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Hoffnung auf Ende des Iran-Kriegs beflügelt ZEW-Konjunkturerwartungen 16.06.2026, 12:07 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Die Konjunkturerwartungen von Finanzmarktteilnehmern haben sich im Juni mit der Hoffnung auf ein Ende des Iran-Kriegs unerwartet deutlich erholt. Das Stimmungsbarometer stieg gegenüber dem Vormonat um 20,7 Punkte auf plus 10,5 Punkte, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag in Mannheim mitteilte. Volkswirte hatten im Schnitt nur einen Anstieg auf minus 5,5 Punkte erwartet.

Der Iran-Krieg hatte den Stimmungsindikator in den vergangenen Monaten stark belastet. Im Februar hatte er noch bei knapp 60 Punkten gelegen, bevor hohe Energiepreise und Sorgen vor Versorgungsengpässen einen Stimmungseinbruch auslösten.

"Die Expertinnen und Experten setzen darauf, dass sich der Iran-Konflikt dem Ende nähert", kommentierte ZEW-Präsident Achim Wambach das Ergebnis der Umfrage. Der massive Druck auf die Energiepreise und Inflation dürfte sich abschwächen, was sich positiv auf die energieintensive Industrie und die privaten Haushalte auswirke.

Die bereits schwache Bewertung der aktuellen Lage hat sich hingegen weiter verschlechtert. Der entsprechende Indikator fiel um 3,2 Punkte auf minus 81,0 Punkte. Ökonomen hatten mit einem noch etwas stärkeren Rückgang auf 78,0 Punkte gerechnet.

Nach Einschätzung des Analysten Ulrich Wortberg von der Landesbank Hessen-Thüringen dürften sich die jüngsten positiven Entwicklungen im Nahost-Konflikt und die deutlich rückläufigen Energiepreise "in der Umfrage wohl noch nicht vollumfänglich niedergeschlagen haben".

Die ZEW-Umfrage fand vom 8. bis 15. Juni unter 190 Experten statt. Erst in der Nacht zum Montag hatten sich die USA und der Iran nach wochenlangen Verhandlungen auf ein Rahmenabkommen zur Beilegung des Krieges verständigt, was die Ölpreise deutlich unter Druck setzte.

Der Krieg im Nahen Osten dürfte weiter die konjunkturelle Entwicklung belasten, sagte Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank. Das Konjunkturbarometer bleibt im Vergleich zum Jahresbeginn weiter stark eingetrübt. Auch wenn es zu einem Frieden zwischen den USA und dem Iran kommen sollte, "der konjunkturelle Schaden ist bereits angerichtet".

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