ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung

Dax zollt Rekordlauf weiter Tribut 08.07.2026, 09:53 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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Name Aktuell Diff. Börse
MDAX 31.644,42 PKT -2,87 % Ariva Indikation
DAX 24.893,96 PKT -2,18 % Ariva Indikation

Am deutschen Aktienmarkt trübt sich die Stimmung nach dem Rekordlauf des Dax DE0008469008 weiter ein. Im frühen Handel am Mittwoch ging es für den deutschen Leitindex um 1,0 Prozent auf 25.202 Punkte abwärts. Der MDax DE0008467416, der Index der mittelgroßen Werte, büßte 1,4 Prozent auf 32.180 Zähler ein.

Nach wie vor belasten Gewinnmitnahmen bei KI-Aktien, wie sie an Asiens Börsen erneut zu beobachten sind. Obendrein scheint die Entspannung in Iran-Krieg vorerst ein Ende gefunden haben. Darauf deuten die steigenden Ölpreise hin. Nach jüngsten Attacken des Iran in der Straße von Hormus, griff das US-Militär Ziele im Iran an. Zudem wurden die Sanktionen gegen iranisches Öl wieder in Kraft gesetzt. Das nährt Inflations- und Konjunktursorgen.

Noch am Montag hatte der Dax mit einem Test der 25.900-Punkte-Marke seinen dreitägigen Rekordlauf gekrönt. Dann hatten Gewinnmitnahmen eingesetzt - insbesondere im KI-Bereich. Und die sind noch nicht abgehakt. So sackte der südkoreanische Kospi KRD020020008, zuletzt Sinnbild der KI-Rally, erneut kräftig ab und büßte zum Handelsschluss etwas mehr als 5 Prozent ein. Nun ist er wieder zurück auf dem tiefsten Stand seit Mitte Mai. Der US-Halbleiterindex SOX hatte am Vorabend seine Talfahrt wieder aufgenommen.

Marktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank sieht angesichts der erneuten gegenseitigen Angriffe in Nahost und des erneuten Embargos iranischer Ölexporte wieder Unsicherheit aufflammen. Das komme gerade zu einem Zeitpunkt, "als die Märkte die geopolitischen Risiken samt der dadurch begleiteten Inflationssorgen abhaken wollten", erklärte er. Zwar sieht er in den Ereignissen keine Abkehr vom Friedensprozess. "Sie sind aber eine Entwicklung in die falsche Richtung."

Außerdem wird Stanzl zufolge an der Börse die Sommerpause immer spürbarer. Es fehle mit Blick auf den recht dürftigen Terminkalender an triftigen Gründen, um bei Aktien zuzugreifen.

Wieder steigende Ölpreise wecken frische Inflationssorgen, und die wiederum wecken Sorgen vor steigenden Zinsen. Immobilienwerte hatten daher an diesem Morgen einen schweren Stand. Vonovia DE000A1ML7J1 sackten am Dax-Ende um 3,1 Prozent ab und im MDax verloren TAG Immobilien DE0008303504, LEG DE000LEG1110 oder auch Aroundtown LU1673108939 zwischen 3,1 und 4,2 Prozent.

Auch Talanx DE000TLX1005 zeigten sich im MDax mit minus 4,0 Prozent auf 111,20 Euro sehr schwach. Eine Aktienplatzierung durch den Anteilseigner Meiji Yasuda Life belastete. Dieser hatte seine 4,3 Millionen Aktien für 110,70 Euro bis Marktpreis, also dem Schlusskurs von 115,80 Euro angeboten, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf ihr vorliegende Dokumente am Vorabend berichtet hatte. Laut einem Händler betrug der Platzierungspreis am Ende 110,70 Euro je Aktie.

Gefragt waren unterdessen Aktien aus dem Energiesektor. Eon DE000ENAG999 und RWE DE0007037129 legten im Dax je 1,0 Prozent zu. Nordex DE000A0D6554 gewannen 1,7 Prozent im MDax und SMA Solar DE000A0DJ6J9 aus dem Kleinwerte-Index SDax DE0009653386 stiegen um 2,0 Prozent.

Grenke DE000A161N30 gaben dort um 1,5 Prozent nach. Die Ratingagentur S&P hatte zuvor den Ausblick für den Leasingspezialisten von "stable" auf "negative" gesenkt. Die Kreditwürdigkeit wurde zugleich mit "BBB" bestätigt.

Daimler Truck DE000DTR0CK8 hielten sich mit plus 0,1 Prozent im schwachen Gesamtmarkt stabil. Analyst Erwann Dargorne von der britischen Investmentbank Barclays hob das Kursziel für die Aktie des Lkw-Bauers auf 55 Euro an und stufte das Papier auf "Overweight" hoch. Die Lage in der Lkw-Branche bessere sich. Was Daimler Truck betrifft, betonte er die starke Stellung in Nordamerika, aber auch die Turnaround-Story in Europa und sieht immenses Nachholpotenzial für die Bewertung der Aktie.

Das Lufthansa DE0008232125-Papier büßte derweil 3,8 Prozent ein und litt unter einer Abstufung der Citigroup auf "Sell". Die Bewertung der Aktie der Fluggesellschaft sei eine Wette darauf, dass der temporäre Rückenwind weiter bläst. Dabei müssten die Anleger aber geringere Margen akzeptieren und Streikrisiken ausblenden, hieß es.

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