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Tesla sieht Trendwende - Experte geht von Einmaleffekt aus 26.04.2026, 17:07 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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Der US-Elektroautobauer Tesla US88160R1014 sieht für die Fabrik in Grünheide bei Berlin angesichts steigender Nachfrage eine Trendwende - dagegen spricht Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer von einem "Einmaleffekt" und zeigt sich skeptisch. Das gilt auch für den Ausbau des einzigen Autowerks von Tesla-Chef Elon Musk in Europa.

Tesla hatte am Donnerstag angekündigt, wegen gestiegener Nachfrage in Grünheide bis Ende Juni rund 1.000 neue Mitarbeiter einzustellen und die Produktion ab Juli um ein Fünftel hochzufahren.

Dudenhöffer: "Nicht vom langfristigen Ausbau überzeugt"

"Tesla ist aufgrund eines Rabatt-Programms mit 3.000 Euro Rabatt in den letzten Monaten gut gefahren", sagte Dudenhöffer der Deutschen Presse-Agentur. Der Bonus für Model Y sei allerdings zeitlich beschränkt. Außerdem hat Tesla nach seiner Ansicht die Modelle 3 und Y nur aufgefrischt, was das Unternehmen anders sieht.

"Die haben derzeit wegen guter Tesla-Lieferfähigkeit, guten Rabatten und dadurch, dass viele Menschen aufgrund des Iran-Kriegs mehr Interesse am Elektroauto haben, eine gute Entwicklung", sagte Dudenhöffer. "Nach meiner Einschätzung ist dies eher ein Einmaleffekt, der sich wieder abkühlen wird. Von daher würde ich davon ausgehen, dass man mit Leiharbeitern versucht, die gute Lage derzeit zu überbrücken. Ich bin nicht vom langfristigen Ausbau überzeugt."

Tesla sieht Kapazitätsgrenze noch nicht erreicht

Der Autobauer stockt die Zahl der Beschäftigten wegen eines Schubs bei der Nachfrage deutlich auf. "Die Zulassungszahlen in den Märkten, die wir beliefern, sind im ersten Quartal deutlich angestiegen", sagte Werksleiter André Thierig am Donnerstag zur Begründung.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) spricht von einer richtig guten Nachricht. "Tesla setzt auf Brandenburg, weil wir als Standort der erneuerbaren Energien beste Bedingungen für Zukunftstechnologien bieten", schrieb er bei Instagram. Ganz besonders freue er sich, dass Tesla im Laufe des Jahres zusätzlich rund 500 Leiharbeitnehmer in feste Jobs übernehmen wolle.

Deutlich mehr Neuzulassungen in Deutschland

In Deutschland zeigt ein Vergleich der Neuzulassungen den Nachfrageschub für den US-amerikanischen Autobauer: Während von Januar bis März 2025 laut Kraftfahrt-Bundesamt 4.935 neue Teslas registriert wurden, waren es von Januar bis März 2026 genau 12.829, das ist mehr als das Zweieinhalbfache.

Der Werksleiter in Grünheide schätzt als Gründe dafür die Förderung der Elektrofahrzeuge, die gestiegenen Spritpreise, aber auch das Produkt selbst ein - deshalb soll die Produktion hochgefahren werden. "Mit 5.000 Einheiten pro Woche sind wir noch lange nicht an der Auslastungsgrenze der Fabrik", sagte Thierig. "Das sind wir auch mit 6.000 Einheiten noch nicht."

Diese Wochenzahlen entsprechen einer Steigerung der Jahresproduktion von 250.000 auf 300.000 Autos. Tesla-Chef Musk will die Fabrik massiv ausbauen. Das Unternehmen peilte in einer ersten Phase 500.000 Autos im Jahr an, beim Ausbau gar eine Verdopplung auf eine Million im Jahr. Diese Pläne lagen bisher aber auf Eis wegen der unsicheren Marktlage.

Werksleiter Thierig macht deutlich, dass es Schritt für Schritt gehen soll: "Erst mal werden wir natürlich die Kapazitäten, die wir haben, so bestmöglich ausnutzen." Umweltschützer sehen die Fabrik skeptisch, weil sie teils in einem Wasserschutzgebiet liegt.

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