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ROUNDUP/'Pragmatisch im Weg'

Grüne wollen von Özdemir lernen 09.03.2026, 09:06 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

BERLIN (dpa-AFX) - Die Grünen-Vorsitzenden Franziska Brantner und Felix Banaszak sehen den Wahlerfolg in Baden-Württemberg auch als Antrieb für einen stärkeren Kurs der Mitte. "Wir wollen, dass die Grünen wieder eine Orientierungskraft für breite Teile der Bevölkerung werden", sagte Banaszak am Montag im ARD-Morgenmagazin. "Wir haben die gesamte Gesellschaft im Blick, aber wir verbinden das mit einer klaren Vision, einer Veränderung nach vorne."

Brantner sagte im Deutschlandfunk, die Grünen im Bund könnten aus Baden-Württemberg lernen. "Wir können lernen, dass man ambitioniert in den Zielen ist, pragmatisch im Weg, dass wir das Land vor die Partei stellen." Cem Özdemir habe gezeigt, dass man Wahlen aus der Mitte gewinnen könne, das seien gute Nachrichten für den Bund. Außerdem sorge die Wahl in Baden-Württemberg dafür, dass die Grünen weiter an der Konferenz der Ministerpräsidenten beteiligt seien, diese Rolle werde Özdemir nutzen.

Die eher links ausgerichtete Grüne Jugend hingegen hatte Özdemirs Kurs bereits kritisiert und gefragt, "ob das am Ende noch grüne Politik ist", wie der Vorsitzende Luis Bobga sich im Sender RTL/n-tv ausgedrückt hatte. Brantner nannte das im "Frühstart" des Senders "absurd". "Gestern Abend hab ich gedacht: Mann, freu dich. Ist doch super, also gerade, dass man sieht, dass jemand wie Cem gewinnen kann."

Brantner erwartet harte Koalitionsverhandlungen

Den Vorwurf, im Wahlkampf eine Schmutzkampagne gegen die CDU geführt zu haben, wies Brantner zurück. "Das war keine Kampagne", betonte sie. Dennoch stünden jetzt harte Koalitionsverhandlungen bevor. "Wir werden immer das Land über die Partei stellen. Ich hoffe, die CDU auch", sagte die Grünen-Chefin.

Banaszak kritisierte, Union und SPD im Bund schafften es zurzeit "in der Koalition überhaupt nicht, Inspiration, Orientierung, irgendwie Freude auf die Zukunft zu machen". Stattdessen sei der Kurs von Bundeskanzler Friedrich Merz und Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (beide CDU) in die Vergangenheit gerichtet "und auch dieser Kurs hat gestern eine Absage bekommen", fügte der Grünen-Bundeschef hinzu./brd/DP/nas

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