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Marine bereitet sich auf Minensucheinsatz vor 23.04.2026, 13:44 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Sollte es zu einem internationalen Marineeinsatz zur Sicherung der Schifffahrt in der Straße von Hormus kommen, könnten die Fähigkeiten der Deutschen Marine zur Suche und Räumung von Minen gefragt sein. Nach Überzeugung des Inspekteurs der Marine, Vizeadmiral Jan Christian Kaack, sind die entsprechenden Einheiten gerüstet. "Die Marine, das kann ich Ihnen versichern, wird bereit sein", sagte Kaack bei einer Informationsveranstaltung beim 3. Minensuchgeschwader in Kiel.

Voraussetzungen für einen Einsatz seien das Ende der Kampfhandlungen im Einsatzgebiet, ein Mandat und ein Parlamentsbeschluss. "Zum Glück sind wir eine Parlamentsarmee", betonte der Vizeadmiral.

"Die Marine leistet viel mit der kleinsten Flotte aller Zeiten, die wir gerade von der Pike auf modernisieren." Gleichzeitig müsse man manchmal mit dem Frust leben, dass Schiffe nicht vom Fließband kommen. "Alles, was wir haben, ist im Einsatz. Wir liefern verlässlich und professionell", sagte Kaack und fügte hinzu: "Wir werden angesichts der aktuellen Entwicklungen im Nahen und Mittleren Osten neu und klug priorisieren müssen."

Welche Einheiten wären gefragt?

Aktuell bereiten sich die Besatzungen des 3. Minensuchgeschwaders nach Angaben der Kommandeurin, Fregattenkapitän Inka von Puttkamer, auf einen möglichen Einsatz vor. "Wir haben Soldaten, die immer in hoher Einsatzbereitschaft sind. Aber natürlich muss man auch darüber sprechen, dass man sich auf ein bestimmtes Seegebiet anders vorbereitet als auf Nord- und Ostsee." Die Stimmung unter den Besatzungen sei gut und motiviert.

Die Marine verfügt über zehn Minenjagdboote der Frankenthal-Klasse. Bei der Marine gilt der Drittel-Grundsatz, wonach immer ein Drittel der Schiffe und Boote einsatzbereit sei, sagte von Puttkamer.

Welche Ausrüstung könnte eingesetzt werden?

Die Boote sind mit Drohnen ausgerüstet, die auf verschiedene Arten Gegenstände wie Minen orten können. Anschließend können Minentaucher die Sprengkörper unschädlich machen. Die Besatzungen können autonome Drohnen einsetzen, die ein bestimmtes Seegebiet selbstständig erkunden. Es stehen aber auch gelenkte Unterwasserdrohnen zur Verfügung, die über eine Kamera und einen Greifer verfügen. Eingesetzt werden können auch Hohlstablenkboote der Seehund-Klasse. Sie simulieren nach Marineangaben magnetische und akustische Signaturen von Schiffen, um Minen gefahrlos zur Detonation zu bringen.

Welche besonderen Herausforderungen gäbe es?

Die Umweltbedingungen in der Straße von Hormus am Persischen Golf seien ganz andere als in Nord- und Ostsee, sagt von Puttkamer. "Das ist natürlich auch nicht das Gebiet, in dem wir uns besonders gut auskennen, weil wir hier trainiert sind." Die Boote und Sensoren seien für das heimische Seegebiet ausgelegt. "Das heißt aber nicht, dass sie nicht auch woanders eingesetzt werden können."

Man sei gerade dabei zu prüfen, was zusätzlich eingerüstet werden könne. Auch die anderen klimatischen Bedingungen habe man im Blick. Es gehe auch darum, die Besatzungen psychisch vorzubereiten.

Womit müsste die Marine im Einsatz rechnen?

Man sei es gewohnt, mit Ungewissheiten zu arbeiten, sagte von Puttkamer. "Das ist unser Job, das machen wir jeden Tag, deswegen sind wir trainiert darauf, uns schnell an neue Gegebenheiten anzupassen." Der Einsatz sei an Vorbedingungen wie eine Waffenruhe gebunden. "Wenn die nicht erfüllt sind, dann fahren wir da auch nicht hin."

Kaack konkretisiere die möglichen Aufgaben: Zunächst müsste festgestellt, wo in dem Seegebiet Minen seien und welche Einschränkungen das für den Seeverkehr bedeutet. Wenn es Minen gebe, müssten Routen freigeräumt werden, damit Handelsschiffe durchkommen können. "Die Dichte an Minen wird dann bestimmen, wie lange das Ganze dauert."

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