ROUNDUP

Bundesregierung will stärkere Vernetzung der Drohnenabwehr 29.09.2025, 16:35 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Werte zum Artikel
Name Aktuell Diff. Börse
Rheinmetall 1.885,50 EUR -0,11 % Lang & Schwarz

WARSCHAU (dpa-AFX) - Die Bundesregierung fordert angesichts von Provokationen mit russischen Drohnen im Luftraum von Nato und EU eine stärkere Vernetzung der Abwehranstrengungen. "Russland wird für die Nato mehr und mehr zur Gefahr", warnte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) auf dem Warschauer Sicherheitsforum.

Außenminister Johann Wadephul (CDU) sagte in der polnischen Hauptstadt nach Beratungen mit Kollegen aus Polen, Frankreich und der Ukraine: "Russland will unsere Entschlossenheit testen, will Unruhe auslösen. Das ist gefährlich und muss klar und geeint beantwortet werden."

Der russische Präsident Wladimir Putin versuche, die Nato zu provozieren und Verwundbarkeiten des Bündnisses zu demonstrieren, sagte Pistorius. Er warnte davor, in eine von Putin aufgebaute Falle fortgesetzter Eskalation zu gehen. Nötig seien Einigkeit, Klarheit im Handeln und Zusammenarbeit. Wadephul rief ebenfalls zu einer überlegten Reaktion auf. "Wir stehen zusammen, wir behalten einen kühlen Kopf und lassen uns nicht in eine Eskalation treiben."

Wadephul: Russische Aktionen Teil eines Musters

"Russland will unsere Entschlossenheit testen, will Unruhe auslösen. Das ist gefährlich und muss klar und geeint beantwortet werden", sagte Wadephul. In den vergangenen Tagen habe man eine neue Welle hybrider Angriffe auf Nato-Staaten erlebt, in Polen, Estland und Rumänien. "Diese Aktionen sind kein Zufall, sondern Teil eines Musters, das unsere Lufträume, unsere kritische Infrastruktur insgesamt, unsere Verteidigungsbereitschaft ins Visier nimmt."

Der Außenminister betonte: "Die Nato ist jederzeit wachsam, sie ist jederzeit handlungsfähig und sie schützt jeden Zentimeter unseres Bündnisgebiets." Gerade bei der Drohnenabwehr müssten EU und Nato ihre Fähigkeiten weiterentwickeln. Man müsse schneller reagieren und die Systeme noch enger vernetzen. Das sei zentrales Thema für die Verteidigung der Nato-Ostflanke. "Wir werden daran mit aller Kraft arbeiten, damit Europa geschützt bleibt."

Pistorius: Kooperation mit ukrainischer Rüstungsindustrie verstärken

Pistorius sprach auch über die europäische Zukunft der Ukraine und betonte, wichtig sei eine verstärkte Zusammenarbeit mit der ukrainischen Rüstungsindustrie. Dies sei die derzeit beste Sicherheitsgarantie für das Land. Mit ihm in der Gesprächsrunde saßen auch EU-Verteidigungsindustriekommissar Andrius Kubilius, der niederländische Verteidigungsminister Ruben Brekelmans sowie Hanno Pevkur, sein estnischer Amtskollege.

Pevkur berichtete, russische Kampfflugzeuge hätten den Luftraum seines Landes zwölf Minuten lang verletzt und nicht auf alarmierte Nato-Piloten sowie Funkkontakt reagiert. "Wir verstehen alle, dass dies nicht akzeptabel ist." Er riet, bei der Drohnenabwehr vermehrt von der Ukraine zu lernen. Kubilius sagte, nötig sei ein "Drohnenwall" an der Ostflanke mit dem Ziel, sich gegen Angriffe zu verteidigen.

Wegen mutmaßlicher Drohnensichtungen in Norwegen waren zuletzt mehrere Flüge umgeleitet worden. Seit Tagen herrscht im Nachbarland Dänemark Drohnenalarm, nachdem mehrere Drohnen an Flughäfen gesichtet worden waren. Der gesamte dänische Luftraum wird bis zum kommenden Freitag für zivile Drohnenflüge gesperrt. Hintergrund ist der EU-Gipfel, der in dieser Woche in Kopenhagen stattfindet.

Polens Regierungschef: Dieser Krieg ist auch unser Krieg

Polens Regierungschef Donald Tusk appellierte an den Westen, angesichts der russischen Aggression gegen die Ukraine Einigkeit zu zeigen. "Dieser Krieg ist auch unser Krieg", sagte er bei dem Forum.

Russlands Angriffskrieg sei Teil eines politischen Projekts, dessen Ziel es sei, andere Völker zu unterwerfen. "Wenn wir diesen Krieg verlieren, werden die Folgen nicht nur unsere Generation betreffen, sondern auch die nächste Generation in Polen, Europa, den USA und überall auf der Welt", sagte Tusk.

