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Brenntag blickt vorsichtig auf 2026 - Sparkurs verschärft 12.03.2026, 17:24 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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(Aktienkurs aktualisiert)

ESSEN (dpa-AFX) - Der Chemikalienhändler Brenntag rechnet auch 2026 mit anhaltendem Gegenwind im Markt. "Kurzfristig wird die Marktnachfrage bestenfalls unverändert bleiben", sagte Unternehmenschef Jens Birgersson am Donnerstag laut Mitteilung. Die hohe Unsicherheit dürfte anhalten. Das Management will seinen Sparkurs nun noch einmal verschärfen. Das Unternehmen hatte schon Anfang März Eckdaten vorgelegt und bereits ein Gewinnziel für das laufende Jahr genannt. Die Brenntag-Aktie legte im frühen Handel zu und baute ihre Gewinne bis kurz vor Handelsschluss auf 5,6 Prozent aus, womit sie einer der stärksten Titel im Dax war.

Für das laufende Jahr erwartet das Unternehmen weiterhin einen bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 1,15 bis 1,35 Milliarden Euro. 2025 ging das Ergebnis um fast zwölf Prozent auf knapp 1,29 Milliarden Euro zurück. Der Krieg am Persischen Golf und dessen mögliche Auswirkungen sind in die Prognose noch nicht eingerechnet. Die Folgen könnten noch nicht zuverlässig abgeschätzt werden, hieß es.

Aufgrund der wirtschaftlichen Herausforderungen will Brenntag seinen Sparkurs noch einmal verschärfen und bis 2027 zusätzliche 200 bis 250 Millionen Euro im Vergleich zu 2025 einsparen. Dabei habe das Unternehmen vor allem die Verteilung von Finanzmitteln im Blick, erläuterte Finanzchef Thomas Reisten. Dazu zähle auch, diszipliniert in alle Geschäftsbereiche zu investieren.

Konzernchef Birgersson hatte bereits im November mitgeteilt, Brenntag noch effizienter machen zu wollen. Zentrale Strukturen müssten vereinfacht sowie die Kostenbasis verbessert werden. Birgersson hatte die Leitung des Unternehmens am 1. September übernommen. Eine neue Strategie will der Vorstand in der zweiten Jahreshälfte 2026 vorstellen.

Brenntag tritt in dem schwierigen Umfeld schon länger verstärkt auf die Kostenbremse. 2025 habe das Unternehmen 165 Millionen Euro im Vergleich zu 2023 eingespart, sagte Finanzchef Reisten. Damit sei der Konzern auf dem besten Weg, das bisherige Ziel einer Senkung der jährlichen Kosten um 300 Millionen Euro bis 2027 zu erreichen.

Dabei will der Konzern etwa administrative Prozesse straffen sowie Doppelstrukturen beseitigen. Dies schließt auch einen weltweiten Personalabbau ein. Standortschließungen und der Abbau von Arbeitsplätzen zählten bereits jetzt zum Sparprogramm.

2025 schrumpfte der Umsatz wie bereits bekannt im Jahresvergleich um fast sieben Prozent auf knapp 15,2 Milliarden Euro. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (Ebita) ging um fast 16 Prozent auf gut 929 Millionen Euro zurück. Anil Shenoy von der britischen Investmentbank Barclays verwies darauf, dass der Geschäftsbereich Essentials mit standardisierten Industriechemikalien nach vielen Quartalen nun wieder hinter dem Geschäft mit Spezialchemikalien zurückgeblieben sei. Dies werfe die Frage auf, ob sich im Kerngeschäft eine anhaltende Schwäche anbahne.

Der auf die Aktionäre der Brenntag SE entfallenden Konzernergebnis nach Steuern halbierte sich vor allem wegen Wertminderungen auf knapp 265 Millionen Euro. 2024 war auf die Aktionäre ein Nettogewinn von gut 536 Millionen entfallen. Aufgrund des Gewinnrückgangs will das Unternehmen weniger an die Aktionäre ausschütten. Die Dividende für 2025 soll von 2,10 auf 1,90 Euro je Aktie schrumpfen.

Brenntag handelt international mit Industrie- und Spezialchemikalien sowie Inhaltsstoffen. Das Unternehmen kauft die Stoffe bei Chemiekonzernen in größeren Mengen ein und verkauft sie in kleineren Mengen. In den vergangenen Jahren ist Brenntag durch zahlreiche kleinere Übernahmen gewachsen. Das Unternehmen beschäftigt weltweit mehr als 17.300 Mitarbeiter./mne/stw/stk/mis

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