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BMW bleibt bei Ausblick vorsichtig - Aktie legt doch noch zu 12.03.2026, 17:28 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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BMW 80,93 EUR -1,63 % Lang & Schwarz

(neu: Kurse, Aussagen Management und Analysten.)

(Aktienkurs aktualisiert)

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der Autobauer BMW hat im vergangenen Jahr erneut den schwachen Markt in China zu spüren bekommen und setzt sich auch für 2026 verhaltene Ziele. Allerdings geht das Management davon aus, dass sich die Situation rund um Zölle im transatlantischen Handel ab dem zweiten Halbjahr etwas entspannt. Die Nachfrage nach Autos soll jedenfalls stabil bleiben. Trotz eines leichten Gewinnrückgangs soll die im vergangenen Jahr deutlich gestutzte Dividende wieder etwas erhöht werden. Der Aktienkurs fiel am Donnerstag zunächst, drehte dann aber ins Plus.

Das Papier stieg kurs vor dem Handelsende in einem etwas nachgebenden Dax um gut ein Prozent auf 81,74 Euro. Der Kursrückgang im laufenden Jahr verringerte sich damit auf zwölf Prozent. Die Autosparte habe enttäuscht, doch die Ausschüttung an die Aktionäre sei stark, schrieb Goldman-Sachs-Analyst Christian Frenes. Jefferies-Experte Philippe Houchois sah das jüngste Abschneiden ähnlich und wähnte auch die Aussicht auf die freien Finanzmittel im neuen Jahr etwas schwach.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) fiel 2025 um 11,5 Prozent auf 10,19 Milliarden Euro, wie der Dax -Konzern am Donnerstag in München mitteilte. In der wichtigen Autosparte lag die operative Ergebnismarge (Ebit) bei 5,3 Prozent, ein Rückgang um einen Prozentpunkt. Im vierten Quartal schnitten die Bayern hier etwas schwächer ab als von Fachleuten gedacht.

Prognose verhalten

Im neuen Jahr soll die viel beachtete Kennziffer in der Spanne von 4 bis 6 Prozent landen. Dabei werden die erhöhten Zölle laut dem Unternehmen rund 1,25 Prozentpunkte Marge kosten - vergangenes Jahr waren es rund 1,5 Prozentpunkte. Experten lagen mit ihren Schätzungen für 2026 bisher fast am oberen Ende der Prognosebandbreite. Der Vorsteuergewinn dürfte dieses Jahr moderat sinken. Dazu tragen auch Währungseffekte und teurere Rohstoffe bei.

Finanzchef Walter Mertl rechnet in der zweiten Jahreshälfte mit Erleichterungen rund um die Zölle im transatlantischen Handel, wie er in einer Pressekonferenz sagte. So dürften die Einfuhrzölle der EU auf US-produzierte Autos wie geplant auf Null sinken und es auch im nordamerikanischen Handel zwischen den USA, Mexiko und Kanada Erleichterungen geben.

Der für die Anleger wichtige Free Cashflow in der Autosparte soll 2026 wieder mehr als 4,5 Milliarden Euro betragen. Er gibt Auskunft über die aktuelle Finanzkraft. 2025 war er von 4,9 Milliarden auf 3,2 Milliarden gesunken.

Unter dem Strich ging der Gewinn 2025 um 3 Prozent auf 7,45 Milliarden Euro zurück, der Umsatz sank um 6,3 Prozent auf rund 133,5 Milliarden Euro. Die Dividende soll überraschend um 10 Cent auf 4,40 Euro je im Dax notierter Stammaktie steigen. Hauptprofiteure sind die Erben der Eignerfamilie Quandt, Stefan Quandt und seine Schwester Susanne Klatten.

Stabiler als die Konkurrenz

BMW kommt bisher vergleichsweise gut durch die allgemeine Krise der deutschen Autoindustrie. Zwar ist es bereits der dritte Gewinnrückgang auf Jahressicht, doch die beiden deutschen Konkurrenten Mercedes und Volkswagen haben ihre Gewinne vergangenes Jahr jeweils fast halbiert. Im Vergleich dazu ist der Rückgang bei den Münchnern geradezu harmlos - allerdings hatten Probleme in China und mit zugelieferten Bremsen bereits im Vorjahr stark ins Kontor geschlagen.

Bisher keine Stellenstreichungen

Und während die anderen deutschen Autobauer Jobs abbauen, ist BMW bisher ohne Stellenstreichungsprogramme durch die Krise gekommen.

Ein klarer Pluspunkt der Münchner dürfte dabei sein, dass sie dank eines eigenen großen Werks in den USA von den dortigen Zöllen zumindest teilweise verschont werden. Knapp 413.000 Autos wurden dort vergangenes Jahr gebaut, mehr als die Hälfte davon blieb in den USA. Das bedeutet, dass BMW weniger als die Hälfte der in den USA verkauften Autos importieren musste.

Zudem profitieren sie davon, dass sie ihre Werke so gestaltet haben, dass auf einem Band Elektroautos, Hybride und Verbrenner entstehen können. Das hilft, die Unsicherheiten beim Hochlauf der Elektromobilität abzufedern. BMW-Chef Oliver Zipse betonte: "Wir haben uns in den letzten Jahren strategisch richtig aufgestellt. Davon profitieren wir heute: Wir müssen in einem herausfordernden Umfeld nicht umsteuern, sondern können unseren Kurs halten und unsere Strategie weiter konsequent umsetzen."

Zipses letzte Zahlen

Die Jahresbilanz ist die letzte mit Zipse als Chef. Am 14. Mai übernimmt sein designierter Nachfolger Milan Nedeljkovic. Bislang ist er Produktionsvorstand, ein Amt, das auch Zipse vor seinem Aufstieg an die Unternehmensspitze bekleidet hatte.

Nedeljkovic ist also schon seit Längerem mit Zipses wichtigstem Projekt befasst, das in den kommenden Jahren über Wohl und Wehe von BMW mitbestimmen wird. Die Neue Klasse, deren erster Vertreter iX3 vergangenes Jahr vorgestellt wurde, steht seit wenigen Tagen bei den Händlern.

Bisher ist sie stark gestartet. Angesichts hoher Bestellungen hat BMW bereits im Januar eine zusätzliche Schicht in der Produktion eingeführt. In Kürze planen die Münchner zudem das nächste Auto der Neuen Klasse vorzustellen: Mit dem i3 - also dem elektrischen Gegenstück zum 3er - in einem für die Münchner stückzahlstarken Segment./men/ruc/err/nas/mis

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