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Fresenius legt zum Jahresauftakt weiter zu - Ausblick bestätigt 06.05.2026, 16:49 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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Name Aktuell Diff. Börse
Fresenius 39,88 EUR +0,76 % Baader Bank
Fresenius Medical Care 35,81 EUR +3,38 % Lang & Schwarz

(Kurs aktualisiert)

BAD HOMBURG (dpa-AFX) - Ein florierendes Geschäft seiner Tochter Kabi und Verbesserungen im Krankenhausgeschäft haben dem DaxDE0008469008-Konzern Fresenius DE0005785604 zum Jahresauftakt Rückenwind verliehen. "Fresenius ist hervorragend ins Jahr 2026 gestartet", sagte Konzernchef Michael Sen am Mittwoch und bestätigte die Jahresziele. Abseits der Zahlen verkündete das Unternehmen zusammen mit SAP DE0007164600 den Einstieg beim Software-Entwickler Avelios Medical.

An der Börse legte die Aktie am Nachmittag nach einem schwachen Start zuletzt um 2,5 Prozent zu. Das Papier hatte erst am Vortag im Zuge deutlicher Kursverluste der Beteiligung Fresenius Medical Care (FMC) DE0005785802 kräftig nachgegeben. Im laufenden Jahr hat die Aktie knapp 18 Prozent verloren - zuletzt auch belastet durch Sorgen um die Folgen der Krankenhausreform.

Laut Barclays-Experte Hassan Al-Wakeel lagen die Quartalsresultate weitgehend im Erwartungsrahmen. Die Krankenhaussparte Helios habe allerdings in Deutschland mit ihrem operativen Ergebnis enttäuscht.

Konzernchef Sen zeigte sich hingegen vom Quartal höchst zufrieden. "Fresenius liefert ab und hält Wort", sagte der Manager auf einer Pressekonferenz. Dabei verwies er auf ein starkes operatives Wachstum sowie Fortschritte der 2022 eingeläuteten neuen Konzernstrategie, in deren Zuge sich der Konzern allein auf Kabi und die Klinikgesellschaft Helios ausrichtete. Die frühere Tochter FMC wurde abgespalten, der österreichische Klinikdienstleister Vamed weitgehend verkauft.

Der Konzern profitiere nach seinem Umbau und Sparmaßnahmen inzwischen von einer deutlich verbesserten Kostendisziplin und den erreichten Produktivitätseffekten, ergänzte Sen. "Wir sind heute fokussierter und stärker". Zugleich sei Fresenius in attraktiven Wachstumsmärkten positioniert und treibe in seiner aktuellen "Verjüngungsphase" sein Portfolio mit neuen Produkten erfolgreich voran. Dank stark gesenkter Verschuldung verfüge der Konzern inzwischen auch über die Mittel, um sich neue Wachstumsfelder zu erschließen.

In den ersten drei Monaten steigerte Fresenius somit den Erlös im Vergleich zum Vorjahr um zwei Prozent auf 5,74 Milliarden Euro, organisch habe das Plus bei fünf Prozent gelegen, teilte das Unternehmen in Bad Homburg mit. Dabei konnte die Tochter Kabi mit einem starken Lauf in der Medizintechnik und dem erfolgreichen Start neuer Biotech-Nachahmermedikamente den Preisdruck bei klinischer Ernährung in China mehr als ausgleichen. Der Krankenhausgesellschaft Helios gaben steigende Behandlungszahlen, höhere Preise und positive Effekte aus einem Rechnungszuschlag für gesetzlich Versicherte Schub.

Auch zahlten sich die Produktivitätssteigerungen weiter aus. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) kletterte um vier Prozent auf 678 Millionen Euro, die entsprechende Marge stieg von zuvor 11,6 auf 11,8 Prozent. Das bereinigte Konzernergebnis erhöhte sich um elf Prozent auf 460 Millionen Euro - herausgerechnet ist hier die FMC-Beteiligung.

Im Gesamtjahr will der Fresenius-Chef den Umsatz organisch um vier bis sieben Prozent nach oben treiben. Das bereinigte Kernergebnis je Aktie soll währungsbereinigt um fünf bis zehn Prozent wachsen, nach einem Anstieg um 13 Prozent im ersten Quartal. Hier profitierte der Konzern zum Jahresstart von niedrigeren Zinsen und einem Steuereffekt.

Mit Blick auf weiteres Wachstum setzt Fresenius laut Sen weiter auf Innovationen - diese könnten durch eigene Forschung, Einlizensierungen oder ergänzende Zukäufe zum Konzern kommen, aber auch durch Partnerschaften und Beteiligungen. Ein erstes Beispiel sei hier der soeben verkündete Einstieg beim Software-Startup Avelios gemeinsam mit SAP. Die Beteiligung soll helfen, ein modernes, cloudbasiertes Krankenhaus-IT-System zu schaffen, das perspektivisch auch in den eigenen Helios-Kliniken zum Einsatz kommen könnte. Zugleich baut Fresenius einen eigenen Venture-Capital-Fonds auf, um gezielt in Innovationen etwa in Digitalisierung, Künstliche Intelligenz (KI) und Biopharma zu investieren. Darüber hinaus gebe es aber einen "Strauß" weiterer möglicher Investitionsfelder, so Sen.

Kritik übte der Fresenius-Lenker unterdessen an der Krankenhausreform in Deutschland. Diese setze vor allem auf Kostendämpfung im Sozialsystem und greife strukturelle Probleme im Gesundheitssystem nicht an. Fresenius sieht sich dank Größe, Netzwerkeffekten und laufender Effizienzprogramme jedoch in der Lage, mögliche Belastungen abzufedern.

Auch die Auswirkungen der aktuellen geopolitischen Spannungen, insbesondere durch den Krieg am Persischen Golf, stufte Sen als begrenzt ein. Direkte Effekte seien vernachlässigbar, indirekt könnten jedoch steigende Energie-, Transport- und Materialkosten belasten. Insgesamt verfüge der Konzern aber auch hier über ausreichend Produktivitätsreserven und Wachstum, um solche Effekte zu kompensieren.

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