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Rheinmetall peilt 2026 starkes Wachstum an - Aktie verliert 11.03.2026, 10:23 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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Rheinmetall 1.506,60 EUR +0,16 % Lang & Schwarz

DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Angetrieben von seinen jüngsten Zukäufen will Rheinmetall im laufenden Jahr weiter kräftig wachsen. Deutschlands größter Rüstungskonzern kann sich angesichts der Aufrüstung der Nato-Staaten vor Aufträgen kaum retten. Wegen der geplanten Trennung vom zivilen Geschäft rund um die Autozulieferung stellt sich der Dax-Konzern neu auf. Im vergangenen Jahr hat Rheinmetall allerdings nur das untere Ende seiner Prognosen erreicht. Dafür können sich die Aktionäre über eine unerwartet hohe Dividende freuen. Die Aktie gab am Mittwoch aber deutlich nach.

Im frühen Handel büßte das Papier mehr als vier Prozent ein und knüpfte damit als Schlusslicht im Dax an seinen jüngsten Abwärtstrend an. Jefferies-Analystin Chloe Lemarie bemängelte in einer ersten Reaktion, dass Rheinmetall Wachstumsschmerzen offenbare und im vergangenen Jahr beim operativen Ergebnis enttäuscht habe. Der Ergebnisausblick liege zudem unter der Markterwartung.

"Wir werden gebraucht, wenn es darum geht, die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands und Europas zu erhöhen", sagte Konzernchef Armin Papperger am Mittwoch laut Mitteilung. Rheinmetall werde einen bedeutenden Anteil an den steigenden Rüstungsausgaben haben. So soll der Umsatz in diesem Jahr um 40 bis 45 Prozent auf 14 bis 14,5 Milliarden Euro nach oben klettern. Das organische Wachstum ohne Übernahmen soll bei 28 bis 31 Prozent liegen. Die operative Ergebnismarge erwartet Papperger bei rund 19 Prozent.

Dabei kann sich Rheinmetall auf eine hohe Nachfrage stützen: Ende Dezember betrug der Backlog 63,8 Milliarden Euro. In diesem Orderbestand sind verbindliche Aufträge und Rahmenverträge inkludiert. Damit waren die Auftragsbücher so voll wie nie zuvor. Die sogenannte Nomination stieg im vergangenen Jahr um knapp 9 Prozent auf 26,4 Milliarden Euro. Diese Kennziffer umfasst neben dem klassischen Auftragseingang unter anderem das Volumen aus neu abgeschlossenen Rahmenverträgen. Der Backlog soll sich in diesem Jahr mehr als verdoppeln.

Rheinmetall konzentriert sich künftig komplett auf das Rüstungsgeschäft und will sich, wie bereits bekannt, von seiner Autozuliefersparte trennen - diese hat das Unternehmen deshalb bereits als nicht fortgeführtes Geschäft in der Bilanz ausgeklammert. Gleichzeitig wagt sich der Konzern neben den bisherigen Domänen Land und Luft durch die Übernahme des Marineschiffbauers NVL und ein Gemeinschaftsunternehmen rund um Satelliten nun auch in den maritimen Bereich sowie den Weltraum.

Laut Konzernchef Papperger zahlt sich die Entwicklung zum umfassenden Systemhaus im Rüstungsbereich schon heute aus. Nicht zuletzt dank hoher Vorauszahlungen von Kunden und einem in der Folge stark gestiegenen freien Barmittelzufluss hält der Manager außerdem weitere Zukäufe für gut möglich.

Mit Blick auf das fortgeführte Geschäft ohne die Autozulieferung stieg der Umsatz im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2024 um 29 Prozent auf 9,94 Milliarden Euro. Zuletzt hatte Rheinmetall jedoch ein Wachstum zwischen 30 und 35 Prozent angepeilt. Das operative Ergebnis verbesserte sich um ein Drittel auf 1,84 Milliarden Euro. Die entsprechende Marge lag in der Folge bei 18,5 Prozent. Hier hatte der Rüstungskonzern 18,5 bis 19 Prozent auf dem Zettel. Unter dem Strich entfiel auf die Aktionäre vor allem wegen höherer Verluste aus nicht fortgeführten Geschäften ein niedrigerer Gewinn von 696 Millionen Euro nach 717 Millionen Euro ein Jahr zuvor.

Die Aktionäre sollen für das abgelaufene Geschäftsjahr eine Dividende von 11,50 Euro je Aktie erhalten. Das ist deutlich mehr, als Analysten erwartet hatten. Fürs Vorjahr wurden 8,10 Euro je Anteilsschein ausgeschüttet.

Der Verkauf des Geschäfts rund um die Autozulieferung zieht sich derweil länger hin als erhofft. Rheinmetall peilt für eine Vertragsunterzeichnung spätestens das dritte Quartal an. Im vergangenen Dezember zeigte sich der Rüstungskonzern noch optimistisch, bereits im ersten Quartal Nägel mit Köpfen machen zu können. Damals hieß es, dass mit zwei Bietern verhandelt wird. Die Sparte ist für Rheinmetall ein Klotz am Bein: Der Umsatz sank im vergangenen Jahr um fast 13 Prozent, die operative Ergebnismarge betrug nur 3 Prozent.

Im Rüstungsgeschäft rechnet Rheinmetall dagegen auch längerfristig mit glänzenden Aussichten. Die Düsseldorfer bestätigten ihre Mittelfristziele und wollen den Umsatz bis 2030 auf rund 50 Milliarden Euro in etwa verfünffachen. Die operative Marge soll dann bei mehr als 20 Prozent liegen. Neben dem massiven Rückenwind durch den Ukraine-Krieg profitiert Rheinmetall dabei auch von der Eskalation im Iran. Der Rüstungskonzern versorgt die USA und dessen Verbündete unter anderem mit Raketen und Luftverteidigungssystemen./niw/men/stk

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