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Merck verdient operativ überraschend gut und hebt Jahresziel an 13.05.2026, 11:02 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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Merck DE0006599905 hat zum Jahresstart starken negativen Wechselkurseffekten und Umsatzrückgängen bei wichtigen Medikamenten getrotzt. Operativ verdiente der Darmstädter Laborzulieferer und Pharma- und Technologiekonzern mehr als gedacht, und der neue Vorstandschef Kai Beckmann hebt deshalb seine Prognose für das Jahr an. Zugleich hält der Manager an den noch von seiner Vorgängerin Belen Garijo verabschiedeten Mittelfristzielen fest. Dabei gab Beckmann am Mittwoch einen ersten Einblick, wie es bei Merck künftig weitergehen soll. An der Börse ging es für die Aktie am Vormittag kräftig aufwärts.

"Da sich Märkte, Technologien und Kundenbedürfnisse weiterentwickeln, werden wir das Betriebsmodell von Merck anpassen und uns stärker auf integrierte Workflow-Lösungen für Kunden konzentrieren, unser Angebot für Kunden und Patienten ausbauen und Kompetenzen über unsere Geschäfte hinweg bündeln", sagte Beckmann laut Mitteilung vom Mittwoch. Damit schärfe Merck die strategische Ausrichtung für die lange Frist. Der Manager hatte das Ruder Anfang Mai von Garijo übernommen, die an die Spitze des französischen Pharmakonzerns Sanofi FR0000120578 gewechselt ist.

Die seit Jahresbeginn eher schwach gelaufene Merck-Aktie kletterte nach den Nachrichten am Vormittag zuletzt um über 8 Prozent. Richard Vosser von der US-Bank JPMorgan lobte die Prognoseanhebung und sprach von einem starken ersten Quartal. Die Gewinnerwartungen an den Konzern dürften seiner Ansicht nach nun steigen.

Das Merck-Management erwartet nun für 2026 einen Umsatz in der Bandbreite von 20,4 bis 21,4 Milliarden Euro, nach 21,1 Milliarden Euro im Vorjahr. Zuvor standen noch 20,0 bis 21,1 Milliarden Euro für dieses Jahr im Plan. Dabei geht der Konzern von etwas weniger Gegenwind von der Währungsseite aus als bisher. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll in einer Bandbreite von 5,7 bis 6,1 Milliarden Euro herauskommen, und damit jetzt im Bestfall auf dem Vorjahresniveau. Ursprünglich hatte der Konzern noch einen Rückgang auf 5,5 bis 6,0 Milliarden prophezeit.

Der Konzern begründete seine wachsende Zuversicht unter anderem auch mit der wieder anziehenden Wachstumsdynamik in der Laborsparte. Dort hatte Merck nach dem Corona-Boom unter einer längeren Nachfrageflaute gelitten. Inzwischen kommen die Geschäfte rund um die Arzneimittelherstellung wieder in Gang. Zudem rechnen die Darmstädter nun statt ab März erst ab Mai damit, dass in den USA keinerlei Umsätze mit dem Blockbuster Mavenclad gegen Multiple Sklerose mehr erzielt werden.

Dem Mittel droht in den Vereinigten Staaten wegen des Verlusts seines Patentschutzes zunehmender Wettbewerb durch Nachahmer-Medikamente (Generika). Im ersten Quartal knickten die Mavenclad-Umsätze um gut 11 Prozent ein. Weiterhin unberücksichtigt bleibt in der Konzernprognose eine mögliche US-Marktzulassung des Fruchtbarkeitsmedikaments Pergoveris.

Konzernweit ging Mercks Umsatz im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 2,8 Prozent auf gut 5,1 Milliarden Euro zurück. Dabei belastete vor allem der schwache US-Dollar. Da der Konzern rund ein Viertel seines Umsatzes in den USA erwirtschaftet, trifft das die Darmstädter erheblich. Organisch, also ohne Wechselkurs und Portfolioeffekte, wuchs der Erlös hingegen um 2,9 Prozent.

Das operative Ergebnis lag mit 1,53 Milliarden Euro nahezu auf Vorjahresniveau - Analysten hatten hier mit einem größeren Rückgang gerechnet. Unter dem Strich sank der Gewinn aber um gut 9 Prozent auf 669 Millionen Euro.

Treiber im Quartal war die Laborsparte, die bei Umsatz und auch Ergebnis zulegen konnte. Einbußen verzeichnete Merck dagegen im Pharmageschäft. Dort konnte der Konzern die Rückgänge bei Mavenclad und vielen anderen Medikamenten nicht ganz vollständig ausgleichen. Um die Patentlücke zu füllen, hatte Merck im vergangenen Jahr in einem Milliardendeal den Krebsspezialisten Springworks Therapeutics übernommen. Die Beiträge der beiden Medikamente des US-Unternehmens blieben mit einem zweistelligen Millionenbetrag im ersten Quartal aber noch überschaubar. Wegen Kosten für den Zukauf und Währungseffekten ging in der Sparte auch das Ergebnis zurück.

Am stärksten trafen die Wechselkurse das von Beckmann zuvor geführte Elektronikgeschäft, die Sparte verbuchte im Vergleich auch die größten Erlöseinbußen. Motor dort blieb das florierende Geschäft rund um Halbleitermaterialien für KI-Anwendungen. Zugleich sorgten positive Einmaleffekte für einen Ergebnissprung. Ausschlaggebend sei der Verkauf von Patenten für die Oled-Technologie und eine Kostenerstattung rund um einen Streitfall bei einem Lieferantenproblem gewesen, hieß es.

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