ROUNDUP

Vonovia bleibt auf Wachstumskurs - Schulden sollen schneller runter 19.03.2026, 10:45 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Werte zum Artikel
Name Aktuell Diff. Börse
Vonovia 20,11 EUR +0,58 % Lang & Schwarz

Deutschlands größter Wohnimmobilienkonzern Vonovia DE000A1ML7J1 hat im vergangenen Jahr vor allem dank höherer Mieteinnahmen mehr verdient. Aber auch das Geschäft mit Zusatzleistungen und der Verkauf von Immobilien steuerten zum Zuwachs des operativen Ergebnisses bei, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Die Ziele für das laufende Jahr und für 2028 bestätigte das Unternehmen, zugleich will Vonovia den Abbau der Schulden beschleunigen. An der Börse dominierte aber die Angst vor steigenden Zinsen: Die Aktie verlor zuletzt um fast zehn Prozent und war damit Schlusslicht im Leitindex Dax.

"Wir wollen das Wachstum beschleunigen, um zusätzlichen Wert zu schaffen", sagte der neue Unternehmenschef Luka Mucic in einer Telefonkonferenz. Gleichzeitig erfordere das veränderte Zinsumfeld eine noch konsequentere Reduzierung der Schulden. Dazu sollen Vermögenswerte im Volumen von rund fünf Milliarden Euro verkauft werden.

Rund zwei Milliarden Euro davon sollen aus Verkäufen von nicht zum Kerngeschäft gehörenden Immobilien wie etwa kommerzielle Immobilien und Pflegeimmobilien stammen, rund eine halbe Milliarde Euro aus der Veräußerung von nicht-strategischen Beteiligungen. Hinzu könnte ein entsprechender Betrag aus dem Verkauf von Immobilien aus dem Kerngeschäft kommen, erläuterte Mucic. Insgesamt soll so der Verschuldungsgrad (LTV) auf etwa 40 Prozent bis Ende 2028 sinken. 2025 hatte dieser 45,4 Prozent betragen.

Zudem will das Unternehmen im Privatisierungsgeschäft in den kommenden Jahren mehr Wohnungen verkaufen. "3.000 bis 3.500 Einheiten sollten auf jeden Fall möglich sein, vielleicht auch noch ein Schnaps obendrauf", sagte der ehemalige SAP- und Vodafone-Manager Mucic. 2025 verkaufte Vonovia rund 2.300 Wohnungen an Mieter oder Dritte. Aktuell baue man mehr als 4.200 Wohnungen. Langfristig sieht der Konzern ein Potenzial für 65.000 neue Wohnungen auf eigenen Grundstücken. Mucic hatte im Januar den Chefposten bei Vonovia übernommen.

Günstig auf die Verschuldung wirke sich die Entwicklung der Immobilienwerte aus, sagte Finanzchef Philip Grosse. Nach zwei herausfordernden Jahren zeige die Immobilienbewertung 2025 eine klare Trendwende. Die Marktwerte der Immobilien habe sich im Gesamtjahr erstmals seit 2022 positiv entwickelt. Auf vergleichbarer Basis seien die Immobilienwerte 2025 im Jahresvergleich um 1,8 Prozent gestiegen. Dazu habe eine positive Entwicklung vor allem in der zweiten Jahreshälfte beigetragen. Der Konzern hatte während der Immobilienkrise den Wert seines Portfolios immer wieder abwerten müssen und deshalb Milliardenverluste ausgewiesen.

Derweil profitiert Vonovia weiterhin wie alle Vermieter von einer hohen Nachfrage nach Wohnraum in den Ballungsgebieten. Die monatliche Miete stieg 2025 auf im Schnitt 8,38 Euro pro Quadratmeter - das waren 4,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Der Deutsche Mieterbund warf Vonovia "radikale Mietsteigerungen" vor. "In Kommunen ohne Mietpreisbremse liegen die Angebote der Vonovia deutlich über dem Mietspiegel", erklärte der Vorsitzende des Mieterbundes Nordrhein-Westfalen, Hans-Jochem Witzke, laut einer Mitteilung. In vielen Städten versuche Vonovia außerdem, mit "erfundenen" Wohnwertmerkmalen die Mieten weit über das zulässige Maß hinaus zu erhöhen. Der Verband forderte eine flächendeckende Ausweitung des Mieterschutzes.

Ende 2025 besaß Vonovia als Europas größtes privates Wohnungsunternehmen rund 531.000 Wohnungen in Deutschland, Schweden und Österreich. Der Verkehrswert des Immobilienbestands stieg um 3 Prozent auf 84,4 Milliarden Euro. Das Unternehmen mit Sitz in Bochum beschäftigte zu diesem Zeitpunkt 12.700 Menschen, 5,4 Prozent mehr als im Vorjahr.

