ROUNDUP/Kampf gegen Unicredit

Commerzbank nimmt sich 2026 noch mehr Gewinn vor 11.02.2026, 09:37 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Commerzbank nimmt sich im Abwehrkampf gegen die Unicredit für 2026 eine noch stärkere Gewinnsteigerung vor. Der Überschuss soll über die bisherige Zielmarke von 3,2 Milliarden Euro hinaus nach oben klettern, wie der Dax-Konzern am Mittwoch in Frankfurt mitteilte. Analysten hatten jedoch im Schnitt noch mehr erwartet. Bis 2028 soll der Gewinn wie geplant weiter auf 4,2 Milliarden Euro wachsen. Auch hier erwarten Experten bereits einen stärkeren Anstieg.

Am Finanzmarkt notierte die Aktie kurz nach Handelsbeginn zwei Prozent im Minus, nachdem sie nach Bekanntgabe des Gewinns und der Dividende für 2025 am Vortag bereits rund ein halbes Prozent verloren hatte.

Für ihre Ziele will Vorstandschefin Bettina Orlopp die Einnahmen weiter nach oben treiben und zugleich die Kosten der Bank im Griff halten. So soll der Zinsüberschuss im laufenden Jahr stärker als gedacht von zuletzt 8,2 Milliarden auf 8,5 Milliarden Euro wachsen. Der Provisionsüberschuss soll um sieben Prozent zulegen, und die Kosten sollen nur noch 54 Prozent der Erträge aufzehren. Für 2028 hat sich Orlopp 50 Prozent vorgenommen und setzt dabei auch auf den verstärkten Einsatz künstlicher Intelligenz. Im vergangenen Jahr lag die Quote noch bei 57 Prozent.

Unter dem Strich verdiente die Commerzbank 2025 gut 2,6 Milliarden Euro, wie sie bereits am Dienstag mitgeteilt hatte. Trotz hoher Kosten für den Abbau und die Verlagerung tausender Jobs verfehlte sie ihren Rekordgewinn von 2024 damit nur um rund zwei Prozent. Ohne die Umbaukosten in Höhe von 562 Millionen Euro hätte die Bank mit 3 Milliarden Euro Überschuss einen neuen Höchstwert erreicht.

Belastet wurde das Ergebnis zudem von Abschreibungen in Höhe von 117 Millionen Euro auf den Kundenstamm des Hamburger Fondsanbieters Aquila Capital, den die Commerzbank Mitte 2024 mehrheitlich übernommen hatte. Das Unternehmen stehe in Teilen seines Geschäfts vor schwierigen Rahmenbedingungen, hieß es zur Begründung. Dies betreffe vor allem Vorhaben rund um erneuerbare Energien, die sich noch in einem frühen Stadium befinden.

Für die Anteilseigner packt die Commerzbank jedoch wie angekündigt das Füllhorn aus: Die Dividende soll - wie ebenfalls seit Dienstag bekannt - von 65 Cent auf 1,10 Euro je Aktie steigen und damit stärker als von Analysten erwartet. Zudem will die Bank für bis zu 540 Millionen Euro weitere Aktien zurückkaufen.

Zusammen mit dem schon abgeschlossenen Rückkaufprogramm von 2025 gibt die Bank damit 2,7 Milliarden Euro für Dividenden und Aktienrückkäufe aus - und damit mehr als ihren Jahresgewinn.

Noch bis 2028 will Orlopp die kompletten Jahresgewinne in dieser Form den Aktionären zugutekommen lassen. Zusammen mit den steigenden Gewinnen soll dies das Geldhaus für Anleger so attraktiv machen, dass sie ihre Commerzbank-Aktien lieber behalten, als sie an die italienische Unicredit zu verkaufen. Im Ringen mit der Großbank aus Mailand gibt es seit Monaten keine Bewegung. Zwar sind die Italiener mit gut 26 Prozent inzwischen der größte Aktionär der Commerzbank und haben über Finanzinstrumente Zugriff auf weitere gut drei Prozent der Anteile.

Ab der Schwelle von 30 Prozent müsste Unicredit-Chef Andrea Orcel ein Übernahmeangebot für die restlichen Commerzbank-Anteile abgeben. Doch wegen des hohen Aktienkurses schreckt er davor bisher zurück. Der Bund, der noch rund 12 Prozent der Commerzbank-Anteile hält, lehnt eine Übernahme ab und will seine Aktien nicht verkaufen. Auch die Commerzbank-Führung und der Betriebsrat wehren sich vehement gegen eine Übernahme./stw/err/stk

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