Nach der Kabinettsumbildung bittet der designierte Gesundheitsminister Carsten Linnemann um Einarbeitungszeit. Er habe...">

ROUNDUP

Wie weiter für Team Merz? - Linnemann hat 'Höllenrespekt' 26.07.2026, 09:05 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Nach der Kabinettsumbildung bittet der designierte Gesundheitsminister Carsten Linnemann um Einarbeitungszeit. Er habe einen "Höllenrespekt" vor der neuen Aufgabe, sagte der CDU-Politiker in einem Instagram-Post. Vor einem Jahr hatte er selbst Zweifel an seiner Eignung geäußert, was jetzt Debatten auslöst. Wer neuer Verkehrsminister wird, ist weiter offen. Das Vorgehen von Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz stößt auf Kritik in seiner Partei.

Merz hatte am Freitag bekanntgegeben, dass Bundesgesundheitsministerin Nina Warken Kanzleramtschefin werden und Linnemann ihren bisherigen Posten bekommen soll. Zuvor war öffentlich geworden, dass Merz zudem Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) entlassen will. Nachfolgekandidat Fritz Güntzler (CDU) sagte aber nach dpa-Informationen kurzfristig ab. Merz äußerte sich dazu nicht, kündigte aber weitere Wechsel im Kabinett an. Die Abläufe lösen in der Union Unmut aus.

Altmaier von Umgang mit Schnieder berührt

"Die Abberufung von Verkehrsminister Schnieder erweckt den Eindruck von Willkür", sagte der Bundesvize der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft, Christian Bäumler, dem "Handelsblatt". "Eine Bundesregierung sollte nicht wie ein Feudalkönigreich geführt werden. Diese Vorgehensweise beschädigt das Vertrauen der Menschen in die Demokratie."

Der frühere Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU) schrieb auf der Plattform X, der Umgang mit Schnieder mache ihn betroffen und wütend. Das Vorgehen werde weder seiner Person noch seiner Leistung gerecht. Schnieders Bruder, der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU), teilte den Kommentar kommentarlos.

In der Union ist zu hören, dass Steffen Bilger für das Ministeramt infrage kommen könnte, der Parlamentarische Geschäftsführer der Bundestagsfraktion. Er saß von 2009 bis 2018 im Verkehrsausschuss und war anschließend bis 2021 Parlamentarischer Staatssekretär im Verkehrsministerium.

Neben dem Verkehrsminister soll nach dpa-Informationen auch die Staatsministerin für Sport im Kanzleramt, Christiane Schenderlein, abgelöst werden. Wann Merz die Personalien bekanntgibt, ist unklar. Offiziell zu benennen ist auch noch Linnemanns Nachfolge im Amt des CDU-Generalsekretärs. Dafür ist die bisherige CDU-Schatzmeisterin Franziska Hoppermann im Gespräch. Ganz sicher soll das aber noch nicht sein.

Linnemann wird seinen Kicker vermissen

Linnemann machte in seinem Instagram-Video deutlich, wie gerne er sein bisheriges Amt ausgeführt habe - in einem "super Büro" im Konrad-Adenauer-Haus: "Der Kicker steht da noch, den werde ich vermissen, noch mehr natürlich die Kolleginnen und Kollegen im Haus, aber auch die ganze Aufgabe. Wer mich kennt, weiß, ich habe das hier einfach gerne gemacht, aber es kommt manchmal anders, als man denkt."

Der Bundeskanzler habe ihn angerufen und gebeten, Gesundheitsminister zu werden. "Klar, ich bin auch ehrlich, ihr müsst mir ein bisschen Zeit geben", sagte Linnemann. "Hier und da muss ich einfach noch tiefer einsteigen. Und ich habe auch echt einen Höllenrespekt vor dieser Aufgabe." Aber es sei auch "ganz schön viel Musik drin", um zu einem gerechten, leistungsfähigen, zukunftsfähigen Gesundheitssystem zu kommen.

Nicht "sein Ding"

Zum Start der Regierung Merz im Mai 2025 war Linnemann schon einmal als Minister im Gespräch. Damals sagte er dem Sender Phoenix jedoch, es sei nicht "sein Ding", Minister zu sein, nur damit das irgendwo in Wikipedia stehe. "Wenn sie mich jetzt aufgestellt hätten, weiß ich nicht, als Gesundheitsminister, wäre ich wahrscheinlich nicht erfolgreich gewesen. Die Leute hätten gesagt, warum wird der Gesundheitsminister, was hat der damit zu tun." Diese Äußerung zieht nun Kritik und Spott in sozialen Medien auf sich.

