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Netflix bietet nicht mehr für Warner Bros. - Paramount-Sieg? 27.02.2026, 06:35 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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LOS ANGELES (dpa-AFX) - Im Bieterkampf um das Hollywood-Urgestein Warner Brothers will der Streamingdienst Netflix dem Rivalen Paramount nicht mehr Paroli bieten. Man habe sich entschieden, das Angebot für die Filmstudios und das Streaming-Geschäft von Warner Bros. nicht zu erhöhen, teilte Netflix mit. Die Netflix-Aktie legte nachbörslich deutlich zu.

Damit scheint der Weg frei für eine Übernahme durch Paramount. Das Unternehmen will den gesamten heutigen Konzern Warner Bros. Discovery samt TV-Sendern schlucken, darunter auch der Nachrichtensender CNN.

Unmittelbar vor Netflix' Ausstieg aus dem Bieterwettbewerb hatte Warner Brothers ein nochmals verbessertes Gebot von Paramount formal als "überlegen" eingestuft. Netflix erklärte nun, angesichts dieses neuen Angebots sei "der Deal finanziell nicht mehr attraktiv".

Der Warner-Verwaltungsrat hielt trotz des neuen Paramount-Angebots an seiner Empfehlung an die Aktionäre fest, das Übernahmeangebot von Netflix anzunehmen, wie es in einer nach US-Börsenschluss veröffentlichten Mitteilung hieß. Die Abstimmung darüber wurde auf den 20. März angesetzt. Die Übernahmevereinbarung mit Netflix bleibe in Kraft. Trotzdem schien ein Erfolg der Transaktion nach der Entscheidung von Netflix mindestens fragwürdig.

Netflix: "Diese Transaktion war immer ein "Nice to have""

Die Co-Chefs von Netflix, Ted Sarandos und Greg Peters, erklärten, die ausgehandelte Transaktion hätte einen Mehrwert für die Aktionäre geschaffen und einen klaren Weg zur behördlichen Genehmigung geboten. "Wir haben uns jedoch stets diszipliniert verhalten. Und zu dem Preis, der erforderlich wäre, um das jüngste Angebot von Paramount Skydance zu erreichen, ist der Deal finanziell nicht mehr attraktiv", betonten die beiden Manager.

"Wir sind überzeugt, dass wir die ikonischen Marken von Warner Bros. gut geführt hätten und dass unser Deal die Unterhaltungsindustrie gestärkt und mehr Arbeitsplätze in der Produktion in den USA erhalten und geschaffen hätte", teilten Sarandos und Peters weiter mit. "Aber diese Transaktion war immer ein "Nice to have" zum richtigen Preis, kein "Must have" um jeden Preis."

Netflix werde auch weiter selbst in qualitativ hochwertige Filme, Serien und Unterhaltung investieren. Zudem will das Unternehmen ein Programm zum Aktienrückkauf wieder aufnehmen. Der Netflix-Aktienkurs hatte angesichts der kostspieligen Übernahmepläne in den vergangenen Monaten deutlich nachgegeben.

Paramount legt bei Milliarden-Angebot noch Schippe drauf

Zu dem nochmals verbesserten Paramount-Vorschlag gehört, dass das Gebot für den gesamten heutigen Konzern Warner Bros. Discovery von 30 auf 31 Dollar pro Aktie in bar erhöht wurde.

Warner und Netflix waren Anfang Dezember eine verbindliche Übernahmevereinbarung für das Studio- und Streaming-Geschäft eingegangen. Wenige Tage später wandte sich Paramount direkt an die Aktionäre und bot 108,4 Milliarden Dollar für den gesamten heutigen Konzern Warner Bros. Discovery samt der TV-Sender. Netflix bietet knapp 83 Milliarden Dollar für die Filmstudios und das Streaming-Geschäft. Die TV-Sender von Warner sollten bei dieser Variante in ein separates Unternehmen wandern.

Paramount versprach zudem, die Zahlung von 2,8 Milliarden Dollar zu übernehmen, die für Warner bei einer Auflösung des bisherigen Deals mit Netflix fällig werden könnte.

Es geht auch um Zukunft von Trump-kritischem Sender CNN

In dem Bieterkampf geht es auch um das Schicksal des Nachrichtensenders CNN, bei dem oft kritisch über US-Präsident Donald Trump berichtet wird. Trump sagte im Dezember, es müsse sichergestellt werden, dass CNN bei einem Deal auf jeden Fall den Besitzer wechsle.

Paramount wurde im vergangenen Jahr von der Familie des als Trump-Unterstützer bekannten Tech-Milliardärs Larry Ellison gekauft. Die Nachrichtenredaktion des Paramount-Senders CBS schlug seit der Übernahme durch die Ellisons zum Teil einen freundlichen Ton gegenüber der Trump-Regierung an. Trumps Kritiker in den USA befürchten, dass CNN unter dem Dach von Paramount die redaktionelle Unabhängigkeit verlieren könnte.

Deal braucht Zustimmung der Aufsichtsbehörde

Die Übernahme wird in jedem Fall zu einer höheren Konzentration im US-Medienmarkt führen und die Zustimmung der Aufsichtsbehörde brauchen. Netflix sagte Warner eine Vertragsstrafe von 5,8 Milliarden Dollar zu für den Fall, dass der Deal an Bedenken der Wettbewerbshüter scheitern sollte.

Paramount gibt sich zuversichtlich. Die engen Verbindungen der Ellisons zu Trump und dessen Regierung dürften für die Übernahme in jedem Fall hilfreich sein. Paramount bietet Warner für den Fall eines Scheiterns aufgrund der Behörden sogar eine Zahlung von sieben Milliarden Dollar an./sl/DP/zb

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