ROUNDUP

Starker Euro und Zölle belasten Siemens Healthineers 05.02.2026, 10:53 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Werte zum Artikel
Name Aktuell Diff. Börse
Siemens 228,50 EUR -0,52 % Lang & Schwarz

ERLANGEN (dpa-AFX) - Der Medizintechnik-Konzern Siemens Healthineers ist schwächer in das neue Geschäftsjahr gestartet. Der starke Euro sowie die US-Zölle belasteten das erste Geschäftsquartal (bis Ende Dezember). Die Ergebnisse fielen jedoch nicht so stark wie erwartet. Weiter robust zeigte sich der Auftragseingang. Gut entwickelten sich das Kerngeschäft mit der Bildgebung und die neue Sparte Precision Therapy, die den US-Krebsspezialisten Varian enthält. Dagegen bleibt der Bereich Labordiagnostik wegen der anhaltenden Probleme in China schwach. An seiner Jahresprognose hält das Management um Konzernchef Bernd Montag fest.

Die im Dax notierte Aktie startete am Donnerstag zunächst mit Kursgewinnen, gab diese jedoch bereits nach kurzer Zeit wieder ab. Zuletzt notierte sie mit rund 1,2 Prozent im Minus.

Ein Aktienhändler bezeichnete die Zahlen mit Blick auf die Rückgänge als durchwachsen. Im Kerngeschäft auf vergleichbarer Basis sei das erste Quartal stark gewesen, schrieb hingegen David Adlington von JPMorgan in einer ersten Einschätzung. Der Diagnostikbereich bremse aber weiterhin. Positiv hob der Experte die Book-To-Bill-Ratio hervor, die das Verhältnis von Auftragseingang zu den in Rechnung gestellten Umsätzen widerspiegelt.

Der Konzernumsatz sank im vergangenen Jahr um 1,5 Prozent auf 5,4 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Morgen in Erlangen mitteilte. Auf vergleichbarer Basis, also währungs- und portfoliobereinigt, erreichte Healthineers ein Plus von 3,8 Prozent, was unter den Erwartungen der Analysten lag. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sank ebenfalls um 1,5 Prozent auf 809 Millionen Euro. Das bereinigte Ergebnis je Aktie ging um 3,4 Prozent auf 0,49 Euro zurück. Hier hatten Marktexperten mit einem größeren Rückgang gerechnet.

Dabei belasteten Währungseffekte das Ergebnis je Aktie mit rund vier Cent. Den Gegenwind durch Zölle bezifferte Finanzvorstand Jochen Schmitz in einer Telefonkonferenz mit sechs Cent.

Montag sprach von "einem sehr guten Start" im Kerngeschäft. Dabei konnte der Bereich Präzisionstherapie seine Profitabilität deutlich verbessern, Treiber war dabei Varian. Die bereinigte operative Marge (Ebit-Marge) bei der Bildgebung wurde hingegen mit zwei Prozentpunkten durch Währungseffekte und Zölle belastet. Sie verschlechterte sich jedoch nur leicht um 0,3 Prozentpunkte und blieb mit 21,6 Prozent Spitzenreiter im Konzern.

Dagegen bleibt die Labordiagnostik der Problemfall bei Healthineers. Hier belastet zusätzlich das anhaltend schwierige Chinageschäft, in dem es strukturelle Umwälzungen gibt. So ist das Land im Zuge seiner Antikorruptionskampagne zu einer zentralen, volumenbasierten Beschaffung übergegangen. Dazu kommt, dass die Erstattungsbeträge gesunken sind. Umsatz und Profitabilität gingen hier deutlich zurück, die bereinigte operative Marge betrug 2,1 Prozent und war mit weitem Abstand die schwächste im Konzern.

Healthineers zählt die Labordiagnostik nicht mehr zum Kerngeschäft. Die Sparte, die keine Synergien zum restlichen Unternehmen aufweist, soll in den kommenden Jahren eigenständig aufgestellt werden. Eine mögliche Trennung danach ist noch offen.

Im laufenden Geschäftsjahr 2025/26 soll der vergleichbare Umsatz weiterhin um fünf bis sechs Prozent zulegen. Mit Ausnahme des Labordiagnostik-Geschäfts, für das zunächst weiter eine Stagnation erwartet wird, sollen alle Bereiche wachsen. Dabei geht Finanzvorstand Schmitz für das zweite Quartal für den Konzern von einer Umsatzentwicklung unterhalb der Jahresprognose aus. Bei der Labordiagnostik dürfte das Minus dabei nochmals stärker ausfallen. Das bereinigte Ergebnis je Aktie sieht Healthineers weiter bei 2,20 bis 2,40 Euro. Im Vorjahr hatte es bei 2,39 Euro gelegen.

