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BMW verdient mit Autos mehr als gedacht - Risikovorsorge kostet Geld 06.05.2026, 11:13 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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(neu: Aussagen zu Zöllen aus Call, Kurs aktualisiert.)

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der Autobauer BMW DE0005190003 hat im ersten Quartal den Rückgang der Profitabilität in seiner Autosparte kleiner gehalten als befürchtet. Dank ordentlicher Geschäfte in Europa hielten sich die Auswirkungen der Zölle in den USA sowie des schwierigen Marktumfelds in China in Grenzen, die operative Gewinnmarge im Kerngeschäft fiel damit besser aus als befürchtet. Insgesamt sorgte allerdings eine erhöhte Risikovorsorge für Entschädigungen von Autofinanzierungskunden in Großbritannien für ein überraschend schwaches operatives Ergebnis. Das Management um Noch-Chef Oliver Zipse bestätigte den Ausblick - kommende Woche übernimmt der Manager Milan Nedeljkovic seinen Posten. Die Aktie legte am Vormittag an der Dax-Spitze deutlich zu.

Das Papier gewann zuletzt rund 5,9 Prozent auf 81,74 Euro. Damit konnte der Kurs sein Minus seit Jahresbeginn im Haupthandel etwas eindämmen. Sowohl bei der Marge im Autogeschäft als auch beim freien Mittelzufluss habe BMW besser abgeschnitten als gedacht, schrieb Analyst Stephen Reitman vom Analysehaus Bernstein Research. BMW habe sich dabei auch keine Zollerstattungen gutgeschrieben.

Die Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern im Autogeschäft ging im Jahresvergleich um 1,9 Prozentpunkte auf 5,0 Prozent zurück, wie der im Dax DE0008469008 notierte Konzern am Mittwoch in München mitteilte. Das war besser als von Experten befürchtet. Der Rückgang war vor allem auf erhöhte Zölle zurückzuführen, diese belasteten laut dem Unternehmen die Marge mit 1,25 Prozentpunkten und damit rund 300 Millionen Euro.

Dabei hält Zipse die aktuellen Ankündigungen von US-Präsident Donald Trump, die Zölle für Autos zu erhöhen, nur für eine Drohung beziehungsweise Aufforderung an die EU, den im vergangenen Jahr vereinbarten Zolldeal umzusetzen. Für letzteres äußerte er Verständnis und zeigte sich überzeugt, dass es bald zu einer Lösung kommen werde. Darüber hinaus hofft Zipse auf weitere Erleichterungen.

Er sei zuversichtlich, dass es zu einer Vereinbarung kommen könne, bei der Autos, die ein Hersteller aus den USA exportiert, bei den Zöllen für Importe berücksichtigt werden. BMW würde davon wegen seines großen Werks in Spartanburg (South Carolina) stark profitieren.

Der Konzerngewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) fiel um gut 36 Prozent auf 2 Milliarden Euro. Der Umsatz ging um gut 8 Prozent auf 31 Milliarden Euro zurück. Unter dem Strich sackte der Überschuss um fast ein Viertel auf 1,67 Milliarden Euro ab.

Rekord bei Auftragseingängen in Europa

Zuversichtlich ist der Konzern auch dank der anziehenden Bestellungen. "Nie zuvor haben wir in Europa so viele Auftragseingänge erzielt wie in den ersten drei Monaten des Jahres", sagte Konzernchef Zipse und betonte, man habe mit der Einführung der vollelektrischen Modellgeneration Neue Klasse die richtige Entscheidung getroffen. Insgesamt sieht er das Unternehmen "richtig aufgestellt, um auch unter herausfordernden Bedingungen nachhaltig erfolgreich zu sein".

BMW will angesichts der aktuellen Entwicklung dennoch sparen - wenn auch ohne große Sparprogramme anzukündigen. "Im wirtschaftlich anspruchsvollen Umfeld blicken wir stets auf die Kosten", sagte Finanzvorstand Walter Mertl. "Wir setzen an diversen Stellhebeln im Unternehmen an, und unser Kostenmanagement zielt auf nachhaltige Wirkung."

Zipse ist noch bis zur BMW-Hauptversammlung am 13. Mai Konzernchef. Am 14. Mai übernimmt sein designierter Nachfolger Milan Nedeljkovic. Bislang ist er Produktionsvorstand, ein Amt das auch Zipse vor seinem Aufstieg an die Unternehmensspitze bekleidet hatte. Er übernimmt ein robustes Unternehmen in schwierigem Fahrwasser.

Es war eine anspruchsvolle Amtszeit für Zipse: Sie umfasste Corona, Chipkrise, Ukraine-Krieg, Preiskämpfe in China und US-Zölle, aber auch den absoluten Rekordgewinn des Unternehmens und die Entwicklung der Neuen Klasse als wichtigen Sprung bei der Elektromobilität.

Am Ende konnte er BMW nicht dem allgemeinen Negativ-Sog in der Branche entziehen, kann sich aber zugutehalten, dass BMW im innerdeutschen Vergleich derzeit ordentlich dasteht. Wie im Gesamtjahr 2025 konnten die Münchner auch im ersten Quartal höhere Gewinne als Erzrivale Mercedes DE0007100000 und der sehr viel größere VW DE0007664039-Konzern einfahren. Die Schwaben verbuchten von Januar bis März unter dem Strich 1,43 Milliarden, die Wolfsburger 1,56 Milliarden Euro.

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