ihren Sitz in Essen und beschäftigt 28 Menschen.

Stiftungschef Bernd Tönjes äußerte sich zufrieden mit den Zahlen. Die Stiftung habe sämtliche Verpflichtungen erfüllt. "Wir haben die Ewigkeitslasten aus dem Nachbergbau zum nunmehr siebten Mal bedient und zusätzlich die Rückstellungen zur langfristigen Absicherung der Ewigkeitslasten weiter erhöht", sagte er. Dabei habe man die Diversifizierung des Stiftungsvermögens vorangetrieben und verbleibende Konzentrationsrisiken reduziert.

Stiftung will "Anregungen" von Rechnungshöfen aufgreifen

Tönjes ging bei der Vorlage der Jahreszahlen auch auf die Anfang Mai bekanntgewordene Überprüfung der Haushalts- und Wirtschaftsführung der Stiftung durch den Bundesrechnungshof und die Landesrechnungshöfe Nordrhein-Westfalen und des Saarlandes ein. Die Bundesbehörde hatte darin unter anderem "zu hohe Einzelrisiken bei Kapitalanlagen" kritisiert, wie die "Westdeutsche Allgemeine" (WAZ) berichtete. Das Stiftungsvermögen, kritisierte der Rechnungshof laut WAZ, sei insgesamt "zu risikobehaftet angelegt".

"Wir nehmen das sehr ernst, aber können einige Vorwürfe der Rechnungshöfe so nicht nachvollziehen", sagte Tönjes zu der Prüfung. So lebe die Stiftung auskömmlich von den laufenden Beteiligungs- und Kapitalerträgen. "Und wir werden das auch in Zukunft tun", sagte Tönjes. Die Empfehlungen der Rechnungshöfe erörtere man "sachlich und unaufgeregt". "Etwa, wie wir bestehende Konzentrationsrisiken weiter abbauen oder die Profitabilität unserer Kapitalanlagen in einer vernünftigen Balance potenzieller Chancen und Risiken weiter steigern können." Manche Anregungen werde man sicherlich aufgreifen. Dem Kuratorium werde man in der nächsten Sitzung darüber ausführlich berichten.

Dem Kuratorium gehören unter anderem Bundesministerin Katherina Reiche (CDU) und Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) an.

Kommentare (0) ... diskutiere mit.
Werbung

Handeln Sie Aktien bei SMARTBROKER+ für 0 Euro!* Profitieren Sie von kostenloser Depotführung, Zugriff auf 29 deutsche und internationale Börsenplätze und unschlagbar günstigen Konditionen – alles in einer innovativen, brandneuen App. Jetzt zu SMARTBROKER+ wechseln und durchstarten!

*Ab 500 EUR Ordervolumen über gettex. Zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen.

k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
Werbung
Weiter abwärts?
Kurzfristig positionieren
Ask: 0,26
Hebel: 6,05
mit moderatem Hebel
Smartbroker
Goldman Sachs
Im Durchschnitt erleiden 7 von 10 Kleinanlegern Verluste beim Handel mit Turbo-Zertifikaten. Turbo-Zertifikate sind hoch risikoreiche Produkte und nicht für langfristige Anlagestrategien geeignet.
Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie hier: GV8P9M. Beachten Sie auch die weiteren Hinweise zu dieser Werbung. Der Emittent ist berechtigt, Wertpapiere mit open end-Laufzeit zu kündigen.
Schreib den ersten Kommentar!

Dis­clai­mer: Die hier an­ge­bo­te­nen Bei­trä­ge die­nen aus­schließ­lich der In­for­ma­t­ion und stel­len kei­ne Kauf- bzw. Ver­kaufs­em­pfeh­lung­en dar. Sie sind we­der ex­pli­zit noch im­pli­zit als Zu­sich­er­ung ei­ner be­stim­mt­en Kurs­ent­wick­lung der ge­nan­nt­en Fi­nanz­in­stru­men­te oder als Handl­ungs­auf­for­der­ung zu ver­steh­en. Der Er­werb von Wert­pa­pier­en birgt Ri­si­ken, die zum To­tal­ver­lust des ein­ge­setz­ten Ka­pi­tals füh­ren kön­nen. Die In­for­ma­tion­en er­setz­en kei­ne, auf die in­di­vi­du­el­len Be­dür­fnis­se aus­ge­rich­te­te, fach­kun­di­ge An­la­ge­be­ra­tung. Ei­ne Haf­tung oder Ga­ran­tie für die Ak­tu­ali­tät, Rich­tig­keit, An­ge­mes­sen­heit und Vol­lständ­ig­keit der zur Ver­fü­gung ge­stel­lt­en In­for­ma­tion­en so­wie für Ver­mö­gens­schä­den wird we­der aus­drück­lich noch stil­lschwei­gend über­nom­men. Die Mar­kets In­side Me­dia GmbH hat auf die ver­öf­fent­lich­ten In­hal­te kei­ner­lei Ein­fluss und vor Ver­öf­fent­lich­ung der Bei­trä­ge kei­ne Ken­nt­nis über In­halt und Ge­gen­stand die­ser. Die Ver­öf­fent­lich­ung der na­ment­lich ge­kenn­zeich­net­en Bei­trä­ge er­folgt ei­gen­ver­ant­wort­lich durch Au­tor­en wie z.B. Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­richt­en­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men. In­fol­ge­des­sen kön­nen die In­hal­te der Bei­trä­ge auch nicht von An­la­ge­in­te­res­sen der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und/oder sei­nen Mit­ar­bei­tern oder Or­ga­nen be­stim­mt sein. Die Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­rich­ten­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men ge­hör­en nicht der Re­dak­tion der Mar­kets In­side Me­dia GmbH an. Ihre Mei­nung­en spie­geln nicht not­wen­di­ger­wei­se die Mei­nung­en und Auf­fas­sung­en der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und de­ren Mit­ar­bei­ter wie­der. Aus­führ­lich­er Dis­clai­mer