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CTS Eventim enttäuscht mit Prognose - Kurs sackt um gut 23 Prozent ab 27.03.2026, 18:31 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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CTS Eventim 49,83 EUR -1,96 % Lang & Schwarz

(neu: Schlusskurs, Marktkapitalisierung und Analysten)

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der Ticketvermarkter und Veranstalter CTS Eventim DE0005470306 hat mit einer verhaltenen Prognose seine Investoren verprellt. Vorstandschef Klaus-Peter Schulenberg rechnet 2026 bei Umsatz und operativem Gewinn nach zuletzt deutlichen Zuwächsen nur mit einem leichten Anstieg. Widersprüchliche Aussagen in Geschäftsbericht und Pressemitteilung sorgten zusätzlich für Verwirrung. Doch Analysten hatten ohnehin deutlichere Steigerungen erwartet. Die im MDax DE0008467416 notierte Aktie verlor am Freitag fast ein Viertel an Wert.

Im Tagesverlauf sackte der Kurs immer weiter ab. Schließlich ging die Aktie mit einem Kursverlust von mehr als 23 Prozent auf 48,92 Euro aus dem Handel. Damit war sie nicht nur klares Schlusslicht im MDax, sondern fiel auch auf den tiefsten Stand seit Herbst 2022. Im laufenden Jahr hat das Papier mehr als ein Drittel an Wert verloren. Im vergangenen Mai war der Kurs noch auf ein Rekordhoch von 114,10 Euro geklettert. Seitdem ist der Börsenwert um mehr als die Hälfte gefallen - auf jetzt weniger als fünf Milliarden Euro.

Knapp 40 Prozent der Anteile gehören dem Firmengründer und Konzernlenker Schulenberg. Der Kursverlust vom Vormittag dürfte allein in seinem Depot mit rund 550 Millionen Euro negativ zu Buche schlagen. Allerdings nutzte der Manager den Kursrutsch, um am Morgen für rund zehn Millionen Euro CTS-Aktien nachzukaufen.

Der Ausblick des Vorstands überlagerte am Finanzmarkt die Zahlen des Konzerns - dabei war es für CTS Eventim 2025 gut gelaufen. Die Nachfrage nach Konzerten im In- und Ausland trieb den Ticketvermarkter und Veranstalter weiter an. Der Umsatz knackte erstmals die Marke von drei Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Donnerstagabend in München mitgeteilt hatte.

Konkret wuchs der Umsatz des Konzerns um fast zehn Prozent auf knapp 3,1 Milliarden Euro. Der um Sondereffekte bereinigte operative Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes Ebitda) kletterte um knapp acht Prozent auf 584 Millionen Euro in die Höhe.

Unter dem Strich musste CTS 2025 jedoch einen Gewinnrückgang um 13 Prozent auf 277,3 Millionen Euro hinnehmen. Als Ursachen nannte das Unternehmen den starken Euro, Bewertungseffekte und den Wegfall von Dividendenerträgen. Daher soll die Dividende für die Aktionäre um 22 Cent auf 1,44 Euro je Aktie sinken.

Während das Unternehmen im Tagesgeschäft die durchschnittlichen Erwartungen von Analysten übertraf, hatten sich Experten bei Überschuss und Dividende mehr versprochen. Für 2026 stellte Schulenberg leichte Steigerungen beim Umsatz und dem bereinigten operativen Gewinn in Aussicht, wie ein Sprecher am Vorabend bestätigte.

In der Pressemitteilung des Konzerns war hingegen nur allgemein von einem Anstieg von Umsatz und bereinigtem operativem Gewinn die Rede, und im Geschäftsbericht hielt sich der Vorstand alles von einer Stagnation bis zu einem leichten Anstieg offen. Allerdings dürften dazu weltpolitische Krisen, die Konjunktur oder hohe Energiepreise die Menschen nicht von Shows, Konzerten sowie Sport- und Kulturveranstaltungen fernhalten. Eine Verschlechterung der geopolitischen Sicherheitslage, Inflation und Konsumeinbrüche könnten sich negativ auf das Geschäft von CTS Eventim auswirken, hieß es weiter.

Branchenexperten reagierten unterschiedlich auf die Neuigkeiten, werteten den Kursabsturz jedoch als übertrieben. So hielten die Analysten von JPMorgan und Deutscher Bank an ihren Kurszielen von 110 und 115 Euro fest. Ihre Kollegen von Barclays und Bernstein kappten ihre Ziele auf 98 und 94 Euro. Analyst Karsten Oblinger von der DZ Bank senkte seinen fairen Wert für CTS Eventim zwar von 97 auf 73 Euro. Den Kursverfall betrachtet er aber als Kaufgelegenheit.

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