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ROUNDUP/UN-Bericht

Welt auf digitalen Super-GAU nicht vorbereitet 05.05.2026, 10:22 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Verheerende Folgen bedrohen nach einem UN-Bericht die Menschen, wenn die Grundpfeiler der digitalen Welt plötzlich zusammenbrechen. Die Länder seien nicht darauf vorbereitet, dass etwa großflächig Satelliten ausfallen, der Strom unterbrochen wird oder Unterseekabel reißen, berichten die UN-Organisation für Telekommunikation (ITU) und das UN-Büro für Katastrophenvorsorge (UNDRR). "Kritische digitale Risiken sind real, dokumentiert, systemisch und werden weitgehend unterschätzt", warnen sie.

"Was wäre, wenn morgen Mobiltelefone und das Internet nicht mehr funktionieren würden, Zahlungen fehlschlügen, Krankenhäuser Patientendaten verlieren und Notfallwarnungen nie ankommen würden?", heißt es in dem Bericht. "Was wie Science-Fiction klingt, könnte Realität werden." Die Organisationen sprechen von einer "digitalen Pandemie" und stellen drei beängstigende Szenarien vor.

Ein Sonnensturm wie 1859

Wenn die Sonne plötzlich mehr Strahlung und Teilchen ins All schleudert und diese die Erde treffen: An einem Septembertag 1859 hätten bei so einem Ereignis - Vorwarnzeit: höchstens 20 Stunden - Telegrafisten Stromschläge bekommen, Geräte hätten Funken gesprüht und Büros in Brand gesetzt.

Heutzutage würden Signale von Navigationssatelliten gestört, Flugzeuge hätten keinen Live-Radar mehr und Flüge müssten drastisch reduziert werden, autonom fahrende Autos würden stehen blieben, Finanztransaktionen fehlschlagen. Geomagnetisch induzierte Ströme könnten Transformatoren im Stromnetz zerstören und die Stromversorgung stoppen. Datenzentren kämen an Grenzen, wenn sie ihren Notstrom aufgebracht hätten. Der Ersatz von Transformatoren in großem Stil könnte Monate dauern.

Extremhitze wie 2003

Mehr Bedarf an Kühlung, gleichzeitig Erwärmung der Flüsse, was den Betrieb von Atomkraftwerken einschränkt und die Befahrbarkeit der Flüsse, was den Nachschub mit Diesel für Notstrom beschränken könnte: Heutzutage wären ungleich mehr Datenzentren mit hohem Strombedarf betroffen als 2003. Sie könnten teils mangels Kühlung ausfallen, Bezahlterminals könnten Dienste versagen, Geschäfte schließen. Eine regionale Mobilfunk-Infrastruktur, die unabhängig von Datennetzen betrieben werden soll, braucht Basisstationssender, von denen viele ohne Kühlung nicht funktionieren.

Massives Erdbeben im Meer wie 2022

Im Gebiet von Tonga hat 2022 eine große Eruption des Vulkans Hunga Tonga-Hunga Ha'apai unter der Meeresoberfläche massive Schäden verursacht, und unter anderem ein 80 Kilometer langes Unterseekabel zerstört, das den Inselstaat mit der Außenwelt verband. So etwas kann einen wochenlangen Internet-Ausfall bedeuten, mit Folgen wie bei den anderen Szenarien.

Was zu tun ist

Meist werde beim Risikomanagement jede Gefahr einzeln betrachtet und davon ausgegangen, dass das Problem kurzfristig behoben werden könne. Die Gefahr sei aber, dass ein einzelnes Problem andere kritische Infrastruktur belasten kann und plötzlich mehrere gleichzeitig betroffen sind. Nötig seien unter anderem analoge Ausweichkapazitäten. Menschen müssten wissen, wie sie mit analogen Systemen digitale Disruptionen bewältigen und überwinden können.

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