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Haushalte so reich wie nie - Vermögen aber ungleich verteilt 25.09.2025, 11:58 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach einem Sprung der weltweiten Geldvermögen auf Rekordniveau rechnet die Allianz 2025 mit weiterem Wachstum. Brutto 269 Billionen Euro nannten private Haushalte rund um den Globus Ende vergangenen Jahres ihr Eigen, wie der Versicherungskonzern errechnet hat. Mit 8,7 Prozent war das Plus im vergangenen Jahr noch größer als im bereits starken Vorjahr (plus 8,0 Prozent). Allerdings profitieren nicht alle Anleger in gleichem Maße - und ungleich verteilt ist die gewaltige Summe ohnehin.

Das weltweite Brutto-Geldvermögen hat sich laut Allianz in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt. Abzüglich von Schulden ergab sich Ende 2024 ein Nettogeldvermögen von 210 Billionen Euro - ein Wachstum von 10,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Weiteres Wachstum im laufenden Jahr

"Die weltweiten Finanzanlagen werden voraussichtlich auch 2025 weiter wachsen, wenn auch deutlich langsamer als in den beiden Vorjahren", prognostizieren die Allianz-Volkswirte in der 16. Auflage des jährlichen "Global Wealth Reports" mit Blick auf die Brutto-Geldvermögen. Das Potenzial für einen Rückschlag an den Aktienmärkten sei groß, die Unsicherheit über die US-Handelspolitik werfe zudem "Schatten auf Investitions- und Sparentscheidungen": "Unter Berücksichtigung dieser Faktoren erwarten wir für 2025 ein Wachstum der globalen Finanzanlagen um rund 6 Prozent".

Die Vermögensstudie enthält Angaben zu Geldvermögen und Verschuldung privater Haushalte in 57 Staaten. Diese Länder stehen den Angaben zufolge für 91 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung und 72 Prozent der Weltbevölkerung. Der Versicherer berücksichtigt in der Auswertung Bargeld, Bankeinlagen, Wertpapiere sowie Ansprüche gegenüber Versicherungen und Pensionsfonds, nicht jedoch Immobilien.

USA einsame Spitze

Die Hälfte des Wachstums der globalen Finanzvermögen 2024 entfiel auf Nordamerika und dort vor allem auf die USA. "In Bezug auf das Finanzvermögen geben die USA weiterhin den Ton an", halten die Autorinnen und Autoren der Allianz-Analyse fest. In den vergangenen zehn Jahren wurde demnach in den USA 47 Prozent des Wachstums der globalen Geldvermögen generiert, China trug 20 Prozent bei, Westeuropa 12 Prozent.

Clevere vs. fleißige Sparer

Während viele Menschen in Deutschland sparen wie die Weltmeister, lassen viele US-Amerikaner ihr Vermögen für sich arbeiten: Deutschland habe in den vergangenen zehn Jahren 5,9 Prozent Wachstum des Geldvermögens pro Jahr erzielt, vergleichbar mit den USA (6,2 Prozent). Erreicht wurde das jedoch durch eine fast doppelt so hohe Sparleistung. Gleichzeitig betrug der Beitrag der Wertsteigerungen hierzulande 32 Prozent - verglichen mit 67 Prozent in den USA. "Das ist der Unterschied zwischen cleveren und fleißigen Sparern", folgert Kathrin Stoffel, Mitautorin der Allianz-Vermögensstudie.

Jüngsten Bundesbank-Zahlen für das erste Quartal 2025 zufolge verfügen die privaten Haushalte in Deutschland über ein Rekord-Geldvermögen von mehr als 9 Billionen Euro brutto. Mehr als ein Drittel (37 Prozent) davon ist Bargeld oder liegt auf Giro- und Tagesgeldkonten. Das ernüchternde Fazit von Allianz-Chef Oliver Bäte kürzlich bei einer Bundesbank-Konferenz: "Die Deutschen sind neben den Franzosen Weltmeister im Geldverschwenden."

Aktien zahlen sich langfristig aus

Sowohl 2023 (plus 11,5 Prozent) als auch 2024 (plus 12,0 Prozent) legten Wertpapiere fast doppelt so schnell im Wert zu wie die beiden anderen von der Allianz betrachteten Anlageklassen Versicherungen/Renten und Bankeinlagen. Bei Anlegern in Nordamerika machen Wertpapiere 59,2 Prozent der Portfolios aus, in Westeuropa sind es 34,9 Prozent. Wer in Deutschland auf Wertpapiere setzt, profitierte 2024: Wertzuwächse bei Wertpapieren waren der Haupttreiber für das Wachstum der hiesigen Brutto-Geldvermögen um 7,4 Prozent.

Vor allem dank steigender Kurse an vielen Aktienmärkten ist der Club der Dollar-Millionäre weltweit größer geworden, wie das Beratungsunternehmen Capgemini jüngst analysierte: Geschätzt 23,4 Millionen Menschen und damit 2,6 Prozent mehr als 2023 verfügten im vergangenen Jahr über ein anlagefähiges Vermögen von mindestens einer Million Dollar. Die weitaus meisten Dollar-Millionäre zählt Capgemini in den USA mit fast acht Millionen.

Vermögen ungleich verteilt

Von einer gleichmäßigen Verteilung der gewaltigen Vermögen kann nach wie vor keine Rede sein: "Obwohl Ungleichheit seit Jahren ein wichtiges politisches Thema ist, gab es keine Fortschritte in Richtung größerer Gleichheit", stellt der "Allianz Global Wealth Report 2025" fest: Die reichsten 10 Prozent - etwa 570 Millionen Menschen in den 57 betrachteten Ländern - besitzen gut 85 Prozent des gesamten Nettofinanzvermögens.

Mit einem Netto-Geldvermögen pro Kopf von 86.800 Euro lag Deutschland Ende 2024 auf Platz 13 der 57 Länder. Die USA als Spitzenreiter kamen pro Kopf auf ein Netto-Geldvermögen von 311.000 Euro vor der Schweiz (268.860 Euro) und Singapur (197.460 Euro). Schlusslicht der Rangliste ist Pakistan mit einem Pro-Kopf-Vermögen von 630 Euro./ben/DP/stw

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