Im operativen Geschäft lief es für Vonovia noch besser: Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte im vergangenen Jahr auch dank guter Geschäfte mit Dienstleistungen rund um die Immobilie im Jahresvergleich um 6,0 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro zu.

Unter dem Strich erwirtschaftete Vonovia einen auf die Aktionäre anfallenden bereinigten Gewinn von 1,54 Milliarden Euro nach 1,46 Milliarden Euro im Vorjahr. Die Dividende soll um 2,5 Prozent auf 1,25 Euro je Aktie steigen. Zukünftig will das Unternehmen 50 bis 60 Prozent des bereinigten Vorsteuergewinns an die Aktionäre ausschütten.

JPMorgan-Analyst Neil Green konnte dem Geschäftsbericht des Immobilienkonzerns zwar einiges Positives abgewinnen. Jedoch stünden aktuell gerade auch die Inflationsrisiken und die daher steigenden Anleiherenditen im Fokus, die den Aktien der Branche üblicherweise Probleme bereitet.

Kommentare (0) ... diskutiere mit.
Werbung

Handeln Sie Aktien bei SMARTBROKER+ für 0 Euro!* Profitieren Sie von kostenloser Depotführung, Zugriff auf 29 deutsche und internationale Börsenplätze und unschlagbar günstigen Konditionen – alles in einer innovativen, brandneuen App. Jetzt zu SMARTBROKER+ wechseln und durchstarten!

*Ab 500 EUR Ordervolumen über gettex. Zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen.

k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
Werbung
Weiter aufwärts?
Kurzfristig positionieren
Ask: 0,62
Hebel: 19
mit starkem Hebel
Ask: 0,44
Hebel: 4
mit kleinem Hebel
Smartbroker
UBS
Im Durchschnitt erleiden 7 von 10 Kleinanlegern Verluste beim Handel mit Turbo-Zertifikaten. Turbo-Zertifikate sind hoch risikoreiche Produkte und nicht für langfristige Anlagestrategien geeignet. Eine vorgeschriebene allgemeine Mitteilung gemäß BaFin-Beschluss.
Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie hier: WA0KA4 UL2XHK. Beachten Sie auch die weiteren Hinweise zu dieser Werbung. Der Emittent ist berechtigt, Wertpapiere mit open end-Laufzeit zu kündigen.
Schreib den ersten Kommentar!

Dis­clai­mer: Die hier an­ge­bo­te­nen Bei­trä­ge die­nen aus­schließ­lich der In­for­ma­t­ion und stel­len kei­ne Kauf- bzw. Ver­kaufs­em­pfeh­lung­en dar. Sie sind we­der ex­pli­zit noch im­pli­zit als Zu­sich­er­ung ei­ner be­stim­mt­en Kurs­ent­wick­lung der ge­nan­nt­en Fi­nanz­in­stru­men­te oder als Handl­ungs­auf­for­der­ung zu ver­steh­en. Der Er­werb von Wert­pa­pier­en birgt Ri­si­ken, die zum To­tal­ver­lust des ein­ge­setz­ten Ka­pi­tals füh­ren kön­nen. Die In­for­ma­tion­en er­setz­en kei­ne, auf die in­di­vi­du­el­len Be­dür­fnis­se aus­ge­rich­te­te, fach­kun­di­ge An­la­ge­be­ra­tung. Ei­ne Haf­tung oder Ga­ran­tie für die Ak­tu­ali­tät, Rich­tig­keit, An­ge­mes­sen­heit und Vol­lständ­ig­keit der zur Ver­fü­gung ge­stel­lt­en In­for­ma­tion­en so­wie für Ver­mö­gens­schä­den wird we­der aus­drück­lich noch stil­lschwei­gend über­nom­men. Die Mar­kets In­side Me­dia GmbH hat auf die ver­öf­fent­lich­ten In­hal­te kei­ner­lei Ein­fluss und vor Ver­öf­fent­lich­ung der Bei­trä­ge kei­ne Ken­nt­nis über In­halt und Ge­gen­stand die­ser. Die Ver­öf­fent­lich­ung der na­ment­lich ge­kenn­zeich­net­en Bei­trä­ge er­folgt ei­gen­ver­ant­wort­lich durch Au­tor­en wie z.B. Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­richt­en­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men. In­fol­ge­des­sen kön­nen die In­hal­te der Bei­trä­ge auch nicht von An­la­ge­in­te­res­sen der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und/oder sei­nen Mit­ar­bei­tern oder Or­ga­nen be­stim­mt sein. Die Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­rich­ten­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men ge­hör­en nicht der Re­dak­tion der Mar­kets In­side Me­dia GmbH an. Ihre Mei­nung­en spie­geln nicht not­wen­di­ger­wei­se die Mei­nung­en und Auf­fas­sung­en der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und de­ren Mit­ar­bei­ter wie­der. Aus­führ­lich­er Dis­clai­mer