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Nike sieht Verbraucher weltweit unter Druck - Aktie gibt nach 01.07.2026, 12:17 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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Nike (B) 37,67 EUR +7,31 % Baader Bank

(neu: vorbörslicher Kurs, Analysten)

BEAVERTON (dpa-AFX) - Der Adidas DE000A1EWWW0-Rivale Nike US6541061031 sieht trotz eines Schubs durch die Fußball-WM insgesamt eine trübe Stimmung am Sportartikel-Markt. "Unsere Kunden sind rund um die Welt unter Druck" - und das bekomme man im Sportartikel-Geschäft zu spüren, sagte Finanzchef Matthew Friend in einer Telefonkonferenz mit Analysten am Dienstagabend. Schon vor drei Monaten hatte Nike unter anderem Risiken durch den Iran-Krieg gesehen, der zu "ungeplanten Schwankungen" im Verbraucherverhalten etwa durch steigende Ölpreise führen könne. Jetzt hieß es, Nike rechne für die nächsten sechs Monate nicht mit einer Verbesserung der Stimmung.

Aktie unter Druck - Adidas und Puma fallen mit

Die Aktie fiel in den USA vorbörslich um gut vier Prozent und zog auch die Papiere der Konkurrenten Adidas und Puma mit nach unten. Adidas verloren bis zu 1,8 Prozent und waren damit einer der schwächsten Wert im Leitindex Dax DE0008469008. Puma gaben ähnlich stark nach.

Laut dem Analysten Matthew Boss von JPMorgan rechnet Nike im laufenden ersten Geschäftsquartal 2026/27 per Ende August mit einem niedrigen bis mittleren einstelligen prozentualen Umsatzrückgang. In der Tendenz bleibe Nike damit hinter der Konsensschätzung zurück, die auf ein Umsatzminus von 1,9 Prozent laute. Das sei auch deshalb bemerkenswert, so der Experte, weil die Fußball-Weltmeisterschaft großteils in das erste Geschäftsquartal falle. Der Sportartikel- und Lifestyle-Konzern rechne also trotz dieser Großveranstaltung nicht mit einem Umsatzanstieg im Vergleich zum vierten Geschäftsquartal.

Auch Analystin Brooke Roach von Goldman Sachs konstatierte, dass sich die Umsatzerholung erneut verzögere. Der vorsichtige Tenor mit Blick voraus überlagere positive Faktoren im abgelaufenen Quartal. Die Anleger müssten Geduld mitbringen.

Mit Blick auf Adidas und Puma erkannte Analystin Monique Pollard von der Citigroup aber auch Positives. So habe Nike in China die Lagerbestände abgebaut, womit der Druck nachlasse, Preisrabatte gewähren zu müssen. Das sei positiv auch für Adidas und Puma.

Zahlen besser als erwartet

Mit den Ergebnissen für das vergangene Quartal übertraf Nike größtenteils die durchschnittlichen Analysten-Erwartungen - auch wenn es wieder einen Rückgang im wichtigen chinesischen Markt gab.

Nike-Chef Elliott Hill hob zugleich einen positiven Effekt der Fußball-WM hervor, die gerade unter anderem im Nike-Heimatmarkt USA ausgetragen wird. Schon zum Start des Turniers habe man zweieinhalbmal mehr Artikel von Nationalmannschaften verkauft als zum gleichen Zeitpunkt bei der vorherigen Weltmeisterschaft 2022, sagte er. Nike ist unter anderem Ausrüster der US-Nationalmannschaft - und löst im kommenden Jahr auch Adidas bei der DFB-Auswahl ab.

Umsatzrückgänge erwartet

Für die nächsten Monate stellte sich Nike auf Umsatzrückgänge ein. Im vergangenen Quartal sanken die Erlöse im Jahresvergleich um ein Prozent auf 10,97 Milliarden Dollar (9,6 Mrd Euro) - Analysten hatten im Schnitt mit 10,86 Milliarden Dollar gerechnet. Unterm Strich sprang der Quartalsgewinn von 211 Millionen Dollar im Vorjahresquartal auf 1,07 Milliarden Dollar hoch. Ein zentraler Grund dafür war allerdings der Anspruch auf die Rückzahlung von US-Importzöllen, nachdem Anordnungen von Präsident Donald Trump vom Obersten Gericht des Landes gekippt worden waren.

Mit 4,83 Milliarden Dollar Umsatz in den USA lag Nike leicht unter den Markterwartungen, die Erlöse von rund 1,3 Milliarden Dollar in China waren dagegen höher als von Experten im Schnitt vorhergesagt.

Hausgemachtes Tief

Nike sucht den Weg aus einem Tief, in das sich das Unternehmen selbst manövriert hatte. Der Konzern setzte in den vergangenen Jahren auf Kosten des Einzelhandels sehr stark auf den Direktvertrieb. Vor allem im US-Markt konnten daher konkurrierende Marken Nike den Regalplatz in den Geschäften abnehmen - die Verkäufe litten darunter. Das Unternehmen bemüht sich nun um ein besseres Verhältnis zu seinen Einzelhandelspartnern.

Konzernchef Hill verordnete dem Adidas-Konkurrenten einen stärkeren Fokus auf Sportler, nachdem der Lifestyle-Anteil am Sortiment in den vergangenen Jahren gestiegen war.

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