ROUNDUP/Harter Wettbewerb und Kosten

Jungheinrich senkt Gewinnausblick 23.07.2026, 13:59 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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Wettbewerb und Materialkosten stimmen den Gabelstapler-Hersteller Jungheinrich DE0006219934 vorsichtiger für die Gewinnentwicklung im laufenden Jahr. Hinzu kämen Nachwirkungen des im Februar beendeten Streiks im Werk Lüneburg. Eine 2026 wohl etwas bessere Umsatzentwicklung als bisher geplant kann das nicht kompensieren. Der Aktienkurs sackte ab.

So spüren Jungheinrich und auch der Konkurrent Kion DE000KGX8881 schon länger Preisdruck, weil vor allem chinesische Hersteller seit geraumer Zeit mit günstigen Maschinen auf den europäischen Markt drängen und insbesondere das Einstiegssegment aufmischen. Diese Maschinen und Geräte sind nicht zuletzt wegen der konjunkturellen Schwäche in Europa und insbesondere Deutschland bei den Kunden gefragt.

Wegen der zahlreichen Belastungen erwartet die Unternehmensführung laut einer Mitteilung vom Donnerstag 2026 nun ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern von 340 bis 400 Millionen Euro, statt bisher 380 bis 450 Millionen. Die mittlere Erwartung von Analysten liegt in der oberen Hälfte der neuen Spanne. Die entsprechende operative Gewinnmarge dürfte der neuen Prognose zufolge 6,2 bis 7,0 Prozent erreichen, hieß es weiter vom Unternehmen. Zuvor waren 7,2 bis 8,0 Prozent avisiert worden.

Damit dürfte sich der operative Gewinn im Mittel nun weniger erholen als erhofft, nachdem dieser 2025 wegen hoher Sonderbelastungen durch den Verkauf der russischen Tochtergesellschaft sowie durch ein Restrukturierungsprogramm auf 228 Millionen abgesackt war.

Etwas zuversichtlich blickt Jungheinrich "infolge intensiver Vertriebsaktivitäten" auf Umsatz und Bestellungen. Der Auftragseingang dürfte 2026 zwischen 5,5 und 6,1 Milliarden Euro liegen und der Umsatz 5,3 bis 5,9 Milliarden Euro erreichen. Das sind an den oberen und unteren Enden der Spannen jeweils 100 Millionen Euro mehr als zuvor geplant.

Im abgelaufenen zweiten Quartal fiel der operative Gewinn trotz eines Umsatzanstieges um gut 3 Prozent auf knapp 1,4 Milliarden Euro um 17 Prozent auf 88 Millionen Euro. Das teilten die Hamburger auf Basis vorläufiger Resultate weiter mit. Die Rendite verschlechterte sich damit um 1,5 Prozentpunkte auf 6,3 Prozent. Der Auftragseingang lag bei 1,42 Milliarden Euro nach 1,36 Milliarden vor einem Jahr.

Die Jungheinrich-Aktien rutschten auf die Nachrichten hin mit einem Minus von gut 7 Prozent auf 23,48 Euro auf den drittletzten Platz im Nebenwerteindex SDax. 2026 haben sie damit rund ein Drittel ihres Wertes eingebüßte.

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