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Foxconn-Tochter Ennoconn verfehlt Kontron-Mehrheit knapp 11.08.2026, 10:34 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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Kontron AT0000A0E9W5 bleibt weiter eigenständig. Der Großaktionär Ennoconn Corporation ist nur knapp mit dem Versuch gescheitert, die Mehrheit am österreichischen Technologiekonzern zu übernehmen. Der taiwanesische Hardware-Hersteller sicherte sich laut einer Kontron-Mitteilung vom Montagabend 48,36 Prozent der Anteile. Ein weiterer Ausbau der Kontron-Beteiligung sei nicht geplant. Die Aktie profitierte am Dienstagmorgen von den Nachrichten nur leicht.

Das im SDax DE0009653386 notierte Kontron-Papier kletterte am Morgen um zuletzt 0,2 Prozent. Ein Händler erläuterte, die Nachricht nehme die bisherige Unsicherheit aus der Aktie. Der Übernahmepoker hatte den Kurs zuletzt mächtig bewegt. Das Papier war Ende Juli - als bereits das Verfehlen der Mehrheit bekannt wurde - deutlich über den Übernahmepreis und zugleich auf ein Hoch seit Januar geschnellt. Danach hatte die Aktie dann binnen weniger Handelstage fast ein Fünftel an Wert verloren, bevor eine erneute Erholung begann. Seit dem Jahreswechsel steht nun noch ein Minus von rund 4 Prozent zu Buche

Ennoconn, eine Tochter des Elektronik-Auftragsherstellers und Apple US0378331005-Zulieferers Foxconn aus Taiwan, hatte Mitte Juni die 30-Prozent-Schwelle bei Kontron überschritten. Deswegen musste das Unternehmen ein Pflichtangebot unterbreiten.

Die Österreicher hatten allerdings ihren Aktionären empfohlen, die Offerte von 23,50 Euro je Aktie nicht anzunehmen und es als "finanziell nicht angemessen" bezeichnet. Vor knapp zwei Wochen hatte Kontron dann verkündet, dass mit Ablauf der Angebotsfrist mehr als 12 Millionen Aktien und damit rund 19,5 Prozent der Stimmrechte angedient worden seien. Unklar blieb zuletzt lediglich, wie hoch die Kontron-Beteiligung der Taiwanesen damit konkret ist.

Wie der Konzern jetzt mitteilte, waren mit Ablauf des Übernahmeangebots sämtliche Bedingungen für den Erwerb weiterer Anteile durch Ennoconn eingetreten. Die kontrollrechtliche Freigabe (Foreign Direct Investment - FDI) in Deutschland sei bereits erfolgt. Der Vollzug des Zukaufs werde für den 20. August erwartet.

Ennoconn ist schon länger bei Kontron im Boot. 2016 hatten die Taiwanesen dem damaligen österreichischen IT-Service-Dienstleister S&T geholfen, die deutsche Kontron zu übernehmen. 2022 wurde das gesamte Unternehmen auf den Namen Kontron umfirmiert.

Das bestehende Kontron-Management um Konzernchef Hannes Niederhauser wird nun den Angaben zufolge seinen bisherigen Kurs unverändert fortsetzen. Der Ausbau des margenstarken Software-und-Solutions-Segments werde weiter vorangetrieben. Dazu soll auch die bestehende Kooperation mit Ennoconn und dessen Mutter Foxconn weiter vorangebracht werden. Kontron erhofft sich daraus mittelfristig Synergien in Höhe von 40 Millionen Euro.

Kontron ist auf Technologien im Bereich Internet der Dinge (IoT) und eingebettete Computersysteme (Embedded Computing) spezialisiert. Zuletzt hatte der Konzern nach eigenen Angaben seine Führungsposition in Bereichen wie Cybersecurity, Edge AI, moderne Mobilfunksysteme für den Schienenverkehr (FRMCS) und 5G-Kommunikation ausgebaut. Im ersten Halbjahr 2026 hatte Kontron bei einem leichten Umsatzplus zwar operativ deutlich mehr verdient. Unter dem Strich war der Überschuss - wie seit der vergangenen Woche bekannt - wegen Kosten für den Umbau jedoch um rund 60 Prozent auf 35 Millionen Euro eingebrochen.

Die Österreicher stecken aktuell mitten in der Restrukturierung, denn das Geschäft mit Umwelttechnologien läuft schlecht. Im Unternehmensbereich Greentec sollen daher 500 Stellen wegfallen, die Mehrheit davon ist bereits unter Dach und Fach, wie Kontron in der vergangenen Woche zur Vorlage seiner Halbjahreszahlen verkündete. Außerdem sei geplant, das Programm im dritten Quartal abzuschließen. Die daraus entstehenden Kosteneinsparungen von jährlich über 30 Millionen Euro sollen vollständig ab 2027 sichtbar werden.

Für das laufende Jahr erwartet der Vorstand einen Umsatz leicht über dem Vorjahresniveau von gut 1,6 Milliarden Euro, der bereinigte operative Gewinn (bereinigtes Ebitda) soll auf 225 Millionen steigen.

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