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ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss

Dax fällt wegen KI-Panik vom Rekord zurück 06.11.2026, 18:03 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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Der weltweite Ausverkauf im KI- und Halbleitersektor hat vor dem Wochenende auch die Anleger am deutschen Aktienmarkt in die Flucht geschlagen. Der Dax DE0008469008 büßte am Freitag ausgehend von seinem erst am Vortag mit 26.692 Punkten erreichten Rekord zeitweise über 1.000 Zähler ein. Letztlich sackte er um 1,92 Prozent auf 25.820,36 Punkte ab. Damit gab der Dax sein zwischenzeitliches Wochenplus komplett ab. Für den MDax DE0008467416 der mittelgroßen Unternehmen ging es am Freitag um 0,81 Prozent auf 30.642,23 Punkte bergab.

Die Euphorie nach den Zwischenwahlen in den Vereinigten Staaten verpuffte an den Börsen schnell. "Auf der einen Seite steht die Erleichterung über das eindeutige Ergebnis bei den US-Zwischenwahlen, auf der anderen Seite die Sorge, dass eine strengere KI-Regulierung für neue Wachstumsbremsen sorgt", fasste Chefmarktanalyst Timo Emden vom Broker CapTrader die Lage nach dem Wahlerfolg der Demokraten zusammen. Nun dominiere die Furcht, dass Washington in Zukunft den KI-Motor abwürgen und die regulatorischen Daumenschrauben stärker anziehen könnte.

In New York hatte der Technologie-Auswahlindex Nasdaq 100 US6311011026 daraufhin am Donnerstag den stärksten Tagesverlust seit dem Corona-Crash im März 2020 verzeichnet. Für den Halbleiterindex SOX ging es sogar um mehr als 12 Prozent abwärts. Auch für den marktbreiten S&P 500 US78378X1072 und den US-Leitindex Dow Jones Industrial US2605661048 war es ein schwarzer Tag. Am Freitag hellte sich das Bild aber etwas auf: Der Dow bewegte sich zum europäischen Handelsschluss kaum, der Nasdaq 100 erholte sich um zwei Prozent.

Ein überraschend robuster US-Jobbericht geriet vor dem Wochenende etwas in den Hintergrund. "Der Arbeitsmarkt ist stark, gleichzeitig wird die Inflationsrate im Oktober auf vier Prozent ansteigen", kommentierte Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank mit Blick auf die am kommenden Dienstag anstehenden Inflationsdaten aus den Vereinigten Staaten. Die US-Notenbank Fed werde den Leitzins daher im Dezember anheben müssen. Höhere Zinsen könnten insbesondere Technologie-Aktien zusätzlich belasten.

Darüber hinaus warten die Anleger gespannt auf Aussagen von US-Präsident Donald Trump, der bald über eine mögliche Wiederaufnahme des Iran-Kriegs entscheiden will. Mit der Hoffnung auf ein schnelleres Ende des Krieges waren die Ölpreise zeitweise deutlich zurückgegangen und gaben am Freitag erneut nach.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 fiel vor dem Wochenende um 0,98 Prozent auf 6.170,49 Punkte. Außerhalb des Euroraums gaben der Schweizer SMI CH0009980894 und der britische FTSE 100 GB0001383545 ähnlich stark nach.

Derweil ging die Berichtssaison hierzulande weiter. Quartalszahlen gab es am Freitag aus dem Dax von Daimler Truck DE000DTR0CK8. Die am Vortag starken Aktien des Lastwagenherstellers fielen um 3,4 Prozent. Der Auftragseingang im dritten Quartal sei wie erwartet schwach gewesen, hieß es von der Investmentbank Oddo BHF. Insgesamt sei das Quartal allerdings solide gelaufen.

Die Aktien von Hochtief DE0006070006 schnellten um 5,5 Prozent höher. Der spanische Baukonzern ACS ES0167050915 erwägt eine Komplettübernahme seiner deutschen Tochter oder eine Fusion beider Unternehmen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg kurz vor Handelsschluss unter Berufung auf Kreise. ACS hält derzeit gut 75 Prozent der Hochtief-Aktien.

Munich Re DE0008430026 und Hannover Rück DE0008402215 verbuchten Kursverluste von 4,3 beziehungsweise 4,4 Prozent. JPMorgan-Analyst Kamran Hossain hatte die Aktien der beiden Rückversicherer abgestuft und bremste deren jüngste Rally damit aus. Er erwartet im kommenden Jahr weiteren Preisdruck.

Rüstungswerte gaben weiter nach. Für die Papiere von Rheinmetall DE0007030009 hagelte es Kurszielsenkungen nach der jüngsten Gewinnwarnung. Die Aktie rutschte vorübergehend unter die 800-Euro-Marke und verlor letztlich 3,4 Prozent auf 812,70 Euro. Vor 13 Monaten hatten Rheinmetall-Aktien noch mehr als 2.000 Euro gekostet.

Der Auto- und Industriezulieferer Stabilus DE000STAB1L8 wird wegen gesenkter Erwartungen an das Geschäft in China und Nordamerika vorsichtiger. Für die Aktien ging es im Kleinwerte-Index SDax DE0009653386 um 12 Prozent bergab. Zuversichtlicher blickt dagegen der Nutzfahrzeug-Zulieferer Jost DE000JST4000 nach einem guten dritten Quartal auf das laufende Jahr. Die Titel gewannen 4,5 Prozent.

Für Freenet DE000A0Z2ZZ5 ging es um 0,4 Prozent nach oben. Der Mobilfunkanbieter lässt seine Aktionäre an dem durch den Verkauf von Ceconomy-Aktien DE0007257503 ausgelösten Geldsegen teilhaben und kauft eigene Aktien für bis zu 75 Millionen Euro zurück. Die so erworbenen Papiere sollen eingezogen werden, was den Gewinn je Anteilschein rechnerisch erhöht./niw/he

--- Von Nicklas Wolf, dpa-AFX ---

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