ROUNDUP

Starke US-Konjunkturdaten sprechen gegen schnelle Zinssenkung 17.07.2025, 15:41 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

WASHINGTON (dpa-AFX) - Eine Reihe von überraschend starken Konjunkturdaten aus den USA sprechen gegen schnelle Zinssenkungen durch die US-Notenbank Fed. Am Donnerstag zeigten sowohl Kennzahlen vom Arbeitsmarkt als auch vom Einzelhandel eine weiter robuste Entwicklung. Positiv überraschte vor allem ein deutlicher Anstieg der Umsätze im Einzelhandel, der für das Wachstum der US-Wirtschaft eine besonders große Rolle spielt.

Im Juni haben die Einzelhändler im Vergleich zum Vormonat 0,6 Prozent mehr Umsatz gemacht. Volkswirte waren im Schnitt nur von einem leichten Anstieg um 0,1 Prozent ausgegangen. Ohne die volatilen Umsätze mit dem Verkauf von Fahrzeugen stiegen die Einzelhandelserlöse um 0,5 Prozent. Vor allem die Autoverkäufe fielen stark aus.

Eine positive Überraschung lieferten auch wöchentliche Daten vom US-Arbeitsmarkt: In der vergangenen Woche wurden weniger Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung gestellt. Die Zahl der Hilfsanträge ging um 7.000 auf 221.000 zurück. Volkswirte hatten hingegen einen Anstieg auf 233.000 erwartet.

Die Zahl der Anträge hatte Anfang Juni mit rund 250.000 den höchsten Wert seit Oktober erreicht. Experten hatten darin erste Signale für ein mögliches Ende der soliden Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt ausgemacht. Zuletzt waren Daten vom US-Arbeitsmarkt aber wieder besser ausgefallen. Im Juni war die Arbeitslosenquote überraschend auf 4,1 Prozent gefallen.

Die wöchentlichen Erstanträge werden an den Finanzmärkten beachtet, weil sie als Indikator für die allgemeine Entwicklung auf dem US-Arbeitsmarkt gelten. Generell spielen Arbeitsmarktdaten eine wichtige Rolle bei geldpolitischen Entscheidungen der US-Notenbank. Zuletzt hatte die Fed den Leitzins stabil gehalten.

Auch Daten zur Preisentwicklung, die zeitgleich am Donnerstag veröffentlicht wurden, sprechen gegen eine schnelle Zinssenkung in den USA. Im Juni haben sich in die USA eingeführte Waren verbilligt. Im Jahresvergleich gingen die Importpreise um 0,2 Prozent zurück, während Bankvolkswirte einen Zuwachs um 0,4 Prozent erwartet hatten. Im Mai waren die Einfuhrpreise nach revidierten Daten ebenfalls um 0,2 Prozent gefallen, nachdem zuvor ein Anstieg um 0,2 Prozent gemeldet worden war.

Auch im Vergleich zum Vormonat entwickelten sich die Einfuhrpreise schwächer als erwartet. In dieser Betrachtung meldete das Ministerium für Juni einen Anstieg um 0,1 Prozent. Hier hatte der Markt ein Plus von 0,3 Prozent erwartet. Die Einfuhrpreise beeinflussen die Verbraucherpreise, an denen die US-Notenbank Fed ihre Geldpolitik ausrichtet.

"Konjunktursorgen werden mit den Zahlen wohl nicht geschürt", kommentierte Ulrich Wortberg, Analyst bei der Helaba. Er verweist auch auf den unerwartet deutlichen Anstieg des Philadelphia-Fed-Index, ein Indikator für die Stimmung in den Industriebetrieben in der Region um Philadelphia.

"Alle Zahlen überraschen positiv und so steht die US-Notenbank nicht unter Druck, die Leitzinsen schnell und deutlich zu senken", kommentierte Wortberg. "Die Zinssenkungsfantasie dürfte gedämpft bleiben."/jkr/jsl/he

Kommentare (0) ... diskutiere mit.
Werbung

Handeln Sie Aktien bei SMARTBROKER+ für 0 Euro!* Profitieren Sie von kostenloser Depotführung, Zugriff auf 29 deutsche und internationale Börsenplätze und unschlagbar günstigen Konditionen – alles in einer innovativen, brandneuen App. Jetzt zu SMARTBROKER+ wechseln und durchstarten!

*Ab 500 EUR Ordervolumen über gettex. Zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen.

k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
Schreib den ersten Kommentar!

Dis­clai­mer: Die hier an­ge­bo­te­nen Bei­trä­ge die­nen aus­schließ­lich der In­for­ma­t­ion und stel­len kei­ne Kauf- bzw. Ver­kaufs­em­pfeh­lung­en dar. Sie sind we­der ex­pli­zit noch im­pli­zit als Zu­sich­er­ung ei­ner be­stim­mt­en Kurs­ent­wick­lung der ge­nan­nt­en Fi­nanz­in­stru­men­te oder als Handl­ungs­auf­for­der­ung zu ver­steh­en. Der Er­werb von Wert­pa­pier­en birgt Ri­si­ken, die zum To­tal­ver­lust des ein­ge­setz­ten Ka­pi­tals füh­ren kön­nen. Die In­for­ma­tion­en er­setz­en kei­ne, auf die in­di­vi­du­el­len Be­dür­fnis­se aus­ge­rich­te­te, fach­kun­di­ge An­la­ge­be­ra­tung. Ei­ne Haf­tung oder Ga­ran­tie für die Ak­tu­ali­tät, Rich­tig­keit, An­ge­mes­sen­heit und Vol­lständ­ig­keit der zur Ver­fü­gung ge­stel­lt­en In­for­ma­tion­en so­wie für Ver­mö­gens­schä­den wird we­der aus­drück­lich noch stil­lschwei­gend über­nom­men. Die Mar­kets In­side Me­dia GmbH hat auf die ver­öf­fent­lich­ten In­hal­te kei­ner­lei Ein­fluss und vor Ver­öf­fent­lich­ung der Bei­trä­ge kei­ne Ken­nt­nis über In­halt und Ge­gen­stand die­ser. Die Ver­öf­fent­lich­ung der na­ment­lich ge­kenn­zeich­net­en Bei­trä­ge er­folgt ei­gen­ver­ant­wort­lich durch Au­tor­en wie z.B. Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­richt­en­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men. In­fol­ge­des­sen kön­nen die In­hal­te der Bei­trä­ge auch nicht von An­la­ge­in­te­res­sen der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und/oder sei­nen Mit­ar­bei­tern oder Or­ga­nen be­stim­mt sein. Die Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­rich­ten­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men ge­hör­en nicht der Re­dak­tion der Mar­kets In­side Me­dia GmbH an. Ihre Mei­nung­en spie­geln nicht not­wen­di­ger­wei­se die Mei­nung­en und Auf­fas­sung­en der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und de­ren Mit­ar­bei­ter wie­der. Aus­führ­lich­er Dis­clai­mer