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Spritpreise steigen wieder - Wird der Rabatt weitergegeben? 04.05.2026, 14:59 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

(Aktualisierung: Der Text wurde um eine Stellungnahme des Wirtschaftsverbands Fuels und Energie ergänzt.)

MÜNCHEN/BONN/BERLIN (dpa-AFX) - Die Spritpreise enttäuschen derzeit viele Autofahrer, die sich durch den Tankrabatt eine stärkere Entlastung erwartet hatten. Nach einem deutlichen Rückgang am ersten Tag der Steuersenkung geht es an den Zapfsäulen tendenziell wieder bergauf, wie Zahlen des ADAC und des Bundeskartellamts zeigen. Bereits am Sonntag waren Superbenzin und Diesel pro Liter demnach im bundesweiten Tagesdurchschnitt nur noch zwischen 10 und 11 Cent billiger als am letzten Tag vor dem Start des Rabatts - also deutlich weniger als die 16,7 Cent pro Liter, um die die Steuern vorübergehend gesenkt wurden.

Der ADAC zieht aus den Zahlen den Schluss, dass die Energiesteuersenkung von knapp 17 Cent "noch immer nicht vollständig an die Verbraucher weitergegeben wurde". Eine Sprecherin kritisiert zudem, "dass die Mineralölkonzerne erneut Preise anheben, ohne dass dies durch einen steigenden Rohölpreis gerechtfertigt wäre".

Vom Verbraucherzentrale Bundesverband hieß es: "Die Befürchtungen bewahrheiten sich: Der Tankrabatt kommt nicht vollständig bei Verbraucherinnen und Verbrauchern an. Statt Entlastung für Autofahrende droht erneut ein Konzernrabatt." Und SPD-Fraktionschef Matthias Miersch sagte in der Sendung "Frühstart" von RTL/ntv: "Das kann man sich nicht gefallen lassen." Eventuell müsse bei den Maßnahmen auch nachgeschärft werden.

Wirtschaftsverband Fuels und Energie: "Der Tankrabatt wirkt"

Auch ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums betonte: "Es ist unsere klare Erwartung, dass die Mineralölkonzerne diese Steuersenkung weitergeben." Dies müsse nun beobachtet werden.

Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie interpretiert die Zahlen anders: "Gemessen an den Tankstellenpreisen am 30. April wird der Tankrabatt von den Markentankstellen voll weitergegeben. Ohne die Steuersenkung wären die Preise rund 17 Cent je Liter höher." Seit vergangener Woche seien die Produktpreise für Benzin und Diesel am Weltmarkt und damit die Einkaufspreise stark gestiegen. "Der Tankrabatt wirkt und schützt die Kunden in dieser Situation vor noch höheren Preisen."

Preise stiegen über das Wochenende

Am 30. April hatte Super E10 laut ADAC im bundesweiten Tagesdurchschnitt 2,126 Euro pro Liter gekostet, Diesel 2,215 Euro. Am Freitag ging es dann zwar deutlich auf 1,989 und 2,079 Euro nach unten. Bis zum Sonntag verteuerte sich E10 aber wieder um 2,8 Cent auf 2,017 Euro, Diesel um 2,5 Cent auf 2,104 Euro.

Das Bundeskartellamt kommt in einer Auswertung zu annähernd gleichen Zahlen - die Unterschiede bewegen sich im Zehntel-Cent-Bereich. Der Präsident der Behörde, Andreas Mundt, betont: "Die Steuersenkung soll Verbraucherinnen, Verbraucher und die Wirtschaft in einer schwierigen Phase entlasten. Die Mineralölkonzerne sind allenfalls Treuhänder dieser Entlastung, sie ist nicht für sie bestimmt. Sie muss bei den Kunden ankommen."

Kartellamtspräsident rät zum Preisvergleich per App

Eine explizite Aussage darüber, ob dies im Moment der Fall ist, traf Mundt nicht, rät Autofahrern aber: "Der App-Vergleich ist momentan wichtiger denn je, weil Preiskurven vieler Tankstellen beziehungsweise Marken stärker variieren als sonst."

Seit Einführung der 12-Uhr-Regel springen die Preise um die Mittagszeit meist um mehr als 10 Cent nach oben, sinken dann aber am Nachmittag und noch einmal am Vormittag des nächsten Tages, bis der nächste Mittagssprung folgt.

Dieser Kurve folgend fiel Super E10 am Montagvormittag auch im bundesweiten Durchschnitt vorübergehend wieder unter 2 Euro. Das Bundeskartellamt meldete für 10.14 Uhr einen Wert von 1,99 Euro pro Liter. Laut ADAC ging es bis kurz vor dem Preissprung am Mittag sogar bis auf 1,981 Euro nach unten, dann aber schlagartig auf 2,099 Euro nach oben. Diesel kostete um 11.45 Uhr im Schnitt 2,063 Euro, nach dem Mittagssprung 2,193 Euro pro Liter.

Tankstellenverband bft: Rabatt wirkt zeitverzögert

Der Tankstellenverband bft erklärte, dass die Preise schwankten, sei "ein übliches Marktphänomen". Zudem wirke der Rabatt zeitverzögert, weil der Steuernachlass nur auf ab dem 1. Mai an die Tankstellen gelieferten Sprit gilt. "Eine sofortige und vollständige Weitergabe ist daher weder wirtschaftlich darstellbar noch regulatorisch vorgeschrieben", heißt es vom Verband.

Laut bft wurde am 1. Mai "außergewöhnlich viel getankt". Durch die hohe Nachfrage sei es "stellenweise zu kurzfristigen Engpässen und leeren Tanks" gekommen - allerdings meist nur für wenige Stunden.

April war teuerster Tankmonat

Unterdessen hat sich bestätigt, dass der April der teuerste Tankmonat aller Zeiten war. Nach Berechnungen der Deutschen Presse-Agentur auf Basis von Daten des ADAC kostete ein Liter E10 im bundesweiten Monatsschnitt 2,11 Euro, ein Liter Diesel 2,27 Euro. Inflationsbereinigt wären dies allerdings keine Rekordwerte.

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