In der "Bild" betonte Linnemann, die Ausgangslage sei zum Zeitpunkt seiner Äußerungen eine andere gewesen. Im Wahlkampf habe er für die Abschaffung des Bürgergelds geworben und dieses Versprechen unbedingt einlösen wollen. In seiner Doppelfunktion als CDU-Generalsekretär und Fraktionsvize für Arbeit und Soziales habe er bei dem Thema mitreden können. Zugleich habe er im Koalitionsausschuss auch Gesundheitsthemen verhandelt. Warkens Reformschritte wolle er fortführen. Und er stellte klar: "Ich traue mir das zu."

Mit Expertise oder ohne?

Der 48-jährige Linnemann ist promovierter Volkswirt und arbeitete vor seiner Zeit als Abgeordneter zeitweise für die Deutsche Bank Research in Frankfurt am Main. In der Union gehört er zum Wirtschaftsflügel, der vor allem niedrigere Sozialabgaben fordert.

Die Juristin Warken war ebenfalls ohne Vorerfahrung Gesundheitsministerin geworden, hatte für ihr Wirken aber zuletzt Anerkennung bekommen. Die Vorgänger Karl Lauterbach (SPD) und Jens Spahn (CDU) hatten sich vor ihrer Ministerzeit jahrelang mit Gesundheitspolitik beschäftigt.

Vorbehalte gegen späte Vereidigung

Rechtliche Fragen wirft nach Einschätzung des Juristen Stefan Ulrich Pieper das von Merz geplante Verfahren zur Ernennung und Vereidigung der neuen Minister auf: Sie sollen zwar bereits vom Bundespräsidenten ernannt, aber erst im September vor dem Bundestag vereidigt werden. Pieper sagte der "Rheinischen Post": "Die Amtsgeschäfte ohne Vereidigung zu übernehmen, wäre verfassungsrechtlich unsauber." Der einwandfreie Weg wäre eine Sondersitzung des Bundestags.

Kommentare (0) ... diskutiere mit.
Werbung

Handeln Sie Aktien bei SMARTBROKER+ für 0 Euro!* Profitieren Sie von kostenloser Depotführung, Zugriff auf 29 deutsche und internationale Börsenplätze und unschlagbar günstigen Konditionen – alles in einer innovativen, brandneuen App. Jetzt zu SMARTBROKER+ wechseln und durchstarten!

*Ab 500 EUR Ordervolumen über gettex. Zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen.

k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
Schreib den ersten Kommentar!

Dis­clai­mer: Die hier an­ge­bo­te­nen Bei­trä­ge die­nen aus­schließ­lich der In­for­ma­t­ion und stel­len kei­ne Kauf- bzw. Ver­kaufs­em­pfeh­lung­en dar. Sie sind we­der ex­pli­zit noch im­pli­zit als Zu­sich­er­ung ei­ner be­stim­mt­en Kurs­ent­wick­lung der ge­nan­nt­en Fi­nanz­in­stru­men­te oder als Handl­ungs­auf­for­der­ung zu ver­steh­en. Der Er­werb von Wert­pa­pier­en birgt Ri­si­ken, die zum To­tal­ver­lust des ein­ge­setz­ten Ka­pi­tals füh­ren kön­nen. Die In­for­ma­tion­en er­setz­en kei­ne, auf die in­di­vi­du­el­len Be­dür­fnis­se aus­ge­rich­te­te, fach­kun­di­ge An­la­ge­be­ra­tung. Ei­ne Haf­tung oder Ga­ran­tie für die Ak­tu­ali­tät, Rich­tig­keit, An­ge­mes­sen­heit und Vol­lständ­ig­keit der zur Ver­fü­gung ge­stel­lt­en In­for­ma­tion­en so­wie für Ver­mö­gens­schä­den wird we­der aus­drück­lich noch stil­lschwei­gend über­nom­men. Die Mar­kets In­side Me­dia GmbH hat auf die ver­öf­fent­lich­ten In­hal­te kei­ner­lei Ein­fluss und vor Ver­öf­fent­lich­ung der Bei­trä­ge kei­ne Ken­nt­nis über In­halt und Ge­gen­stand die­ser. Die Ver­öf­fent­lich­ung der na­ment­lich ge­kenn­zeich­net­en Bei­trä­ge er­folgt ei­gen­ver­ant­wort­lich durch Au­tor­en wie z.B. Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­richt­en­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men. In­fol­ge­des­sen kön­nen die In­hal­te der Bei­trä­ge auch nicht von An­la­ge­in­te­res­sen der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und/oder sei­nen Mit­ar­bei­tern oder Or­ga­nen be­stim­mt sein. Die Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­rich­ten­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men ge­hör­en nicht der Re­dak­tion der Mar­kets In­side Me­dia GmbH an. Ihre Mei­nung­en spie­geln nicht not­wen­di­ger­wei­se die Mei­nung­en und Auf­fas­sung­en der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und de­ren Mit­ar­bei­ter wie­der. Aus­führ­lich­er Dis­clai­mer