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Iran-Krieg lässt Unternehmensstimmung der Eurozone weiter einbrechen 21.05.2026, 11:50 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Die Stimmung in den Unternehmen der Eurozone hat sich wegen der Folgen des Iran-Kriegs weiter verschlechtert und den tiefsten Stand seit zweieinhalb Jahren erreicht. Besonders betroffen ist der Dienstleistungssektor, der unter den kriegsbedingt höheren Lebenshaltungskosten leidet. Der von S&P Global ermittelte Einkaufsmanagerindex fiel um 1,3 Punkte auf 47,5 Punkte, wie S&P am Donnerstag in London nach einer ersten Schätzung mitteilte. Dies ist der tiefste Stand seit Oktober 2023.

Der Stimmungsindikator rutschte weiter unter die Expansionsschwelle von 50 Punkten, was auf ein Schrumpfen der wirtschaftlichen Aktivitäten hindeutet. Der Stimmungsdämpfer kam für Analysten überraschend. Sie hatten im Schnitt eine Stagnation auf 48,8 Punkten erwartet.

Sowohl in den Industriebetrieben als auch in den Firmen des Dienstleistungssektors hat sich die Stimmung eingetrübt. Im Verarbeitenden Gewerbe bleibt der Stimmungsindikator über der Expansionsschwelle, während er bei den Dienstleistern tiefer unter die Schwelle rutschte.

In den deutschen Industriebetrieben hat sich die Stimmung stärker als erwartet eingetrübt, der Stimmungsindikator rutschte knapp unter die Expansionsschwelle. Das Stimmungsbild in den Firmen des Dienstleistungssektors fiel allerdings besser als erwartet aus. Hier ist der entsprechende Indikator ausgehend von einem niedrigen Niveau etwas gestiegen. "Das Stimmungsbild der deutschen Wirtschaft bleibt damit durchwachsen", kommentierte Analyst Ralf Umlauf von der Landesbank Hessen-Thüringen.

In Frankreich, der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone nach Deutschland, sorgten die Folgen des Iran-Kriegs für einen Einbruch der Unternehmensstimmung. In den französischen Dienstleistungsbetrieben fiel der Stimmungsindikator auf den tiefsten Stand seit fünfeinhalb Jahren. Damals hatte die Corona-Krise die Wirtschaft gelähmt. In den französischen Industriebetrieben brach die Stimmung ebenfalls ein und deutet auf ein Schrumpfen der wirtschaftlichen Aktivitäten hin.

Die Stimmungsdaten zeigen, "dass die Wirtschaft der Eurozone immer stärker unter den Auswirkungen des Krieges im Nahen Osten leidet", sagte Chris Williamson, Chefvolkswirt bei S&P Global. Das Ergebnis der Umfrage deute zudem darauf hin, dass die Wirtschaft der Eurozone im zweiten Quartal um 0,2 Prozent schrumpfen dürfte.

"Das sieht nicht gut aus", kommentierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. Die Sperrung der Straße von Hormus werde zu einer immer größeren konjunkturellen Belastung. "Mittlerweile geht es nicht nur um höhere Energiepreise, sondern auch um physische Knappheiten", sagte Gitzel, was dann zu der deutlichen Verschlechterung des Einkaufsmanagerindex geführt habe.

Die Entwicklung im Überblick:


Region/Index              Mai         Prognose      Vormonat



EURORAUM
Gesamt                     47,5           48,8             48,8     
Industrie                   51,4           51,8             52,2
Dienste                     46,4           47,8             47,6



DEUTSCHLAND
Industrie                   49,9	        51,0             51,4
Dienste                     47,8           47,0             46,9



FRANKREICH
Industrie                   48,9           52,1             52,8
Dienste                     42,9           46,7             46,5

(Angaben in Punkten)

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