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Vossloh senkt Ziele für 2026 - Aktie verliert kräftig 14.07.2026, 10:46 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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Vossloh 56,60 EUR -9,33 % Quotrix Düsseldorf

Der Bahntechnikkonzern Vossloh DE0007667107 zeigt sich aufgrund gesamtwirtschaftlicher und geopolitischer Unsicherheiten etwas vorsichtiger für das laufende Jahr. Vossloh könne sich den aktuellen Nachfrage- und Kostenentwicklungen nicht vollständig entziehen, teilte das im SDax DE0009653386 notierte Unternehmen am Montagabend mit. Die Ziele für das Gesamtjahr senkte der Konzern. Das kam an der Börse nicht gut an. Die Aktie verlor im frühen Dienstaghandel zuletzt fast zehn Prozent auf 56,25 Euro.

Für 2026 peilt das Unternehmen nun einen Umsatz von 1,51 bis 1,61 Milliarden Euro an. Zuvor war Vossloh von 1,56 bis 1,66 Milliarden Euro ausgegangen nach gut 1,34 Milliarden Euro im Vorjahr.

Den Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) sieht der Bahntechnikkonzern nun bei 100 bis 110 Millionen Euro (zuvor 118,5 bis 131 Millionen Euro). Im Vorjahr hatte Vossloh ein operatives Ergebnis von 111,9 Millionen Euro ausgewiesen. Mit dem neuen Ergebnisziel liegt das Unternehmen laut Analyst Fabian Piasta vom Analysehaus Jefferies 13 Prozent unter dem Konsens.

Branchenkenner Lars Vom-Cleff von der Deutschen Bank bezeichnete die gesenkten Jahresziele als "negative Überraschung". Die Halbjahreszahlen hätten hingegen leicht über seinen eigenen Schätzungen gelegen.

Im ersten Halbjahr schrumpfte das operative Ergebnis (Ebit) auf Basis von vorläufigen Zahlen um knapp 28 Prozent auf 32,4 Millionen Euro. Der Umsatz legte hingegen um gut ein Fünftel im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum auf 710 Millionen Euro zu. Der Auftragseingang kletterte um ein knappes Drittel auf 828,5 Millionen Euro. Der Auftragsbestand stieg im Bahninfrastruktur-Geschäft auf ein Rekordhoch.

Mit Blick auf die Nachfrage- und Kostenentwicklung erwartet Vossloh, dass im laufenden Jahr weniger aus bestehenden Rahmenverträgen in einzelnen Ländern abgerufen und geplante Lieferungen im Zusammenhang mit Neubauprojekten in das Folgejahr verschoben werden. Hinzu kämen höhere Beschaffungs- und Logistikkosten, die 2026 nicht vollständig an Kunden weitergegeben werden könnten. Zudem fielen zusätzliche Aufwendungen etwa für Kapazitätsanpassungen und Ausbau des Digitalgeschäfts an.

Vossloh sieht die Belastungen als vorübergehend beziehungsweise einmalig an. Vor diesem Hintergrund bestätigte der Konzern seine Erwartungen an das kommende Geschäftsjahr. So soll es 2027 weiter ein deutliches organisches Wachstum und eine klare Verbesserung des Gewinns vor Zinsen und Steuern (Ebit) geben. Zugleich sieht sich Vossloh unverändert auf einem guten Weg, die für 2030 gesetzten Ziele zu erreichen.

Die endgültigen Zahlen für das erste Halbjahr will Vossloh am 23. Juli veröffentlichen.

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