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Conti strebt Margenverbesserung an - Aktie fällt trotz mehr Dividende 04.03.2026, 09:31 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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Continental 64,25 EUR +4,57 % Lang & Schwarz

HANNOVER (dpa-AFX) - Der Reifenhersteller und Kunststofftechnikkonzern Continental setzt in diesem Jahr trotz eines schwierigen Umfelds auf ein besseres Ergebnis im Tagesgeschäft. Eigene Maßnahmen dürften greifen, aber auch sinkende Rohstoffpreise sowie ein Anspringen der Konjunktur bei den Industriekunden im zweiten Halbjahr sollten dazu beitragen, sagte Finanzchef Roland Welzbacher am Mittwoch laut Mitteilung. Risiken aus dem Nahost-Krieg hat das Management dabei jedoch nicht einbezogen. Trotz eines Nettoverlusts im vergangenen Jahr wegen Buchhaltungseffekten aus der Abspaltung des Autozuliefergeschäfts und aus dem Geschäft eines Teils der Kunststofftechnik soll die Dividende steigen. Die Aktie fiel allerdings.

Nach dem Handelsstart verlor das Papier 2,5 Prozent auf 65,56 Euro. Das Kursminus seit Ausbruch des Nahost-Krieges am Wochenende weitet sich damit auf rund 10 Prozent aus. Auch die Erfolgsbilanz seit der Abspaltung der Autozulieferung unter dem Namen Aumovio trübt sich damit etwas ein - seit dem Börsen-Spin-Off der ehemaligen Tochter steht die Conti-Aktie jetzt noch rund 16 Prozent im Plus.

Nach Meinung von Analyst Michael Aspinall von der US-Investmentbank Jefferies ist Conti bei den Zielsetzungen für die wichtigste Sparte mit der Reifenherstellung etwas hinter den Erwartungen geblieben. Fraglich sei, ob das Management hier habe Vorsicht walten lassen. Nach dem starken Lauf der Aktie sei jedenfalls mit einem Rücksetzer zu rechnen, so Aspinall.

Der Dax-Konzern geht bei der um Sondereffekte bereinigten Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern im neuen Jahr von 11,0 bis 12,5 Prozent aus, wie die Hannoveraner mitteilten. Im Vorjahr war die Marge wie bereits im Wesentlichen bekannt von 11,0 auf 10,3 Prozent gefallen. Dabei belasteten die US-Zölle und Wechselkurse mit jeweils mehr als 100 Millionen Euro, sagte Finanzchef Welzbacher in der Pressekonferenz.

Aber auch Contitech schnitt unerwartet schwach ab. Bei der noch in diesem Jahr zu verkaufenden Sparte hat Conti bereits den Rotstift angesetzt und im November angekündigt, durch einen Stellenabbau die jährlichen Kosten ab 2028 um 150 Millionen Euro drücken zu wollen.

Beim Umsatz rechnet Unternehmenschef Christian Kötz im laufenden Jahr unter anderem wegen der Zollbarrieren mit einem weiteren Rückgang auf 17,3 bis 18,9 Milliarden Euro. So hat laut Welzbacher das jüngste Urteil des obersten US-Gerichtshofes zu den Zöllen keine Auswirkungen, der Einfuhrzoll auf Pkw-Reifen bleibe bei den erhöhten 15 Prozent. Analysten hatten für das neue Jahr bislang bei Umsatz und Marge im Schnitt etwas mehr auf dem Zettel als die Mitte der von Conti ins Auge gefassten Spannen. 2025 war der Erlös im schwierigen Umfeld wie bekannt um zwei Prozent auf 19,7 Milliarden Euro gesunken.

Unter dem Strich war Conti 2025 wegen Sonderkosten für die Abspaltung des Autozuliefergeschäfts sowie für den mittlerweile erfolgten Verkauf eines Teils der Kunststofftechniksparte in die roten Zahlen gerutscht. Weil die Umbauaktionen buchhalterisch mit rund 1,2 Milliarden Euro an Belastungen zu Buche schlugen, stand nach 1,2 Milliarden Euro Gewinn ein Jahr zuvor nun ein Verlust von 165 Millionen Euro.

Die Dividende soll jedoch von 2,50 Euro auf 2,70 Euro steigen. Conti hatte den Anlegern bereits in Aussicht gestellt, die Ausschüttungsquote nach dem Spin-Off von Aumovio etwas zu erhöhen und die buchhalterischen Sonderbelastungen nicht zu berücksichtigen. Ohne die Sondereffekte, die laut Conti den aktuellen Zahlungsmittelfluss (Free Cashflow) nicht belasten, hätte das Unternehmen auch weiter einen Gewinn erwirtschaftet./men/err/zb

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