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Hochtief will nach Gewinnsprung weiter zulegen - Aktie verliert 19.02.2026, 17:12 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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Hochtief 461,00 EUR ±0,00 % Lang & Schwarz

ESSEN (dpa-AFX) - Gut gefüllte Auftragsbücher haben dem Baukonzern Hochtief weiter Auftrieb gegeben. Umsatz und Ergebnisse legten im Gesamtjahr 2025 zu. "Wir profitieren von unserer langjährigen, lokalen Präsenz in unseren Kerninfrastrukturmärkten in Nordamerika, Australien und Europa", sagte Unternehmenschef Juan Santamaría Cases, der auch Chef der Hochtief-Mutter ACS ist, am Donnerstag bei Vorlage der Jahreszahlen. Im laufenden Jahr will der Konzern beim Gewinn noch eine Schippe drauflegen.

Nach der Bekanntgabe der Zahlen legten die Aktien des Baukonzerns eine Achterbahnfahrt hin. Zuletzt notierten die Papiere 1,7 Prozent im Minus bei 398 Euro und gehörten damit zu den schwächsten Werten im MDax . Direkt nach den Zahlen hatten sie kurzzeitig die Minuszone verlassen und waren auf ein Rekordhoch bei 409,40 Euro gestiegen. Die Anteilscheine verbuchten seit vergangenen Sommer einen Höchststand nach dem anderen. Die Kursbilanz für das laufende Jahr ist mit plus 18 Prozent deutlich positiv.

Unternehmenschef Juan Santamaría Cases sieht sein Unternehmen vor allem in Wachstumsbereichen wie Künstlicher Intelligenz, Digitalisierung und im Tech-Sektor gut positioniert. In diesen Bereichen steige die Nachfrage nach moderner Infrastruktur immer stärker. Tech-Konzerne stecken wegen wachsender Datenmengen und des KI-Trends viel Geld in den Ausbau von Rechenleistung. Im vergangenen Jahr habe der Auftragseingang in diesem Bereich bei 16,8 Milliarden Euro gelegen, sagte der Hochtief-Chef bei einer Online-Pressekonferenz. Dies entspreche 21 Prozent des Auftragsbestands.

Zudem will die ehemalige Tochter des Energiekonzerns RWE kleine Atomreaktoren (SMR) errichten und strebt eine Führungsrolle im Kernenergiesektor an. So wird Hochtief künftig für den britischen Energietechnik-Konzern Rolls-Royce an kleinen Atomreaktoren in Großbritannien und der Europäischen Union (EU) mitbauen. Aber es gäbe auch Pläne, außerhalb von Europa solche Reaktoren zu bauen, sagte Santamaría Cases. Die ACS-Tochter ist zudem im Rüstungsbereich tätig und erhielt jüngst einen Auftrag aus einem Milliardenprojekt der Bundeswehr.

Im vergangenen Jahr zog Hochtief auch in Deutschland eine Reihe großer Projekte an Land. Der Konzernchef erwartet nicht zuletzt aufgrund der staatlichen Investitionsprogramme ein anhaltendes Umsatz- und Gewinnwachstum hierzulande. Der Auftragsbestand habe sich in den vergangenen drei Jahren auf 5,2 Milliarden Euro nahezu verdoppelt, sagte er. In den kommenden zwei bis drei Jahren dürfte sich dieser nochmals verdoppeln.

Aufgrund der guten Auftragslage stellte Hochtief allein im Jahr 2025 rund 4.500 Ingenieure und technische Fachleute ein. Das Unternehmen schaffe vor allem in Deutschland neue Arbeitsplätze, betonte der Unternehmenschef. Hochtief beschäftigte Ende 2025 rund 61.500 Mitarbeiter. In Zukunft sollen es noch mehr werden.

2025 legte das um Sondereffekte bereinigte Nettoergebnis im Jahresvergleich um 26,3 Prozent auf 789,3 Millionen Euro zu. Analysten hatten im Schnitt mit weniger gerechnet. Die Dividende soll auf 6,60 Euro steigen, nach 5,23 Euro je Aktie im Vorjahr. Davon profitiert auch der spanische Infrastrukturkonzern ACS, dem gut drei Viertel der Anteile gehören. Im laufenden Jahr rechnet Hochtief mit einem bereinigten Nettogewinn zwischen 0,95 und 1,025 Milliarden Euro. Analysten gingen bislang vom unteren Ende der Spanne aus.

Der Umsatz kletterte 2025 um fast 15 Prozent auf gut 38,2 Milliarden Euro nach oben. Bereinigt um Währungseffekte habe das Plus 35 Prozent betragen, sagte der Hochtief-Chef. Dazu trugen vor allem gute Geschäfte der Auslandstöchter bei. Der Auftragseingang stieg um mehr als ein Viertel auf knapp 52,6 Milliarden Euro./mne/edh/he

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