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RWE will Mehrheit an Amprion - Kapitalerhöhung 22.06.2026, 19:43 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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Der Energiekonzern RWE DE0007037129 will die Mehrheit am Übertragungsnetzbetreiber Amprion übernehmen. Der Preis für die Aufstockung der Amprion-Anteile auf 55 Prozent liege bei rund 3,6 Milliarden Euro, teilte RWE am Montag nach Börsenschluss in Essen mit. Verkäufer ist ein Konsortium aus Versorgungswerken und institutionellen Investoren aus der Versicherungsbranche. RWE beschafft für den Kauf frisches Geld am Aktienmarkt und will Milliarden in den Netzausbau investieren.

Für die im bisherigen Jahresverlauf gut gelaufene Aktie des Unternehmens ging es nach den Neuigkeiten im nachbörslichen Handel jedoch abwärts. So verlor das Papier auf der Plattform Tradegate im Vergleich zum Xetra-Schlusskurs am Abend rund drei Prozent an Wert. RWE wird an der Börse mit rund 41 Milliarden Euro bewertet.

Nach eigenen Angaben hat RWE Vereinbarungen mit den Anteilseignern der M31 Beteiligungsgesellschaft erzielt, um deren indirekte Anteile an Amprion zu erwerben. Zu den Verkäufern zählen unter anderem Meag Munich Ergo DE0008430026 und Talanx DE000TLX1005.

Amprion betreibt den Angaben zufolge ein 11.000 Kilometer langes Höchstspannungsnetz, mit dem Strom von der Nordsee bis zu den Alpen transportiert wird. Im Zuge der Energiewende ist in den kommenden Jahren ein umfangreicher Ausbau des Übertragungsnetzes nötig. Die hierfür erforderlichen hohen Investitionen wird RWE nach eigenen Angaben mitfinanzieren.

Schon jetzt hält RWE über ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem Finanzinvestor Apollo 25,1 Prozent an Amprion. Durch die Aufstockung soll der mittelbare Anteil des Konzerns an dem Übertragungsnetzbetreiber auf 55 Prozent steigen. Dazu beteiligt sich RWE selbst an dem Konsortium M31. Vollzogen werden soll der Deal den Plänen zufolge bis Ende September.

Das nötige Geld soll eine Kapitalerhöhung bringen. Dazu will RWE bis zu knapp 74,4 Millionen Aktien ausschließlich bei institutionellen Anlegern platzieren. Dabei sollen neue Anteile im Umfang von bis 4,9 Prozent des Grundkapitals gegen Bareinlagen ausgegeben werden. Zudem will RWE eigene Aktien im Umfang von bis zu 5,1 Prozent des Grundkapitals veräußern. Das Bezugsrecht der Aktionäre soll dabei ausgeschlossen sein.

RWE-Chef Markus Krebber verspricht sich von der Aufstockung bei Amprion und der Bereitstellung zusätzlicher Mittel zum Ausbau des Übertragungsnetzes in Deutschland attraktive Wachstumsmöglichkeiten für den Konzern. "Mit Umsetzung der angekündigten Kapitalmaßnahme sind auch die zusätzlichen Investitionen bis 2031 abgesichert", sagte er. Die Deals sollen das Ergebnis pro Aktie ab dem ersten Tag steigern. "Für 2031 wollen wir unser Ziel von 4,40 Euro auf 4,55 Euro je Aktie erhöhen", sagte er.

Amprion-Chef Christoph Müller beteuerte, dass der Übertragungsnetzbetreiber trotz des erhöhten Anteils von RWE unabhängig bleibe - gemäß den gesetzlichen Entflechtungsvorschriften. "Das Unternehmen wird weiterhin unter seiner bestehenden Marke und mit seinem bestehenden Management-Team operieren." RWE werde die Beteiligung an Amprion weiterhin nach der At-Equity-Methode bilanzieren, sprich nicht voll in seine Geschäftszahlen aufnehmen.

Den Angaben zufolge will RWE bis zum Jahr 2031 weiterhin 35 Milliarden Euro netto bis 2031 für den Ausbau des globalen Portfolios an Erneuerbaren Energien, Batteriespeichern und flexibler Erzeugung investieren. Zudem hält die Konzernspitze an ihrem Dividendenziel von 1,32 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2026 fest und bekräftigt ihre Absicht, die Dividende jährlich um 10 Prozent zu steigern.

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