ROUNDUP 2/Wechselkurse und Zoll-Unsicherheit

Merck rudert mit Prognose zurück 15.05.2025, 12:32 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Werte zum Artikel
Name Aktuell Diff. Börse
Merck 118,35 EUR +2,85 % Lang & Schwarz

(neu: Aussagen aus der Pressekonferenz, mehr Hintergrund, Kurs)

DARMSTADT (dpa-AFX) - Der Pharma- und Technologiekonzern Merck KGaA hat im ersten Quartal mehr umgesetzt und verdient, senkt aber seine Prognose für das laufende Jahr. Das Dax -Unternehmen verwies in einer Mitteilung vom Donnerstag zur Begründung auf das wirtschaftliche und geopolitische Umfeld, starke Wechselkursschwankungen etwa beim US-Dollar sowie die "gegenwärtigen Unsicherheiten mit Blick auf Zölle", die insbesondere das Geschäft mit Laborausrüstung träfen. Die Aktie knickte ein.

Das Papier rutschte als einer der größten Dax-Verlierer im frühen Handel auf das niedrigste Niveau seit Ende April; gegen Mittag stand noch ein Abschlag von mehr als fünf Prozent zu Buche. Damit wurde die jüngste Erholung abrupt unterbrochen, nachdem die Aktie Anfang April auf ein Tief seit August 2020 gefallen war. Dies war auch der allgemeinen Marktschwäche geschuldet gewesen, die infolge der damals von US-Präsident Donald Trump verkündeten umfangreichen Zölle die Kurse hatte purzeln lassen. Inzwischen haben die USA aber einige der ursprünglich verkündeten Zölle wieder gesenkt oder Moratorien eingerichtet.

Die Prognosesenkung bei Merck ist aber zu 80 Prozent den Wechselkursen geschuldet, wie Finanzchefin Helene von Roeder auf einer Pressekonferenz erläuterte. Merck macht gut ein Viertel seines Umsatzes in Nordamerika und spürt den schwächeren Dollar, der wiederum wegen der Unsicherheit um die erratische Zollpolitik von US-Präsident Trump zum Euro stark nachgegeben hat. So bleibt bei der Umrechnung von Dollar zu Euro weniger übrig.

Zugleich wirken sich aber auch die Zölle auf Merck aus, obwohl der Konzern zunehmend auf lokale Produktion und Lieferketten setzt. Vergleichsweise globaler aufgestellt ist die größte Konzernsparte, das Laborgeschäft, weshalb Merck dort die höheren Zollabgaben vorrangig zu spüren bekommt. Teils betroffen sind etwa Produkte wie Einwegbehälter für Arzneiherstellung oder Geräte für die Wasseraufbereitung. Der Konzern hatte jüngst die höheren Zölle durch eigene Aufschläge an Kunden in China und den USA weitergegeben, in der Volksrepublik wurden diese aber zuletzt bereits wieder aufgehoben.

Seine Androhungen, auch Zölle für in die USA importierte Medikamente zu erheben, hat Trump bislang nicht wahrgemacht. Auch der jüngste Vorstoß des US-Präsidenten, die US-Medikamentenpreise drastisch zu senken, dürfte keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Darmstädter haben, sagte die Merck-Finanzchefin weiter. "Wir werden die Entwicklung des Programms und der damit verbundenen Richtlinien aber aufmerksam beobachten."

Für das laufende Jahr rechnet der Dax-Konzern mit einem Umsatz von 20,9 bis 22,4 Milliarden Euro, zuvor waren 21,5 bis 22,9 Milliarden angepeilt. Auch der operative Gewinn soll mit 5,8 bis 6,4 Milliarden Euro nun etwas niedriger ausfallen als ursprünglich geplant. Einzig in der Pharmasparte traut sich Merck sogar etwas mehr Umsatz- und Ergebniswachstum aus eigener Kraft zu als zuvor.

Auch bleibt der Vorstand zuversichtlich. "Wir sehen uns weiterhin gut aufgestellt, um nachhaltiges Wachstum für 2025 und darüber hinaus zu erzielen", sagte Vorstandschefin Belén Garijo. Mit der jüngst verkündeten Milliarden-Übernahme des US-Krebsspezialisten Springworks Therapeutics, mit der Merck trotz der Zölle von Präsident Trump in den Pharmamarkt USA investiert, stärke das Unternehmen seine Position.

