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Onlinehandel kommt im Iran durch Krieg zum Erliegen 19.03.2026, 10:53 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Der Onlinehandel ist im Iran durch den Krieg nahezu vollständig zum Erliegen gekommen. Betroffen seien landesweit Hunderttausende Unternehmen, sagte ein Brancheninsider in Teheran. Seit fast drei Wochen hat Irans Sicherheitsapparat die Bevölkerung vom Internet abgeschnitten. Zugriff haben Menschen in dem Land mit gut 90 Millionen Einwohnern nur auf das nationale Netz. Die meisten Händler sind jedoch für die Vermarktung ihrer Produkte und Dienstleistungen auf Apps wie Instagram angewiesen.

Die Internetsperre sei nun die längste jemals verzeichnete Unterbrechung in der Geschichte des Irans, schrieb die auf Internetsperren spezialisierte Organisation Netblocks auf X. Sie übertrifft sogar die Sperre vom Januar während der Massenproteste. Mehr als 456 Stunden ist die breite Öffentlichkeit vom internationalen Netz abgeschnitten, wie Netblocks berichtet.

Auch die IT-Branche leidet unter dem Krieg. Notebooks und Handys könne sich niemand mehr leisten, sagt Mortesa, ein 33 Jahre alter Inhaber eines kleinen Computergeschäfts. "Ich weiß nicht mehr, auf wen ich noch fluchen soll. Das Regime, das für das ganze Elend verantwortlich ist, die Amerikaner, die das Land statt zu befreien zerstören oder die Israelis, die sich für die Feindseligkeiten der letzten Jahrzehnte endlich rächen wollen", klagt der Mann.

Irans Internet wird auch in Friedenszeiten stark zensiert. Viele Webseiten und auch Apps sind gesperrt. Um soziale Medien und Netzwerke wie etwa Instagram, TikTok und YouTube zu nutzen, gehören Tunneldienste (VPN) für einen Großteil der Nutzer zum Alltag. Auch deren Verkauf sei durch die Internetsperre faktisch unmöglich, sagt der Händler Mortesa.

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