Anzeige
+++Analystenziel fast das Dreifache: Wer ist dieser Hidden Champion?+++
PortfolioPlus
Dein Depot in Echtzeit – Kurse, Renditeanalyse und Dividendenplaner an einem Ort.
Anzeige
ROUNDUP/Berater

Teurer Wohnraum bremst Wirtschaftswachstum 02.11.2026, 11:48 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Der Mangel an Wohnraum bremst nach Einschätzung des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundeswirtschaftsministerium das Wachstum in Deutschland. Das geht aus einem Gutachten von Ökonomen hervor, die das Ressort von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) beraten. "Hohe Wohnkosten belasten die Haushalte und erschweren den Wechsel an einen produktiveren Arbeitsplatz", heißt es. "Damit wird Wohnungsknappheit zu einem Hemmnis für die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands."

Wenn Menschen einen besser bezahlten Arbeitsplatz nicht annehmen könnten, weil sie vor Ort keine bezahlbare Wohnung finden, gingen Chancen für die gesamte Volkswirtschaft verloren, sagte Felix Bierbrauer, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats. "Mehr Wohnraum in Wachstumsregionen zu schaffen, ist deshalb eine zentrale Aufgabe der Wirtschaftspolitik."

Teures Wohnen: Umzüge lohnen sich für Beschäftigte nicht

Die Wanderung von Menschen in Deutschland orientiere sich immer weniger an regionalen Lohnvorteilen, so das Gutachten. Zugleich schlagen sich demnach Lohnzuwächse zunehmend in höheren Wohnungspreisen nieder. "Wer für einen Job umzieht, hat kaum mehr Geld in der Tasche", sagte Bierbrauer mit Blick auf steigende Neuvertragsmieten. Der Umzug von einer Niedrig- in eine Hochlohnregion verliere an Attraktivität.

Der Beirat schlägt unter anderem vor, Anreize für Kommunen zu erhöhen, mehr Bauland auszuweisen. Bisher gebe es Fehlanreize, weil die Kommunen dabei erhebliche Folgekosten wie zusätzliche Schulen, Kitas, Sporteinrichtungen und Verkehrsverbindungen trügen, während Bodenwertgewinne oft an private Eigentümer gingen. Um das zu ändern, will der Beirat Eigentümer und Bauherren stärker an den Kosten beteiligen in Form einer "erweiterten Infrastrukturkostenumlage" oder eines Planungswertausgleichs.

Neue Umlage auch für Eigentümer?

"Wer durch zusätzliches Baurecht einen höheren Grundstückswert erhält, sollte stärker zur Finanzierung der benötigten Infrastruktur beitragen - auch über das unmittelbare Entwicklungsgebiet hinaus", sagte Christian Bayer, federführender Autor des Gutachtens. Die Zugezogenen nutzten ja auch Infrastruktur mit: "Seien es Sportplätze, Schwimmbäder, Theater oder weiterführende Schulen."

Zudem sollten ältere Bebauungspläne zugunsten von Nachverdichtungen pauschal mehr Geschossfläche zulassen. Auch in bestehenden Siedlungen sollten maßvolle Erweiterungen leichter möglich werden. "So müsste zusätzlicher Wohnraum nicht in jedem Einzelfall neu gegen lokale Widerstände durchgesetzt werden." Zudem bringt der Beirat steuerliche Erleichterungen bei beruflich veranlassten Umzügen ins Spiel.

In Deutschland fehlen geschätzt mehr als eine Million Wohnungen. Nach einer Analyse des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung werden bis 2030 rund 320.000 neue Wohnungen jährlich benötigt. 2027 und 2028 werde die Zahl der Fertigstellungen aber jeweils unter 200.000 liegen, prognostiziert das Ifo-Institut. Der Wohnungsbau in Deutschland stockt sei Jahren, weil die Zinsen und Baukosten stark angezogen haben.

"Die Investitionsschwäche in Deutschland ist vor allem eine Bauschwäche", sagte Bayer. Zugleich mache die Wohnungsmiete bei einem durchschnittlichen Haushalt fast 30 Prozent aller Konsumausgaben aus, 2003 seien es weniger als 24 Prozent gewesen.

Kommentare (0) ... diskutiere mit.
k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
Schreib den ersten Kommentar!

Dis­clai­mer: Die hier an­ge­bo­te­nen Bei­trä­ge die­nen aus­schließ­lich der In­for­ma­t­ion und stel­len kei­ne Kauf- bzw. Ver­kaufs­em­pfeh­lung­en dar. Sie sind we­der ex­pli­zit noch im­pli­zit als Zu­sich­er­ung ei­ner be­stim­mt­en Kurs­ent­wick­lung der ge­nan­nt­en Fi­nanz­in­stru­men­te oder als Handl­ungs­auf­for­der­ung zu ver­steh­en. Der Er­werb von Wert­pa­pier­en birgt Ri­si­ken, die zum To­tal­ver­lust des ein­ge­setz­ten Ka­pi­tals füh­ren kön­nen. Die In­for­ma­tion­en er­setz­en kei­ne, auf die in­di­vi­du­el­len Be­dür­fnis­se aus­ge­rich­te­te, fach­kun­di­ge An­la­ge­be­ra­tung. Ei­ne Haf­tung oder Ga­ran­tie für die Ak­tu­ali­tät, Rich­tig­keit, An­ge­mes­sen­heit und Vol­lständ­ig­keit der zur Ver­fü­gung ge­stel­lt­en In­for­ma­tion­en so­wie für Ver­mö­gens­schä­den wird we­der aus­drück­lich noch stil­lschwei­gend über­nom­men. Die Mar­kets In­side Me­dia GmbH hat auf die ver­öf­fent­lich­ten In­hal­te kei­ner­lei Ein­fluss und vor Ver­öf­fent­lich­ung der Bei­trä­ge kei­ne Ken­nt­nis über In­halt und Ge­gen­stand die­ser. Die Ver­öf­fent­lich­ung der na­ment­lich ge­kenn­zeich­net­en Bei­trä­ge er­folgt ei­gen­ver­ant­wort­lich durch Au­tor­en wie z.B. Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­richt­en­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men. In­fol­ge­des­sen kön­nen die In­hal­te der Bei­trä­ge auch nicht von An­la­ge­in­te­res­sen der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und/oder sei­nen Mit­ar­bei­tern oder Or­ga­nen be­stim­mt sein. Die Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­rich­ten­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men ge­hör­en nicht der Re­dak­tion der Mar­kets In­side Me­dia GmbH an. Ihre Mei­nung­en spie­geln nicht not­wen­di­ger­wei­se die Mei­nung­en und Auf­fas­sung­en der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und de­ren Mit­ar­bei­ter wie­der. Aus­führ­lich­er Dis­clai­mer