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Infineon erhöht Prognose dank KI-Boom - Aktie zollt Rally Tribut 06.05.2026, 10:52 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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Infineon Technologies 60,25 EUR -2,18 % Gettex

Der Chiphersteller Infineon DE0006231004 wird für das laufende Geschäftsjahr optimistischer. So profitiert das Unternehmen vom KI-Boom, auch in der wichtigen Automobilindustrie sieht Infineon erste positive Anzeichen, auch wenn es kurzfristig weiter schwierig bleiben dürfte. Im zweiten Geschäftsquartal ging es für den DaxDE0008469008-Konzern nach einem schwächeren Jahresstart insgesamt wieder aufwärts.

"Im zweiten Halbjahr werden wir stärker als bislang erwartet wachsen, ein breiterer Aufschwung vieler Endmärkte ist in Sicht", erklärte Konzernchef Jochen Hanebeck am Mittwoch nach der Veröffentlichung der Zahlen. Der KI-Boom weite sich aus und Stromversorgungslösungen für KI-Rechenzentren von Infineon seien äußerst gefragt, so der Manager. Dabei übersteige die Nachfrage weiter das Angebot. Derzeit weitet das Unternehmen seine Kapazitäten aus, um diese bedienen zu können. Außerdem gewinne der Ausbau der Energieinfrastruktur an Fahrt, "und ist ein zunehmender Wachstumstreiber für unser Industriegeschäft".

Der im Dax notierten Aktie konnte dies jedoch nur kurz Auftrieb geben. Nach einem Anstieg von zwischenzeitlich fünf Prozent rutschte das Papier ins Minus. Die Aktie zollte damit ihrer jüngsten Rally Tribut - so hat sie im Zuge des KI-Booms im laufenden Jahr um bereits knapp 60 Prozent zugelegt, in den vergangenen 12 Monaten hat sich der Kurs sogar verdoppelt. JPMorgan-Analyst Sandeep Deshpande bezeichnete die Anhebung der Ziele von Infineon als robust, angetrieben von stärkeren Volumina und höheren Preisen. Er hatte im Vorfeld bereits auf eine Erhöhung der Prognose getippt.

Der Umsatz von Infineon soll 2025/26 (per Ende September) nun trotz der Belastung durch den starken Euro deutlich auf mehr als 16 Milliarden Euro steigen, erklärte Hanebeck in einer Telefonkonferenz. Dies impliziert ein Wachstum von zehn Prozent. Dabei sollen die Erlöse in der Sparte Power & Sensor Systems (PSS) deutlich stärker als im Konzerndurchschnitt zulegen, getrieben von einer sehr dynamischen Nachfrage nach Produkten für die Stromversorgung von KI-Rechen­zentren.

Im Automotive-Geschäft sieht Infineon ein unterdurchschnittliches Wachstum. Der verhaltenen Nachfrage nach Hochvolt­-Komponenten im Bereich Elektromobilität wirke dabei das positive Momentum im Bereich softwaredefinierte Fahrzeuge entgegen. Als positiv hob Infineon die wieder verbesserten Auftragseingänge in der umsatzstärksten Sparte hervor. Den Hochvolt-Bereich will Infineon nun neu ausrichten. Man stehe zur Elektromobilität, so Hanebeck.

Die Segmentergebnis-Marge, die die operative Profitabilität misst, soll im Konzern jetzt rund 20 Prozent erreichen. Bislang war Infineon von einem moderaten Umsatzwachstum und einer operativen Marge im hohen Zehn-Prozentbereich ausgegangen. Analysten haben bislang ein Wachstum von sieben Prozent und eine Marge von 19 Prozent auf dem Zettel.

Derzeit keine Schwierigkeiten sieht Infineon durch Störungen der Lieferkette durch die Sperrung der Straße von Hormus im Zuge des Nahost-Krieges. Jedoch rechnet das Management mit steigenden Kosten für Logistik und Rohstoffe, etwa bei Gasen wie Helium. Dies sei im Ausblick allerdings berücksichtigt.

Im zweiten Geschäftsquartal stiegen die Erlöse um vier Prozent im Vergleich zu den drei Monaten zuvor auf 3,8 Milliarden Euro. Die Segmentergebnis-Marge verschlechterte sich um 0,8 Prozentpunkte auf 17,1 Prozent. Nach Steuern stieg der Gewinn um 18 Prozent auf 301 Millionen Euro.

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