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ROUNDUP/'Sehr schön'

Russell läutet neue Formel-1-Ära mit Sieg ein 08.03.2026, 10:05 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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MELBOURNE (dpa-AFX) - Im Trubel von Melbourne hat Mercedes-Pilot George Russell mit seinem sechsten Grand-Prix-Sieg die neue Ära in der Formel 1 eingeläutet. Beim Auftaktrennen in Australien nach der größten Regelreform in der Geschichte der Motorsport-Königsklasse wehrte der Engländer sogar einen Raketenstart von Ferrari-Fahrer Charles Leclerc ab und feierte mit seinem Teamkollegen Kimi Antonelli Down Under einen Doppelerfolg.

Auf das erste Podium der Saison bei einer spektakulären Ouvertüre mit vielen Überholmanövern und fünf Ausfällen raste der frisch verheiratete Leclerc noch als Dritter vor Rekordweltmeister Lewis Hamilton. Eine bessere Reifenstrategie hätte der Scuderia aber zum Auftakterfolg verhelfen können.

Russell herzt Antonelli

"Sehr schön, sehr schön", funkte Russell an seine Crew. "Ich mag dieses Auto, ich mag diesen Motor. Ein großartiger Job." Im Fahrerlager herzte Russell seine Teammitglieder und auch Antonelli, der tags zuvor im Abschlusstraining noch einen heftigen Crash hingelegt hatte. "Jeder, der gesagt hat, es hat zu wenig Show, wurde am Anfang eines Besseren belehrt. Wir dachten, es wird leichter. Ferrari war am Anfang unheimlich stark", befand ein gelöster Teamchef Toto Wolff.

"Mercedes hatte ein bisschen mehr Geschwindigkeit als wir, vielleicht nicht so ganz wie gestern", räumte Leclerc ein. Wäre ein früherer Boxenstopp für ihn hilfreich im Kampf um den Sieg gewesen? "Ich glaube nicht, dass es gereicht hätte", meinte Leclerc.

Audi holt gleich Punkte

Der 35. Weltmeister der Formel-1-Geschichte, Lando Norris, kam am Sonntag im McLaren nicht über Platz fünf hinaus. Sechster nach Startplatz 20 wurde noch Max Verstappen im Red Bull. An der Spitze feierte aber Mercedes seinen 61. Doppelerfolg und hofft nach vier enttäuschenden Jahren auf eine neue Silberpfeil-Ära.

Audi musste bei seiner Premiere als Werksteam ein Aus noch vor dem Erlöschen der Roten Ampeln von Nico Hülkenberg verkraften. Doch dafür schaffte es der Brasilianer Gabriel Bortoleto sehr zum Vergnügen von Audi-Boss Gernot Döllner als Neunter gleich in die Punkte.

Desaster für Lokalheld Piastri

Nach 91 Tagen Grand-Prix-Pause erwischte Leclerc im Ferrari einen starken Start. Der Monegasse nutzte die neue Startphase mit fünf Sekunden Puffer, ehe die Roten Ampeln erlöschen, am besten, um auf die richtige Drehzahl zu kommen. Noch vor der ersten Kurve zog Leclerc an Mercedes-Fahrer Russell vorbei, der in der Qualifikation noch souverän seine achte Pole Position errungen hatte. "Es war ein irrer Kampf", meinte Russell über diese furiose Anfangsphase auf dem Albert Park Circuit.

Oscar Piastri war da längst Zuschauer. Der WM-Dritte der vergangenen Saison kam auf dem Weg in die Startaufstellung ausgangs von Kurve vier auf den Randstein, verlor die Kontrolle über seinen McLaren und krachte in die Streckenbegrenzung. Ein Schock für den gebürtigen Melbourner Piastri, seine Familie und Fans.

Schock für Audi und Hülkenberg

"Es war eine Kombination einiger Dinge: kalte Reifen, ich habe den Randstein am Ausgang der Kurve erwischt, das war mein Fehler, und ich hatte mehr Leistung, als ich erwartet hatte", erklärte Piastri zerknirscht sein Aus. "Ein sehr enttäuschendes Ende. Es schmerzt sehr." Damit bleibt es dabei: Einen Australier auf dem Podium des Heim-Grand-Prix gibt es weiter nicht.

Und auch Nico Hülkenberg erlebte ein Desaster. Technische Probleme zwangen den Rheinländer mit seinem Audi noch vor dem Start in die Garage. Aber auch von dort konnte der einzige deutsche Fahrer im Feld nicht Gas geben. Vor den Augen von Unternehmenschef Gernot Döllner war es zunächst ein frustrierender Start für den deutschen Hersteller, der seine Premiere als Werksteam in der Motorsport-Königsklasse feiert.

Leclerc vs. Russell

Was für ein Auftakt 2026 der neuen Formel 1, die die größte Regelrevolution ihrer Geschichte mit neuen Motoren und neuen Autos ausgerufen hat. Da fast 50 Prozent der Leistung von einer Batterie kommen, sind die Fahrer zu permanentem Energie-Management gefordert. Sie müssen die richtige Balance zwischen Aufladen und Angreifen finden. So sollen die Rennen unberechenbarer werden.

Das erste Fazit: Das neue Konzept wirkt. An der Spitze lieferten sich Leclerc und Russell einen knallharten Positionskampf. Nach einem Crash in der Qualifikation und ohne gezeitete Runde musste der viermalige Weltmeister Max Verstappen von Platz 20 aus das Feld von hinten aufrollen und arbeitete sich in die Punkteränge vor.

Und zwischendurch zwangen immer wieder technische Probleme Fahrer zum vorzeitigen Aus. Von Isack Hadjar, der bei seinem Red-Bull-Debüt gleich von Position drei starten durfte, bis Valtteri Bottas, der Stammfahrer für das neue US-Team Cadillac ist.

Hamilton reagiert ungläubig

Die erste Virtuelle Safety-Car-Phase nach der Ausfahrt von Hadjar auf den Grünstreifen nutzten Russell und Antonelli zum Boxenstopp. Anstatt sich aber ebenfalls harte Reifen aufzuziehen, handelte der Kommandostand von Ferrari nicht. "Wenigstens einen von uns hättet ihr reinholen sollen", reagierte Rekordweltmeister Lewis Hamilton ungläubig.

An der Spitze drehten aber Russell und Antonelli cool ihre Runden. Leclerc und Hamilton konnten das Mercedes-Duo nicht mehr einfangen. Russell jubelte beim Durchfahren der Ziellinie und rief: "Es war unglaublich."/mom/DP/zb

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