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Höhere Kosten belasten Gewerbeimmobilienspezialist Aroundtown 27.05.2026, 10:25 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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Aroundtown 2,618 EUR +1,39 % Lang & Schwarz

Der Gewerbeimmobilienspezialist Aroundtown LU1673108939 hat wegen höherer Finanzierungskosten und ausbleibender Bewertungsgewinne im ersten Quartal deutlich weniger verdient als ein Jahr zuvor. Trotz des Gewinnrückgangs bestätigte der Vorstand um Chef Barak Bar-Hen die - bereits im April angehobene - Prognose für das Gesamtjahr. An der Börse rutschte die im MDax DE0008467416 notierte Aktie nach der Zahlenvorlage am Mittwoch ab.

Das Papier verlor am Morgen 2,8 Prozent auf rund 2,51 Euro, der Kursverlust seit dem Jahreswechsel weitete sich damit auf gut 5 Prozent aus. Seit einem Zwischenhoch im Februar hat das Papier sogar mehr als ein Fünftel an Wert eingebüßt. Weit entfernt ist ohnehin das Hoch aus dem Jahr 2020, in dem die Aktie mit 8,88 Euro mehr als dreimal so viel kostete wie heutzutage.

Im ersten Quartal sank der Gewinn unter dem Strich im Vergleich zum Vorjahr um rund 63 Prozent auf 118,9 Millionen Euro, wie Aroundtown in Luxemburg mitteilte. Im Vorjahreszeitraum hatte das Unternehmen noch stark von Aufwertungen seines Immobilienportfolios profitiert. Diesmal verzichtete Aroundtown auf eine Neubewertung der Immobilien, nachdem Anfang 2025 noch positive Bewertungseffekte von mehr als 200 Millionen Euro verbucht worden waren. Erst zur nächsten Halbjahresbilanz will die Gesellschaft den Wert ihres Portfolios nun genauer unter die Lupe nehmen.

Auch das operative Ergebnis geriet im vergangenen Jahresviertel unter Druck. Die für Immobilienkonzerne wichtige Kennziffer FFO I fiel um acht Prozent auf 70,2 Millionen Euro. Belastend wirkten dabei vor allem gestiegene Finanzierungskosten. Die Zinsaufwendungen erhöhten sich von 54,7 auf 69,9 Millionen Euro. Zudem gingen die Ergebnisbeiträge aus Beteiligungen zurück.

Die Mieteinnahmen entwickelten sich dagegen vergleichsweise robust. Die Nettomiete stieg leicht auf 296,7 Millionen Euro. Auf vergleichbarer Basis legten die Mieten konzernweit um 3,0 Prozent zu. Vor allem Wohnungen und Hotels entwickelten sich stark, während Aroundtown im Bürogeschäft noch immer eine gedämpfte Nachfrage in Deutschland spürt. Das Unternehmen verwies auf die langsame konjunkturelle Erholung hierzulande, die den Büromarkt weiter belaste.

Aroundtown hatte in den vergangenen Jahren massiv unter den stark gestiegenen Zinsen und der Krise am europäischen Immobilienmarkt gelitten. Wie andere Branchenvertreter musste der Konzern hohe Abwertungen auf Immobilien hinnehmen. Seitdem arbeitet das Unternehmen an einer Stabilisierung der Bilanz, verkauft Immobilien und kauft eigene Aktien zurück. Seit dem Jahresbeginn seien Immobilienverkäufe im Wert von 300 Millionen Euro unterzeichnet worden, hieß es.

Im ersten Quartal veräußerte Aroundtown nach eigenen Angaben Objekte im Wert von 27 Millionen Euro leicht über dem Buchwert. Nach dem Quartalsende kamen zusätzliche Verkäufe über mehr als 270 Millionen Euro hinzu. Im Gegenzug unterschrieb Aroundtown den Kauf von Immobilien im Wert von rund 125 Millionen Euro in Deutschland und in der britischen Hauptstadt London.

Darüber hinaus stärkte Aroundtown seine Beteiligung am Wohnimmobilienunternehmen Grand City Properties LU0775917882 (GCP) zuletzt deutlich. Der Anteil wurde im April von zuvor 62,5 auf 81,5 Prozent erhöht. Damit setzt der Konzern stärker auf das vergleichsweise stabilere Wohnimmobiliengeschäft.

Im Zuge der Anteilsaufstockung hatte Aroundtown seinerzeit auch die Prognose für den operativen Gewinn angehoben - dieses Ziel gilt auch nach dem ersten Quartal: Angepeilt ist somit weiterhin ein operatives Ergebnis von 275 bis 305 Millionen Euro nach 288 Millionen vor einem Jahr. Seinen gestiegenen Optimismus begründet das Management abseits der stärkeren GCP-Beteiligung auch mit erwarteten positiven Effekten aus Zukäufen und Verkäufen sowie durch Aktienrückkäufe.

Das aktuelle Programm zum Erwerb eigener Aktien hatte die Immobiliengesellschaft Ende Januar gestartet. Bis Jahresende sollten Papiere mit einem Volumen von bis zu 250 Millionen Euro zurückgekauft werden. Davon sind bereits im ersten Quartal rund 93 Prozent umgesetzt: Der Konzern erwarb eigene Anteile zu einem durchschnittlichen Kaufpreis von 2,55 Euro je Aktie - und damit deutlich unter Buchwert, wie Aroundtown hervorhob.

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