Im ersten Quartal erholte sich Merck weiter von Rückschlägen nach dem Corona-Boom, in dem das Unternehmen von einer starken Nachfrage von Impfstoffherstellern profitiert hatte. Der Umsatz kletterte im Jahresvergleich um rund drei Prozent auf 5,28 Milliarden Euro, wobei Merck gerade im Laborbereich von einer Erholung im Geschäft rund um die Arzneimittelherstellung profitierte. Aber auch Halbleitermaterialien rund um KI-Anwendungen waren gefragt. In der Pharmasparte trieben vor allem Medikamente für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Stoffwechselstörungen das Wachstum an. Laut Analysten waren die Quartalszahlen weitestgehend im Rahmen der Erwartungen ausgefallen.

Das operative Ergebnis (bereinigtes Ebitda) stieg um knapp sechs Prozent auf 1,54 Milliarden Euro - mehr, als Analysten erwartet hatten. Unterm Strich verdiente Merck 738 Millionen Euro, ein Jahr zuvor waren es 699 Millionen./tav/als/nas/jha/

Kommentare (0) ... diskutiere mit.
Werbung

Handeln Sie Aktien bei SMARTBROKER+ für 0 Euro!* Profitieren Sie von kostenloser Depotführung, Zugriff auf 29 deutsche und internationale Börsenplätze und unschlagbar günstigen Konditionen – alles in einer innovativen, brandneuen App. Jetzt zu SMARTBROKER+ wechseln und durchstarten!

*Ab 500 EUR Ordervolumen über gettex. Zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen.

k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
Werbung
Weiter aufwärts?
Kurzfristig positionieren
Ask: 0,55
Hebel: 21
mit starkem Hebel
Ask: 1,76
Hebel: 6
mit moderatem Hebel
Smartbroker
UBS
Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie hier: WA3HAT UP20A2. Beachten Sie auch die weiteren Hinweise zu dieser Werbung. Der Emittent ist berechtigt, Wertpapiere mit open end-Laufzeit zu kündigen.
Weitere News

Gestern 22:21 Uhr • Artikel • dpa-AFX

Gestern 22:08 Uhr • Artikel • dpa-AFX

Gestern 22:05 Uhr • Artikel • dpa-AFX

Gestern 21:55 Uhr • Artikel • dpa-AFX

Gestern 21:42 Uhr • Artikel • dpa-AFX

Schreib den ersten Kommentar!

Dis­clai­mer: Die hier an­ge­bo­te­nen Bei­trä­ge die­nen aus­schließ­lich der In­for­ma­t­ion und stel­len kei­ne Kauf- bzw. Ver­kaufs­em­pfeh­lung­en dar. Sie sind we­der ex­pli­zit noch im­pli­zit als Zu­sich­er­ung ei­ner be­stim­mt­en Kurs­ent­wick­lung der ge­nan­nt­en Fi­nanz­in­stru­men­te oder als Handl­ungs­auf­for­der­ung zu ver­steh­en. Der Er­werb von Wert­pa­pier­en birgt Ri­si­ken, die zum To­tal­ver­lust des ein­ge­setz­ten Ka­pi­tals füh­ren kön­nen. Die In­for­ma­tion­en er­setz­en kei­ne, auf die in­di­vi­du­el­len Be­dür­fnis­se aus­ge­rich­te­te, fach­kun­di­ge An­la­ge­be­ra­tung. Ei­ne Haf­tung oder Ga­ran­tie für die Ak­tu­ali­tät, Rich­tig­keit, An­ge­mes­sen­heit und Vol­lständ­ig­keit der zur Ver­fü­gung ge­stel­lt­en In­for­ma­tion­en so­wie für Ver­mö­gens­schä­den wird we­der aus­drück­lich noch stil­lschwei­gend über­nom­men. Die Mar­kets In­side Me­dia GmbH hat auf die ver­öf­fent­lich­ten In­hal­te kei­ner­lei Ein­fluss und vor Ver­öf­fent­lich­ung der Bei­trä­ge kei­ne Ken­nt­nis über In­halt und Ge­gen­stand die­ser. Die Ver­öf­fent­lich­ung der na­ment­lich ge­kenn­zeich­net­en Bei­trä­ge er­folgt ei­gen­ver­ant­wort­lich durch Au­tor­en wie z.B. Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­richt­en­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men. In­fol­ge­des­sen kön­nen die In­hal­te der Bei­trä­ge auch nicht von An­la­ge­in­te­res­sen der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und/oder sei­nen Mit­ar­bei­tern oder Or­ga­nen be­stim­mt sein. Die Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­rich­ten­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men ge­hör­en nicht der Re­dak­tion der Mar­kets In­side Me­dia GmbH an. Ihre Mei­nung­en spie­geln nicht not­wen­di­ger­wei­se die Mei­nung­en und Auf­fas­sung­en der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und de­ren Mit­ar­bei­ter wie­der. Aus­führ­lich­er Dis­clai­mer