PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Unmittelbar vor der US-Zinsentscheidung sind die Anleger an den Börsen Europas am Mittwoch vorsichtig optimistisch geblieben. Nach einem verhaltenen Handelsstart legten die wichtigsten Indizes moderat zu. Am Markt wird inzwischen großteils erwartet, dass die US-Notenbank Fed nur eine kleine Zinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte vornimmt. Spannender dürfte daher sein, was sie mit Blick auf künftige weitere Zinsschritte signalisiert. Die Fed müsse "den Spagat zwischen dem Kampf gegen die Inflation auf der einen und einer plötzlichen Bankenkrise auf der anderen Seite schaffen", erklärte Marktanalyst Konstantin Oldenburger von CMC Markets.

Der EuroStoxx 50 , der Leitindex der Euroregion, ging mit einem Plus von 0,34 Prozent auf 4195,70 Punkte aus dem Tag. Auf Länderebene stieg der französische Cac 40 um 0,26 Prozent auf 7131,12 Punkte und der britische FTSE 100 ("Footsie") legte um 0,41 Prozent auf 7566,84 Zähler zu. Dass die Verbraucherpreise im Vereinigten Königreich im Februar stiegen statt wie erwartet zurückgingen, belastete nur vorübergehend die Stimmung.

Eineinhalb Stunden nach dem Börsenschluss in Europa wird sich die Fed zu ihrem weiteren geldpolitischen Kurs äußern. "Meines Erinnerns nach gingen die Erwartungen vor einer Zinssitzung der Fed noch nie so weit auseinander, von 0 über 0,25 bis 0,50 Prozentpunkte", sagte Volkswirtin Antje Praefcke von der Commerzbank.

Unter den Branchen Europas zeigte sich vor allem der Immobiliensektor sehr schwach und markierte ein neues Tief seit Oktober 2022. Morgan-Stanley-Analyst Bart Gysens äußerte sich generell vorsichtig und verwies etwa auf erzielbare Renditen, gefährdete Mieteinnahmen und häufig zu hohe Schulden von Immobilienkonzernen. Die Gefahr von Kapitalerhöhungen steige, schrieb er.

Im EuroStoxx büßten Vonovia 4,6 Prozent ein und im Cac 40 gaben Unibail-Rodamco-Westfield 7,5 Prozent ab. Im "Footsie" büßten Land Securities 3,8 Prozent und British Land 6,0 Prozent ein.

Bankenwerte gaben im Handelsverlauf ihre frühen Gewinne wieder ab. Die Vorsicht obsiegte auch dort. Für die Aktien der Unicredit etwa ging es um 1,3 Prozent abwärts, ING verloren 0,6 Prozent. In Zürich waren die Aktien der Credit Suisse Schlusslicht im SMI mit 6,0 Prozent Minus, gefolgt von denen der Konkurrentin UBS , die um 3,7 Prozent nachgaben. Am Wochenende war die Notübernahme der schwer angeschlagenen Credit Suisse durch die UBS bekannt gegeben worden.

Außerhalb des "Footsie" ging es für die Anteile von Marks & Spencer um 4,5 Prozent nach oben. Gleich drei Hochstufungen gaben Auftrieb. So hoben Goldman Sachs und Exane BNP Paribas die Aktie des britischen Einzelhändlers auf "Neutral", während die Citigroup das Papier nun zum Kauf empfiehlt. Citigroup-Analyst Nick Coulter begründete sein neues Urteil mit den gesamtwirtschaftlichen Aussichten, die zwar immer noch gedämpft seien, "aber besser als unsere früheren Erwartungen"./ck/stw