Unterdessen kommen die Vorbereitungen für die Entkonsolidierung durch die Muttergesellschaft Siemens laut Montag voran. So bereite sich Healthineers auf eine entsprechende Refinanzierung vor, die durch die Abspaltung entstehen könnte.

Siemens hatte Mitte November angekündigt, sich von seiner Medizintechniktochter zu trennen. In einem ersten Schritt sollen 30 Prozent an dem ebenfalls im Dax notierten Unternehmen vorzugsweise in Form einer Abspaltung an die Aktionäre der Siemens weitergereicht werden. Investoren hatten diesen Schritt schon länger gefordert, weil das Geschäft von Healthineers keine Synergien zu Siemens aufweist und dazu viel Kapital bindet.

Die Entkonsolidierung wird jedoch dauern: So müssen die Details noch ausgearbeitet werden und die Aktionäre beider Unternehmen dem Vorhaben zustimmen. Siemens hielt zuletzt noch rund 67 Prozent an den Erlangern./nas/stw/stk

Kommentare (0) ... diskutiere mit.
Werbung

Handeln Sie Aktien bei SMARTBROKER+ für 0 Euro!* Profitieren Sie von kostenloser Depotführung, Zugriff auf 29 deutsche und internationale Börsenplätze und unschlagbar günstigen Konditionen – alles in einer innovativen, brandneuen App. Jetzt zu SMARTBROKER+ wechseln und durchstarten!

*Ab 500 EUR Ordervolumen über gettex. Zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen.

k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
Werbung
Weiter abwärts?
Kurzfristig positionieren
Ask: 1,18
Hebel: 19
mit starkem Hebel
Ask: 5,35
Hebel: 4
mit kleinem Hebel
Smartbroker
Goldman Sachs
Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie hier: GW2CA6 GU4KQ0. Beachten Sie auch die weiteren Hinweise zu dieser Werbung. Der Emittent ist berechtigt, Wertpapiere mit open end-Laufzeit zu kündigen.
Schreib den ersten Kommentar!

Dis­clai­mer: Die hier an­ge­bo­te­nen Bei­trä­ge die­nen aus­schließ­lich der In­for­ma­t­ion und stel­len kei­ne Kauf- bzw. Ver­kaufs­em­pfeh­lung­en dar. Sie sind we­der ex­pli­zit noch im­pli­zit als Zu­sich­er­ung ei­ner be­stim­mt­en Kurs­ent­wick­lung der ge­nan­nt­en Fi­nanz­in­stru­men­te oder als Handl­ungs­auf­for­der­ung zu ver­steh­en. Der Er­werb von Wert­pa­pier­en birgt Ri­si­ken, die zum To­tal­ver­lust des ein­ge­setz­ten Ka­pi­tals füh­ren kön­nen. Die In­for­ma­tion­en er­setz­en kei­ne, auf die in­di­vi­du­el­len Be­dür­fnis­se aus­ge­rich­te­te, fach­kun­di­ge An­la­ge­be­ra­tung. Ei­ne Haf­tung oder Ga­ran­tie für die Ak­tu­ali­tät, Rich­tig­keit, An­ge­mes­sen­heit und Vol­lständ­ig­keit der zur Ver­fü­gung ge­stel­lt­en In­for­ma­tion­en so­wie für Ver­mö­gens­schä­den wird we­der aus­drück­lich noch stil­lschwei­gend über­nom­men. Die Mar­kets In­side Me­dia GmbH hat auf die ver­öf­fent­lich­ten In­hal­te kei­ner­lei Ein­fluss und vor Ver­öf­fent­lich­ung der Bei­trä­ge kei­ne Ken­nt­nis über In­halt und Ge­gen­stand die­ser. Die Ver­öf­fent­lich­ung der na­ment­lich ge­kenn­zeich­net­en Bei­trä­ge er­folgt ei­gen­ver­ant­wort­lich durch Au­tor­en wie z.B. Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­richt­en­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men. In­fol­ge­des­sen kön­nen die In­hal­te der Bei­trä­ge auch nicht von An­la­ge­in­te­res­sen der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und/oder sei­nen Mit­ar­bei­tern oder Or­ga­nen be­stim­mt sein. Die Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­rich­ten­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men ge­hör­en nicht der Re­dak­tion der Mar­kets In­side Me­dia GmbH an. Ihre Mei­nung­en spie­geln nicht not­wen­di­ger­wei­se die Mei­nung­en und Auf­fas­sung­en der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und de­ren Mit­ar­bei­ter wie­der. Aus­führ­lich­er Dis­clai­mer