Nächste Station Litauen - deutsche Brigade im Aufbau

Pistorius reiste im Anschluss nach Litauen weiter. Er wollte sich dort über den Sachstand beim Aufbau der deutschen Kampftruppenbrigade informieren, die dauerhaft in Litauen stationiert ist. Sie soll Teil der verstärkten Abschreckung sein. Am 1. April wurde dieser Verband als Panzerbrigade 45 formal in Dienst gestellt. Die Gesamtstärke soll später rund 4.800 Soldaten sowie rund 200 zivile Mitarbeiter der Bundeswehr umfassen.

Die litauische Verteidigungsministerin Dovile Sakaliene übergibt in der Stadt Rukla ein militärisches Logistikzentrum - ein wesentliches Element zur künftigen Unterstützung der Brigade - an Pistorius. Am Dienstag soll in der Hauptstadt Vilnius die Deutsche Schule eröffnet werden. Sie ist Teil einer Infrastruktur in dem baltischen Land, die Voraussetzung dafür ist, dass Männer und Frauen der Bundeswehr mit ihren Familien dorthin versetzt werden./cn/DP/men

Kommentare (0) ... diskutiere mit.
Werbung

Handeln Sie Aktien bei SMARTBROKER+ für 0 Euro!* Profitieren Sie von kostenloser Depotführung, Zugriff auf 29 deutsche und internationale Börsenplätze und unschlagbar günstigen Konditionen – alles in einer innovativen, brandneuen App. Jetzt zu SMARTBROKER+ wechseln und durchstarten!

*Ab 500 EUR Ordervolumen über gettex. Zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen.

k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
Werbung
Weiter abwärts?
Kurzfristig positionieren
Ask: 9,09
Hebel: 18
mit starkem Hebel
Ask: 37,33
Hebel: 4
mit kleinem Hebel
Smartbroker
Morgan Stanley
Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie hier: MM8L22 MK7MVB. Beachten Sie auch die weiteren Hinweise zu dieser Werbung. Der Emittent ist berechtigt, Wertpapiere mit open end-Laufzeit zu kündigen.
Schreib den ersten Kommentar!

Dis­clai­mer: Die hier an­ge­bo­te­nen Bei­trä­ge die­nen aus­schließ­lich der In­for­ma­t­ion und stel­len kei­ne Kauf- bzw. Ver­kaufs­em­pfeh­lung­en dar. Sie sind we­der ex­pli­zit noch im­pli­zit als Zu­sich­er­ung ei­ner be­stim­mt­en Kurs­ent­wick­lung der ge­nan­nt­en Fi­nanz­in­stru­men­te oder als Handl­ungs­auf­for­der­ung zu ver­steh­en. Der Er­werb von Wert­pa­pier­en birgt Ri­si­ken, die zum To­tal­ver­lust des ein­ge­setz­ten Ka­pi­tals füh­ren kön­nen. Die In­for­ma­tion­en er­setz­en kei­ne, auf die in­di­vi­du­el­len Be­dür­fnis­se aus­ge­rich­te­te, fach­kun­di­ge An­la­ge­be­ra­tung. Ei­ne Haf­tung oder Ga­ran­tie für die Ak­tu­ali­tät, Rich­tig­keit, An­ge­mes­sen­heit und Vol­lständ­ig­keit der zur Ver­fü­gung ge­stel­lt­en In­for­ma­tion­en so­wie für Ver­mö­gens­schä­den wird we­der aus­drück­lich noch stil­lschwei­gend über­nom­men. Die Mar­kets In­side Me­dia GmbH hat auf die ver­öf­fent­lich­ten In­hal­te kei­ner­lei Ein­fluss und vor Ver­öf­fent­lich­ung der Bei­trä­ge kei­ne Ken­nt­nis über In­halt und Ge­gen­stand die­ser. Die Ver­öf­fent­lich­ung der na­ment­lich ge­kenn­zeich­net­en Bei­trä­ge er­folgt ei­gen­ver­ant­wort­lich durch Au­tor­en wie z.B. Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­richt­en­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men. In­fol­ge­des­sen kön­nen die In­hal­te der Bei­trä­ge auch nicht von An­la­ge­in­te­res­sen der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und/oder sei­nen Mit­ar­bei­tern oder Or­ga­nen be­stim­mt sein. Die Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­rich­ten­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men ge­hör­en nicht der Re­dak­tion der Mar­kets In­side Me­dia GmbH an. Ihre Mei­nung­en spie­geln nicht not­wen­di­ger­wei­se die Mei­nung­en und Auf­fas­sung­en der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und de­ren Mit­ar­bei­ter wie­der. Aus­führ­lich­er Dis­clai­mer