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Brenntag blickt etwas vorsichtiger auf 2025 - Kursrutsch 14.05.2025, 13:46 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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Brenntag 54,56 EUR -5,15 % Lang & Schwarz

(neu: Aussagen aus der Telefonkonferenz, Aktienkurs, Analyst)

ESSEN (dpa-AFX) - Der Chemikalienhändler Brenntag blickt im schwierigeren Geschäftsumfeld in der Tendenz etwas vorsichtiger auf seine Jahresziele. Für 2025 peilt der Dax-Konzern laut einer Mitteilung vom Mittwoch nun den unteren Bereich der im März ausgegebenen Gewinnprognose von 1,1 bis 1,3 Milliarden Euro an. Das wäre beim bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (operatives Ebita) im schlechtesten Fall genauso viel wie im Vorjahr. Das kam bei Investoren nicht gut an.

Der Kurs der Aktien sackte am Nachmittag um fast vier Prozent ab und gehörte damit zu den größten Verlierern im Leitindex Dax . Brenntag reagiere empfindlicher auf das konjunkturelle Umfeld als erwartet, schrieb Analyst Peter Spengler von der DZ Bank. Der Quartalsbericht des Unternehmens trübe die Stimmung für die Aktien ein. Der Experte rechnet mit negativen Folgen sowohl für seine Schätzungen als auch für die durchschnittlichen Markterwartungen.

"Die Ereignisse und Entscheidungen in der internationalen Handelspolitik, die wir in den vergangenen Wochen erlebt haben, haben die Unsicherheit in der Weltwirtschaft noch einmal deutlich verschärft", sagte Vorstandschef Christian Kohlpaintner hinsichtlich der US-Zollpolitik in einer Telefonkonferenz. Die Folgen dieser Unsicherheit ließen sich bei Brenntag bereits in den Quartalszahlen ablesen.

"Die 90-Tage-Moratorien, so gut sie sich im ersten Blick anfühlen, helfen im Grunde nicht, Klarheit zu schaffen und letztendlich Sicherheit zu erzeugen", sagte der Brenntag-Chef. Das wirke sich natürlich auch auf das Verbraucherverhalten aus und damit auch auf die Nachfrage. Die EU verhalte sich sehr vernünftig und gehe mit kontrollierter Antworten und ausgestattet mit guten Argumenten in diese Diskussionen hinein. Jetzt müsse abgewartet werden, was sich daraus ergeben werde.

Im ersten Quartal legte das operative Ebita im Jahresvergleich um 1,8 Prozent auf 264,3 Millionen Euro zu, wie der Dax-Konzern mitteilte. Der Umsatz kletterte um 1,7 Prozent auf 4,07 Milliarden Euro. Damit schnitt das Unternehmen schwächer ab als von Analysten erwartet. Unter dem Strich blieb im Quartal ein auf die Aktionäre anfallender Gewinn von 134,4 Millionen nach 141,4 Millionen Euro im Vorjahr. Der Gewinnrückgang hängt unter anderem mit einem schlechteren Zinsergebnis aufgrund der höheren Verschuldung zusammen.

Derweil hatte das Unternehmen jüngst seine ursprünglichen Pläne zur Entflechtung der beiden Sparten Prozesschemikalien (Essentials) und Spezialchemikalien für bestimmte Branchen (Specialties) angepasst. Eine schnelle und vollständige Entflechtung werde in dieser Form nicht weiterverfolgt, hatte das Unternehmen im November mitgeteilt. Angesichts des schwierigen Umfeldes hatte das Unternehmen seinen Sparkurs verschärft.

Dafür will der Konzern Ausgaben verschieben sowie Investitionen in IT und digitale Transformation über einen längeren Zeitraum strecken. Standortschließungen und der Abbau von Arbeitsplätzen zählten bereits zum Sparprogramm.

Brenntag werde die "Kostensenkungsinitiative beschleunigen - sowohl im Umfang als auch im Tempo", sagte der neue Finanzchef Thomas Reisten. Das Unternehmen sei damit weiter auf gutem Weg, bis 2027 jährlich 300 Millionen Euro im Vergleich zu 2023 einzusparen. Im ersten Quartal hätten die Einsparungen 30 Millionen betragen. Die Einmalkosten hatte das Unternehmen früher auf 250 Millionen Euro beziffert.

Unterdessen plant der Brenntag-Vorstand auch künftig Zukäufe. "Wir werden weiter die kleineren Akquisitionen verfolgen", sagte Unternehmenschef Kohlpaintner. Aktuell sehe das Management keine Notwendigkeit, an der M&A-Strategie zu rütteln. Es sei aber noch zu früh zu sagen, ob es hierzu gravierenden Veränderungen aufgrund der wirtschaftlichen Unsicherheit und der Auswirkungen der Zölle kommen kann.

Brenntag handelt international mit Industrie- und Spezialchemikalien sowie Inhaltsstoffen. Das Unternehmen kauft die Stoffe bei Chemiekonzernen in größeren Mengen ein und verkauft sie in kleineren Mengen. In den vergangenen Jahren ist Brenntag durch zahlreiche kleinere Übernahmen gewachsen.

Konjunkturabschwünge treffen das Unternehmen in der Regel weniger stark als Chemiekonzerne, weil Kunden dann weniger Chemikalien benötigen und diese vermehrt beim Händler statt beim Produzenten kaufen. Zuletzt beschäftigte Brenntag mehr als 18.100 Menschen./mne/lew/jha/

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