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Schaeffler geht mit Vorsicht ins neue Jahr - Aktie lässt Luft ab 03.03.2026, 12:35 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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Name Aktuell Diff. Börse
Schaeffler 7,83 EUR -6,51 % L&S Exchange

(neu: Kurs aktualisiert, weitere Analystin, Aussagen Management.)

HERZOGENAURACH (dpa-AFX) - Der Auto- und Industriezulieferer Schaeffler blickt nach einem schwierigen Lauf 2025 mit Vorsicht auf das neue Jahr. Beim Umsatz sind den Einschätzungen des Vorstands zufolge keine Sprünge zu erwarten, bei der Profitabilität zeigte sich Chef Klaus Rosenfeld am Dienstag ebenfalls zurückhaltend. Schwierig bleibt vor allem das Geschäft mit den herkömmlichen Auto-Antrieben. Von der E-Mobilität hingegen und der Ersatzteilsparte rechnen sich die Franken Schub aus. Rosenfeld treibt zudem die Zukunftsfelder humanoide Roboter und Rüstung voran. Im vergangenen Jahr blieb es unter dem Strich aber noch bei roten Zahlen. Die in diesem Jahr bisher gut gelaufene Aktie verlor deutlich.

Der Kurs brach bis zum Mittag um rund 16 Prozent auf 8,45 Euro ein und machte damit den Großteil seiner Gewinne im bisherigen Jahr zunichte. Das im SDax notierte Papier hatte in diesem Jahr zuvor vor allem wegen der Fantasie rund um das Geschäft mit humanoiden Robotern einen Satz nach oben gemacht. Auf Sicht von einem Jahr hatte sich der Kurs sogar in etwa verdoppelt.

JPMorgan-Experte Jose Asumendi führte ein überraschend niedriges operatives Ergebnis im vierten Quartal auf die Sparte mit Rand- und Zukunftsgeschäften sowie die Antriebssparte zurück. Der Ausblick sei schwach, schrieb Jefferies-Expertin Vanessa Jeffriess. Sie begründete dies mit der Sparte für Elektroautos, der sie mehr Marge zugetraut habe.

Rosenfeld peilt im neuen Jahr bei einem geplanten Umsatz von 22,5 bis 24,5 Milliarden Euro eine bereinigte operative Marge vor Zinsen und Steuern (ber Ebit-Marge) von 3,5 bis 5,5 Prozent an, wie das SDax -Unternehmen in Herzogenaurach mitteilte. Analysten rechneten im Schnitt bisher mit Werten in der oberen Hälfte der Spannen.

Im vergangenen Jahr ging der Umsatz auf vergleichbarer Basis um 3,4 Prozent auf 23,5 Milliarden Euro zurück. Beim operativen Ergebnis (ber. Ebit) konnte Schaeffler dagegen auch dank des Sparkurses um 11,1 Prozent auf 936 Millionen Euro zulegen, die Marge zog um einen halben Prozentpunkt auf 4,0 Prozent an.

Unter dem Strich sorgten 2025 hohe Sonderbelastungen aus dem Konzernumbau mit Stellenstreichungen und aus der Umstellung von Softwaresystemen erneut für rote Zahlen, der Konzernverlust belief sich auf 424 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor hatte Schaeffler unter anderem auch wegen Sonderkosten für die Übernahme von Vitesco noch einen höheren Verlust von 632 Millionen Euro ausgewiesen. Die Dividende für 2025 soll trotz des Nettoverlusts dank eines verbesserten Finanzmittelzuflusses um 5 Cent auf 0,30 Euro steigen.

Vom im November 2024 angekündigten Stellenabbau von 4.700 Jobs sei inzwischen knapp die Hälfte erledigt, sagte Rosenfeld auf der Pressekonferenz. In diesem Jahr soll noch der Abbau von rund 1.800 Jobs erfolgen, etwas weniger als 2025.

Den sogenannten Free Cashflow vor Zahlungen für Zu- und Verkäufe von Unternehmensteilen steigerte Schaeffler im Berichtszeitraum deutlich. 2025 flossen dem Unternehmen 266 Millionen Euro zu und damit noch einmal etwas mehr, als im zuletzt schon erhöhten Prognoseband vorgesehen war. Ein Jahr zuvor hatte die Kassenbilanz einen Abfluss von 694 Millionen Euro ausgewiesen. Schaeffler trat vor allem bei den Investitionen auf die Bremse und gab rund eine halbe Milliarde Euro weniger dafür aus.

Das Unternehmen setzt im Automobilbereich verstärkt auf Elektroantriebe und hatte sich dafür auch den Zukauf Vitesco geleistet. Allerdings hat sich das Umfeld auch für Elektroautos eingetrübt: In den USA hatten die großen Autobauer Ford , General Motors und Stellantis schwerwiegende Milliardenabschreibungen auf ihre Elektroautoprogramme vorgenommen.

US-Präsident Donald Trump hatte Subventionen gestrichen und Abgasregeln geändert. In der Folge war die Nachfrage nach E-Autos in den USA eingebrochen. Schaeffler habe einige Aufträge in dem Geschäft in den USA deswegen "bereinigt", sagte Rosenfeld.

Der Manager hatte zuletzt mit Blick auf die kommenden Jahre angekündigt, die Abhängigkeit vom Zuliefergeschäft für die Automobilindustrie nach und nach zu senken. Rüstung und humanoide Roboter sollen neue Chancen eröffnen. Das Unternehmen erhofft sich bis 2035 einen Umsatzanteil von zehn Prozent durch solche Zukunftsfelder. Vielleicht könne man das auch schon etwas früher erreichen, zeigte sich Rosenfeld zuversichtlich. Allerdings stecken die Geschäfte noch in den Kinderschuhen.

Bereits in Kürze soll ein Zulieferauftrag für den Drohnenhersteller Helsing unter Dach und Fach gebracht werden. Schaeffler will Elektromotoren für Kampfdrohnen beisteuern. Zudem wird spekuliert, dass die Franken als Zulieferer auch beim Elektroautobauer Tesla von Elon Musk mit im Boot sind, der das Geschäft mit humanoiden Robotern in großem Stil ausbauen will.

Von dem Kriegsausbruch im Nahen Osten sei Schaeffler direkt zunächst kaum betroffen, sagte Rosenfeld. In den Lieferketten sehe das Unternehmen derzeit auch noch keine echte Belastung. Es könne aber sein, dass sich Lieferungen verzögerten und teurer würden./men/dm/tav/mis

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