ROUNDUP 2

Trump und Iran kündigen Ausweitung gegenseitiger Angriffe an 02.03.2026, 21:25 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

(neu: mehr Details und Hintergrund)

TEHERAN/TEL AVIV/WASHINGTON (dpa-AFX) - Drei Tage nach Beginn der massiven israelisch-amerikanischen Angriffe auf den Iran hat US-Präsident Donald Trump eine weitere Verstärkung der Attacken angekündigt. "Wir haben noch nicht einmal angefangen, hart zuzuschlagen", sagte er dem Sender CNN. "Die große Welle kommt bald."

Er gehe von etwa vier bis fünf Wochen Krieg aus, fügte Trump hinzu. Notfalls könne es aber auch länger dauern. Trump bekräftigte, die Operation werde mit "unerbittlicher Entschlossenheit" fortgesetzt. Der Iran wäre nach seinen Worten schon bald in der Lage gewesen, mit seinen Raketen auch US-Territorium zu treffen.

Auch Iran kündigt Ausweitung seiner Angriffe an

Die iranischen Revolutionsgarden feuerten nach eigenen Angaben seit Kriegsbeginn Hunderte ballistische Raketen und mehr als 700 Drohnen auf Ziele in Israel sowie auf US-Militärstützpunkte in der Golfregion ab. Als Beispiele nannte ein Militärsprecher Geheimdienstzentren, Kommunikationszentralen und Waffendepots. Unabhängig überprüfen ließen sich die Angaben zunächst nicht. Der Sprecher kündigte an, die Angriffe weiter auszuweiten.

USA nennen drei Kriegsziele

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth trat Befürchtungen entgegen, es könne ein langer Krieg wie im Irak werden. "Dies ist kein endloser Krieg", sagte Hegseth. Die USA gehen ihm zufolge mit einem klaren Fokus in den Krieg: "Die Raketenbedrohung zerstören, die Marine zerstören, keine Atomwaffen." Ob für die Zerstörung der Atomanlagen auch Bodentruppen eingesetzt werden sollen, blieb unklar. Ausdrücklich ausschließen wollte Trump das nicht.

Unterdessen wächst die Sorge vor einem Flächenbrand im Nahen Osten und erheblichen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft durch steigende Energiepreise. Die USA und Israel greifen weiter Ziele im Iran an, Teheran antwortet mit Gegenschlägen auf Israel und andere Länder.

Inzwischen hat der Krieg nicht nur die Golfstaaten, sondern auch den Libanon erfasst. Nachdem Israel von dort aus mit Raketen beschossen worden war, wurden bei israelischen Gegengriffen auf die Hisbollah-Miliz nach Angaben der Regierung in Beirut 52 Menschen getötet und 154 verletzt.

Libanon verbietet Hisbollah militärische Aktivitäten

Angesichts der Eskalation erklärte die libanesische Regierung alle militärischen Aktivitäten der vom Iran unterstützten Miliz für illegal. Damit verändert sich der Status der Gruppe von einer teilweise geduldeten Widerstandsbewegung zu einer verbotenen Organisation. Die Hisbollah ist der wichtigste nicht-staatliche Verbündete für den Iran und gilt als verlängerter Arm Teherans, insbesondere im Kampf gegen den gemeinsamen Erzfeind Israel.

Trump spricht von mehreren Wochen Krieg

Trump sagte, die Attacken liefen bislang sehr gut. "Wir prügeln sie windelweich." Bislang hätten die USA 49 iranische Anführer ausgeschaltet. Den Iranern warf er vor, bei den Verhandlungen über das iranische Atomprogramm immer wieder Rückzieher gemacht zu haben. "Mit solchen Leuten kann man keine Geschäfte machen", sagte er. Das frühere Atomabkommen mit dem Iran von 2015 bezeichnete Trump als "schreckliches, gefährliches Dokument", das Teheran einen legalen Weg zur Atombombe ermöglicht hätte. Trump hatte die Vereinbarung 2018 aufgekündigt.

Aus Sicht der UN-Atomwächter hat es jedoch keine Anzeichen für ein Kernwaffen-Projekt im Iran gegeben. "Wir sehen kein strukturiertes Programm zur Herstellung von Atomwaffen", sagte der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, in Wien.

Hegseth kritisiert Verbündete: Zögern und Zaudern

Minister Hegseth kritisierte frühere Partner der USA scharf. "Fähige Partner, wie wir von Anfang an gesagt haben, fähige Partner sind gute Partner", sagte mit Blick auf Israel. Im Gegensatz dazu stehen ihm zufolge die "traditionellen Verbündeten", die sich empört geben und "beim Einsatz von Gewalt nur zögern und zaudern".

Zahlreiche Todesopfer und neue Angriffswelle

In dem am Samstag begonnenen Krieg sind bereits zahlreiche Menschen getötet worden. Im Iran gab es nach Angaben des Roten Halbmonds mindestens 555 Tote. In Israel wurden zehn Menschen durch iranische Raketenangriffe getötet, Dutzende weitere verletzt. Das US-Militär teilte mit, vier US-Soldaten seien getötet worden.

Israel und die USA griffen Hunderte Ziele im Iran an. Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei wurde am Samstag getötet. Am Montag seien vor allem Hauptquartiere, Basen und regionale Kommandozentren der inneren Sicherheitsorgane des "iranischen Terrorregimes" angegriffen worden, teilte die israelische Armee mit.

Golfstaaten unter Beschuss - Kampfjets abgeschossen

Die kuwaitische Luftverteidigung schoss versehentlich mehrere US-Kampfjets ab, wie das zuständige Regionalkommando des US-Militärs (Centcom) mitteilte. Die Besatzungen hätten überlebt. Katar schoss nach eigenen Angaben zwei iranische Kampfflugzeuge ab, Kuwait meldete den Tod eines seiner Soldaten. Frankreich sagte den Golfstaaten Unterstützung zu. Man sei bereit, sich an ihrer Verteidigung zu beteiligen, sagte Außenminister Jean-Noël Barrot in Paris.

Drohenalarm auf EU-Inselstaat Zypern

Auch auf dem EU-Inselstaat Zypern kam es in der Nacht zum Montag zu einem Drohnenangriff auf den britischen Stützpunkt Akrotiri in der Nähe der Hafenstadt Limassol. Die Drohne war vom Typ "Shahed", wie der zyprische Präsident Nikos Christodoulidis mitteilte. Diese Drohnen werden hauptsächlich im Iran produziert. Später wehrte der Stützpunkt zwei weitere unbemannte Flugobjekte ab.

Zehntausende Reisende gestrandet

Wegen des Krieges sitzen auch Zehntausende Reisende fest, die im Nahen Osten Urlaub machen oder einen der dortigen Flughäfen als Drehkreuz nutzen wollten. Nach Angaben des Deutschen Reiseverbands (DRV) sind allein rund 30.000 Kunden deutscher Veranstalter betroffen. Für einen Teil der gestrandeten deutschen Urlauber gab es Hoffnung auf eine baldige Rückkehr in die Heimat: Das Auswärtige Amt bereitet die Rückholung von Kranken, Kindern und Schwangeren aus der Konfliktregion vor./arb/DP/jha

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