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Mehr Zeit für Atommüll-Transporte quer durch NRW beantragt 07.07.2026, 17:06 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Die umstrittenen Atommüll-Transporte von Jülich nach Ahaus über Autobahnen quer durch NRW werden sich möglicherweise länger hinziehen. Das Transportunternehmen Orano habe die Verlängerung der Transportgenehmigung um ein Jahr bis August 2028 beantragt, sagte ein Sprecher der JEN Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen. Sie ist die Auftraggeberin der Transporte. "Eine Verlängerung macht absolut Sinn, um sich einen Puffer zu schaffen", erklärte der Sprecher. Zuvor hatte der WDR darüber berichtet.

Verlängerung würde maximale Dauer erreichen

Die Beförderungsgenehmigung ist nach aktuellem Stand befristet bis zum 31. August 2027. Rund 300.000 Brennelement-Kugeln aus dem früheren Versuchsreaktor im rheinischen Jülich sind in 152 Spezialbehältern verpackt, sogenannten Castoren. Diese sollen ins Zwischenlager Ahaus im Münsterland transportiert werden. Seit Genehmigung der Transporte im August 2025 durch Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung sind allerdings bisher lediglich vier Castoren nach Ahaus gebracht worden.

Das zuständige Bundesamt erklärte, dass Ende Juni ein Antrag auf Verlängerung der atomrechtlichen Beförderungsgenehmigung auf die gesetzlich festgesetzte maximale Gültigkeitsdauer von drei Jahren gestellt wurde. Das Bundesamt werde über den Antrag entscheiden, wenn alle erforderlichen Nachweise vorgelegt und bewertet wurden, sagte eine Sprecherin ohne ein Datum zu nennen. Im Fall einer positiven Entscheidung wäre die Genehmigung dann bis Ende August 2028 gültig.

Erste Transporte von Demonstrationen begleitet

Bei dem Transport von 152 Castor-Behältern durch Nordrhein-Westfalen handelt es sich in der Summe um einen der größten Atommülltransporte auf der Straße seit Jahrzehnten. Die einzelnen Castoren sind jeweils auf einem Schwerlasttransporter begleitet von einem Fahrzeug-Konvoi auf der etwa 170 Kilometer langen Strecke unterwegs, wie die ersten Transporte zeigten. Die NRW-Polizei sichert die Transporte mit einem Großaufgebot ab.

Die lange Serie der Atommüll-Transporte hatte erst Ende März 2026 begonnen. Mehrere Gerichtsentscheidungen waren dem Start vorausgegangen. Die Umweltorganisation BUND wollte die Transporte juristisch verhindern. Parallel zu den bereits erfolgten Transporten demonstrierten an mehreren Orten Menschen gegen die Verlagerung des Atommülls quer durch das dicht besiedelte Bundesland. Die Transporte verliefen ohne Zwischenfälle.

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