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Merz besichtigt Verbotene Stadt und Box-Roboter 26.02.2026, 11:14 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

(neu: Abschluss der Reise mit Unternehmensbesuch, Merz-Statement und Hintergrund zu Robotern)

PEKING/HANGZHOU (dpa-AFX) - Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat seinen China-Besuch mit der Besichtigung der Verbotenen Stadt in Peking und Unternehmensbesuchen in der Hightech-Metropole Hangzhou beendet. Bei Unitree, einem der weltweit führenden Roboter-Hersteller, schaute er sich einen Boxkampf von 1,30 Meter großen Robotern an, die sich ihr Können über Künstliche Intelligenz angeeignet haben. Außerdem besuchte er eine Produktionsstätte von Hochspannungsschaltanlagen von Siemens Energy.

Kanzler sieht noch "einige Herausforderungen" mit China

Zum Abschluss seiner zweitägigen Reise sagte Merz, er werde mit "tiefen Eindrücken" nach Hause zurückkehren. Es gebe eine "gute Kooperation" mit China, "aber auch einige Herausforderungen". Er nannte die Überkapazitäten der chinesischen Industrie, die für die deutsche Wirtschaft ein Problem darstellten.

Während der ganzen Reise gab es keine gemeinsamen Pressekonferenzen des Kanzlers mit Vertretern der chinesischen Seite. Merz gab zwar alleine zwei Statements vor Journalisten ab, es waren aber in beiden Fällen keine Fragen zugelassen, was unüblich ist.

Boxende Roboter - auch etwas für den Alltag?

Bei Unitree erklärte Geschäftsführer Wang Xingxing, der die Firma 2016 gegründet hatte, die Funktion der menschenähnlichen Roboter. Das Unternehmen hatte sich in China bereits mit seinen vierbeinigen Robotern, die Hunden ähneln, einen Namen gemacht. 2025 erregten dann die menschenähnlichen Roboter bei einer TV-Gala zum chinesischen Frühlingsfest mit einem Volkstanz großes Aufsehen. In diesem Jahr übertrafen sie ihre Darbietung mit einer akrobatischen Kung-Fu-Show, bei der sie Salti schlugen und mit Kindern Kampfübungen vorführten.

Tanzende oder boxende Roboter als Hingucker sind in China auf vielen Messen oder öffentlichen Veranstaltungen kaum mehr wegzudenken. Anders als bei Industrierobotern wie in Autofabriken gibt es für die humanoiden Roboter im Alltag jedoch kaum Anwendungsfälle. Unitree verkaufte 2025 nur 5.500 Stück. Medienberichten zufolge peilt Wang für dieses Jahr den Versand von 10.000 bis 20.000 Robotern an.

Chinas Regierung setzt auf die Roboter als Zukunftsindustrie. Als Teil der sogenannten neuen Qualitäts-Produktivkräfte sollen sie der chinesischen Wirtschaft zum Wachstum verhelfen. Parallel liefern sich chinesische Start-ups mit der US-Konkurrenz ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Vorreiterrolle in der Entwicklung der Technologie.

Rundgang durch den ehemaligen Kaiserpalast

Vor dem Ausflug in die technologische Zukunft in Hangzhou hatte Merz in Peking die Verbotene Stadt besucht, die im 15. Jahrhundert gebaut wurde und dann mehr als 500 Jahre als abgeschotteter Kaiserpalast diente. In seinem Eintrag ins Gästebuch wünschte er Deutschland und China Tempo, Kraft und Energie für "ein Jahr der Zusammenarbeit und des Wachstums". In China hat gerade das neue Jahr des Pferdes begonnen.

Kanzler zitiert Schiller

Merz ergänzte seinen Eintrag mit einem Zitat aus dem Gedicht "Sprüche des Konfuzius" von Friedrich Schiller: "Dreifach ist der Schritt der Zeit / Zögernd kommt die Zukunft hergezogen / Pfeilschnell ist das Jetzt entflogen / Ewig still steht die Vergangenheit." Die Verbotene Stadt ist heute Unesco-Weltkulturerbe und zählt mit ihren 980 Gebäuden zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten Chinas./jon/DP/jha

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