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Japans Wirtschaft nimmt unerwartet stark Fahrt auf 19.05.2026, 11:13 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Japans Wirtschaft hat Anfang des Jahres den hohen Ölpreisen infolge des Iran-Kriegs getrotzt und dank steigender Exporte unerwartet deutlich an Fahrt aufgenommen. In den drei Monaten Januar bis März legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Vergleich zum Vorquartal auf das Jahr hochgerechnet um 2,1 Prozent zu, wie die japanische Regierung am Dienstag in Tokio auf Basis einer ersten Schätzung mitteilte. Experten hatten im Schnitt nur ein Wachstum von 1,7 Prozent erwartet. Ende 2025 war die Wirtschaft revidierten Daten zufolge um 0,8 Prozent gewachsen.

Unter anderem wurde die Konjunktur in den ersten drei Monaten durch höhere Exporte gestützt. Zuletzt hatten Handelsdaten für März gezeigt, dass Japans Exportwirtschaft an Dynamik gewonnen hat, da sich die Nachfrage in China wieder erholte.

"Der anhaltende globale Investitionsboom hat das Wachstum der japanischen Exporte beflügelt", kommentierte Expertin Naomi Fink von Amova Asset Management. Allerdings machte sie deutlich, dass das erste Quartal vor dem Ausbruch der Feindseligkeiten im Iran begonnen habe.

Analyst Matthias Krieger von der Landesbank Baden-Württemberg sprach von einem Aufschwung zum Jahresbeginn, der recht breit aufgestellt sei. Hierzu beigetragen habe auch der private Konsum und staatliche Investitionen. Darüber hinaus hätten Ausrüstungsinvestitionen gestützt, sagte Krieger. Seiner Einschätzung nach gibt es Hoffnung "auf ein passables Jahr 2026", nachdem sich Japans Wirtschaft zuletzt eher schwächlich entwickelt habe.

Mit dem stärkeren Wachstum zum Jahresbeginn bekommt die japanische Notenbank nach Einschätzung von Experten Spielraum für weitere Zinserhöhungen. Zumal die Inflation wegen höherer Ölpreise infolge des Iran-Kriegs zuletzt gestiegen ist und ein schwacher Yen die Importe nach Japan zusätzlich verteuert.

Jüngste Daten zeigten, dass sich Japans Inflation im März verstärkt hat. Die Verbraucherpreise ohne Berücksichtigung von frischen Lebensmitteln legten im März um 1,8 Prozent im Jahresvergleich zu. Die japanische Notenbank hatte bei der jüngsten Zinsentscheidung Ende April den Leitzins unverändert bei 0,75 Prozent belassen.

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